Folge 70: Jugendpolitik zum Gruseln

Shownotes

An dieser Stelle findet ihr interessante und hilfreiche Links zur aktuellen Folge:

Gesammelte Links bei Google Docs: https://tinyurl.com/berufsjugendlich

Instagram Dr. Anna Grebe: @medien.politik.partizipation

Instagram Jendrik Peters: @airjendrik

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00:00:01: Hallo und herzlich willkommen zu Folge siebzig des Podcasts Berufsjugendlich.

00:00:05: Wir sind Anna Gräbe und Jendrik Peters, und wir berichten alle zwei Wochen über das was jungenpolitisch in Deutschland los ist und wie man eine starke Verbündete oder ein starker Verbündeter für die Interessen von Kindern und Jugendlichen werden kann.

00:00:17: In der heutigen Folge blicken wir nach Frankreich wo seit einigen Wochen nicht mehr nur noch Schülerinnen gegen gesellschaftliche Missstände demonstrieren sondern es auch zur Gewaltexzessen- und Plünderung kamen und irgendwie ganz Deutschland die Frage umtreibt Kann das auch hier passieren?

00:00:32: Wir haben die Protestforscherin Nina Katlin-Wienkog dazu befragt.

00:00:36: Außerdem sprechen wir über die Frühstadtränte, über das Eckpunktepapier der Bundesregierung zum Thema Social-Mediaaltersgrenze und

00:00:42: Co.,

00:00:43: über das mögliche Aus des größten Festivals für digitale Jugendkultur in Deutschland, über eine Doku in der ZDF-Mediathek, die uns sehr bewegt sowie über die neuste Forschung zum Thema Kinder- und

00:00:54: Jugendparlamente.".

00:00:56: Und weil bald Halloween ist Anna ... haben wir euch unsere Top Fünf der Dinge mitgebracht, die uns Jugendpolitisch so richtig gruseln.

00:01:05: Freut euch darauf im weiteren Verlauf dieser Folge!

00:01:07: Gar nicht zum Gruseln ist aber das was bei uns gerade so los ist oder?

00:01:11: Ne gar nicht zum gruseln weil ich komme aus dem Urlaub.

00:01:14: Ich habe jetzt eine Woche Urlaub gemacht.

00:01:16: Ich war unterwegs unter anderem in Polen und Posten an.

00:01:20: Das war sehr schön habe auch versucht, dadurch meinen Nachrichtenkonsum ein bisschen zu drosseln.

00:01:25: Was glaube ich gar nicht schlecht war, um ein bisschen runterzukommen.

00:01:28: Davor war ich auch schon in Polen und hab eine deutsch-polnische Jugendbegegnung im Guben beziehungsweise Gubin begleitet.

00:01:33: Also wäre es... Und ich weiß, ich finde Polen ganz toll!

00:01:37: Nicht nur weil es in PolEN unglaublich gutes veganes Essen gibt sondern weil auch kulturell historisch so viel zu bieten ist.

00:01:44: und ich würde sagen mit jedem Polenbesuch habe ich zehn neue Vokabeln polnisch.

00:01:49: also läuft.

00:01:49: bei mir hört sich vielleicht manchmal bisschen zum gruseln an, muss man mal die Menschen in Polen fragen wie ich mich so anhöre.

00:01:55: Aber für mich fühlt sich es gut an!

00:01:57: Wie ist das bei dir?

00:01:59: Ich war etwas in einer anderen Richtung aktiv bin von einem halben Stunde reingekommen.

00:02:02: wir nehmen sonntags auf von der Mitgliederversammlung vom CWM Deutschland Die einmal im Jahr dort ist es immer schön da Leute zu treffen ein bisschen über die Zukunft des Verbandes zu reden.

00:02:11: Wir sind hier als Landesverband Westbund und da die größte Delegation Das macht Spaß haben eine KI Leitlinie beschlossen also Die Weichen für die Zukunft gestellt.

00:02:22: Mal schauen, wie sich das jetzt auswirkt.

00:02:24: Papiere und Sachen kann man immer bestießen aber sie müssen ja am Ende mit Leben gefüllt werden, wie es halt so ist an ganz vielen Stellen.

00:02:29: Und war da vor eine Woche mit jungen Menschen unterwegs im Kombikurs und das ist auch irgendwie cool.

00:02:34: ich habe so viele Gespräche mit vierzehnjährigen, fünfzehnjährigen geführt wo ich erstes dachte Ja, es sind einfach genau die Themen die wir hier besprechen.

00:02:42: glücklicherweise Es sind aber auch einfach Themen wo ich denke es eigentlich schon ärgerlich und schade dass ihr euch damit beschäftigen müsst an dieser Stelle in dem Alter von daher.

00:02:50: Irgendwie bewegend, das muss ich jetzt mal die nächste Woche sortieren da habe ich nämlich frei.

00:02:54: Sache freue ich mich schon!

00:03:03: Am ein dreißigsten Oktober ist nicht nur Reformationstag oder Halloween, unter Geburtstag von Bud Spencer übrigens auch.

00:03:09: Fun Fact an der Stelle!

00:03:11: Sondern es ist auf dem Tag für den in Deutschland die ersten koordinierten bundesweiten Proteste junger Menschen, die sich an dem orientieren was vor einigen Wochen in Frankreich begannen und sie schnell nach Italien, Albanien, Serbien – wo heute auch gewählt wird – by the way Portugal, Großbritannien, Belgien, Irland und Griechenland ausweitete.

00:03:28: Und unter dem Motto Jensy regelt haben sich bereits der Demonstration in drei zwanzig Städten angemeldet, um für die bessere Finanzierung von Bildung und Schule gegen steigende Lebenshaltungskosten, gegen Klimawandel, gegen Wehrpflicht und Überwachung und gegen ungerechte Lastenverteilungen in der Gesellschaft zu protestieren.

00:03:44: Und was legitim klingt – auch ist Ausrufezeichen!

00:03:48: wird jetzt gerade in den deutschen Medien und auch der deutschen Politik nicht nur kritisch beugt, sondern schon auch mit Drohung gegen die Demonstrantin.

00:03:56: Und durch eine Berichterstattung begleitet sie so einerseits ganz treffend beschreibt dass junge Menschen sich nicht gehört fühlen aber andererseits mit Bildern von Blünderungen brennenden Rathäusern oder gewalttätigen Vermundenen gerne mit Kufia dem Pali-Tuch das Anliegen und auch das Recht auf Demonstration am Ende delegitimiert.

00:04:14: Deshalb schauen wir uns das alles doch mal ganz in Ruhe an!

00:04:17: Die aktuelle Protestwelle in Frankreich begann Ende September am Lycée Saint-Dex-Syperie in Creteille im Südosten von Paris.

00:04:26: Schülerinnen und Schüler protestierten dagegen, unbesetzte Lehrerstellen und fehlende Ressourcen – soweit nichts Neues würde ich erst mal sagen!

00:04:34: Diese Bewegung breitete sich aber anschließend auf weitere Schulen im Großraum Paris aus.

00:04:39: über soziale Netzwerke wurden Aufrufe zu Blockaden verbreitet.

00:04:44: Die Forderungen unterscheiden sich aber dann noch mal von Schule zu Schule, denn das sind nicht alle Schulen die sich an den Demos beteiligen in präkarisierten Boliers.

00:04:54: In Vororten von Paris oder in sozial herausgeforderten Gegenden sondern es beteiligten sich auch Schulen dienen... Schülerin haben, denen es eigentlich gut geht.

00:05:05: Die aus besser gestellten Milieus kommen... Da unterscheiden sich die Forderungen so ein bisschen.

00:05:10: aber im Grunde nach ist das alles sehr ähnlich.

00:05:15: Es geht um Lehrerwange, es geht um marode Gebäude und überfüllte Klassen, überlastete Stundenpläne und den Hochschulzugang über Parcours-Syp Das ist ein zentrales Vergabesystem für Studienplätze in Frankreich.

00:05:29: Das ist noch mal etwas anders als in Deutschland zentrallisiert und eben aber auch ungerecht muss man sagen.

00:05:36: Innerhalb weniger Tage weiteten sich diese Proteste aus, viele andere gesellschaftliche Gruppen wie zum Beispiel Gewerkschaften haben sich angeschlossen.

00:05:43: und erst gestern, Jendrik du hast es gerade gesagt wir nehmen einem Sonntag auf, erst gestan haben wieder rund vierhunderttausend Menschen auf den Straßen des Landes protestiert.

00:05:53: Wir haben Nina Katrin Wienkob dazu befragt.

00:05:56: Nina war schon mal bei uns zu Gast in diesem Podcast und zwar in Folge neunundzwanzig, als sie für uns im Februar zwanzig-fünfundzwanzige ist es schon ewig her!

00:06:04: Die Proteste gegen die Remigrationspläne der AfD einordnete denn Sie isst von Beruf Protestforscherin Und Nina kennt sich ja vorragend mit unseren Themen aus.

00:06:14: wir haben sie gefragt wie aus den Schulprotesten in Frankreich nun gesellschaftlich viel breitere Demonstrationen geworden sind an denen eben also zu hochzeigende halbe Million Menschen in ganz Frankreich teilgenommen haben.

00:06:29: Tatsächlich hat der Protest in Frankreich erst mal sehr konkret begonnen mit drei Forderungen, es ging um die Sanierung der Schulgebäude, den akuten Lehrerinmangel und letztlich die viel zu vollen Studien- und Lernpläne an Schulen und Universitäten.

00:06:46: Wir haben aber schnell gesehen, dass es eben nicht nur eine Gruppe betrifft.

00:06:48: Also nicht nur einige Schülerinnen oder nur einige Studierenden sondern ist sich sehr schnell örtlich ausgebreitet hat und hier wirklich junge Menschen insgesamt angesprochen wurden.

00:07:00: Sich dann auch schnell Gewerkschaften und zum Beispiel LehrerInnen auch angeschlossen haben in Solidarität gerade muss man sagen aber auch eben nach diesen teilweise sehr starken repressiven polizeilichen Maßnahmen gegen diese Ersten wirklich deutlich und klar friedlichen Proteste.

00:07:17: Das erklärt eben auch in Teilen zumindest diese Eskalation, die wir dann in der Folge gesehen haben und jetzt auch weiterhin erleben, die aber – das finde ich nochmal ganz wichtig um klar zu sagen – weiterhin deutlich von ein paar Einzelpersonen ausgeht, von Gruppen aus geht, aber nicht von der großen Masse.

00:07:38: Ja?

00:07:38: Das würde auch ganz anders aussehen, sondern jetzt ist tatsächlich es in dieser auch sehr chaotischen Situation natürlich schwer einzuschätzen.

00:07:45: Aber was wir deutlich erkennen, es ist nicht eine Strategie dieser Bewegung sondern etwas das jetzt eben parallel dazu eskaliert ist und was jetzt die Aufmerksamkeit von diesen inherent sozialen und zukunftsorientierten Fragen der jungen Menschen weggetreibt hin zu der Frage immer nach diesen Eskalationsdynamiken also nach der Protestform und weniger noch nach dem Inhalt und jetzt natürlich die Gefahr droht Dass genau das passiert, dass nämlich junge Menschen weiterhin nicht gehört werden.

00:08:16: Also genau das was junge Menschen hier ganz klar anprangern in den zunehmend älter werdenden Bevölkerung

00:08:25: nahezu von Beginn an geht die französische Polizei mit Tränengas, Schlagstöcken und Wasserwerfern gegen die Protestierenden vor.

00:08:32: Ein junger Mensch verliert sein Augenlicht durch eine Tränegaskanate und es gibt weitere Verletze durcheinander- setzungen mit der Polizei.

00:08:39: aber es berichten auch friedlich demonstrieren Personen von Repressionen.

00:08:43: den Höhepunkt erreichten die Proteste am siebzehnten Oktober.

00:08:46: An diesem Tag kommt es in mehreren Städten zu schwer Ausschreitungen.

00:08:50: In Limanche wird das Rathaus in Brand gesetzt, in Marseille dringend Demonstrierende in das Rathaus ein, in Lyon wird das Tourismusbüro angezündet, Geschäfte werden geplündert, Polizeikräfte angegriffen und gleichzeitig verlaufen zahlreiche Demonstrationen friedlich.

00:09:05: Aber die Bilder, die uns jetzt erreichen zeigen den Exzess, die Gewalt Und Präsident Emmanuel Macron ruft am folgenden Tag noch zur Ruhe auf und die Proteste verschärfen, die politische Debatte über öffentliche Sicherheit, soziale Missstände und im Umgang mit Demonstrienen vor allem durch die Polizei.

00:09:23: In Politik-Podcast, in der Zeitung oder im TV wird jetzt hier in Deutschland darüber diskutiert ob die angekündigten Proteste am ein dreißigsten Oktober genauso eskalieren könnten wie die in Frankreich.

00:09:34: Und Nina Katrin Wienkop hat als versierte Protestforscherin auch dazu eine Einschätzung.

00:09:41: Grundsätzlich erst mal gibt das Mobilisierungspotenzial aus zweierlei Gründen.

00:09:46: zum einen weil viele junge Menschen das Gleiche umtreibt.

00:09:49: wir eben jungen Menschen in Frankrijk Also inherente soziale Fragen, fragen nach sozialer Gerechtigkeit Zukunftsorgen bezüglich Krieg und Klima aber auch insgesamt ihre eigenen Perspektiven für ihre Zukunft.

00:10:03: Da tatsächlich sind sehr viele Nenner und beispielsweise erste Sparmaßnahmen im Bildungsbereich die jetzt hier zum Beispiel gerade in Hamburg auch erste Proteste ausgelöst haben.

00:10:15: Zum anderen ist das Potenzial zur Mobilisierung da, weil jetzt eben auch die mediale und politische Aufmerksamkeit da ist.

00:10:21: Das heißt, die selbst kreiert eine gute Gelegenheit.

00:10:25: Ich würde aber nicht die gleiche Eskalation erwarten aus dem Eingrund dass tatsächlich disruptive Protestformen wie wir beispielsweise bei den Aktivistinnen der letzten Generation erlebt haben in Deutschland sehr schnell

00:10:41: auch

00:10:41: als nicht legitim wahrgenommen werden, das ist in Frankreich anders.

00:10:45: Nicht bis zu dieser Eskalationsstufe jetzt aber disruptive Protestformen sind da viel mehr die Regel und routinierter.

00:10:54: Und zum anderen tatsächlich auch ist ja aufgrund dessen dass es gerade erlebt wird was diese Eskalation bewirkt nämlich dass die Aufmerksamkeit von den Inhalten weggeht hin zu der Protestform wäre auch da, zu erwarten dass sehr viele Maßnahmen wahrscheinlich auch getroffen werden würden innerhalb von einer Bewegung oder von Protesten oben eben diese Eskalation selbst zu vermeiden.

00:11:19: Zeitgleich wo ich eine Gefahr sehe ist ganz klar das durch die Eskalations in anderen Ländern jetzt natürlich auch sein kann dass hier Sicherheitsbehörden auch verschärfte Maßnahmen vornehmen oder auch zu repressiv zu Beginn vorgehen könnten.

00:11:36: Das wiederum wäre auf jeden Fall dem nicht zuträglich, das haben wir eben auch in Frankreich gesehen.

00:11:43: es ist ja nicht so dass diese Eskalation eine Strategie ist sondern dass wir sehen wenn erst mal dieser Eskalations passiert wie es im Frankreich passiert ist und auch aufgrund von ersten sehr repressiven Vorgehen der Polizei dann ist es eben sehr schwierig diese Dynamiken aufzuhalten.

00:11:59: Insofern könnte es.

00:12:00: Insofern birgt es auch die Gefahr, dass hier eventuell zu früh repressiv gegen Proteste ervorgegangen wird und dadurch vielleicht eine Eskalation befeuert werden könnte.

00:12:14: Also da ist ganz wichtig das Versammlungsfreiheitsgesetz oder das Versamlungsrecht zu schützen und eben nicht aufgrund von Entwicklungen in anderen Ländern jetzt hier auf Deutschland zu schließen.

00:12:31: Ja, vielen Dank nochmal an dich Nina.

00:12:33: Ich fand das jetzt sehr erhellend wie du das erklärt hast.

00:12:36: aber Jendrik... Jetzt schauen wir aus jugendpolitischer Perspektive dann noch mal genauer drauf.

00:12:41: was meinst Du?

00:12:42: Wie werden diese Proteste am einund dreißigsten Oktober in Deutschland aussehen und ausgehen?

00:12:47: Du hast gerade gesagt du hast jetzt mit vielen vierzehn-fünfzehnjährigen gesprochen in der vergangenen Woche.

00:12:51: Was denkst Du, was wird da passieren?

00:12:54: Sobald man Schülerproteste gesagt hat, war das richtig so ein Triggerwirt.

00:12:57: Da sind die Kids alle ins Reden gekommen und meinten voll gut!

00:13:00: Also ich glaube Frankreich lässt sich ja durchaus mit Deutschland vergleichen aber halt nicht wenn man allein auf die wirtschaftlichen Probleme schaut oder jetzt aus dem Ausbleiben vergleichbarer Ausschreitungen in Deutschland direkt auf eine geringere Unzufriedenheit schließt.

00:13:14: Beide Länder haben mit hohen Lebenshaltungskosten Problemen im Bildungssystem soziale Ungleichheit Und eher auch sinkendem Vertrauen in die Politik zu tun.

00:13:22: Der wesentliche Unterschied liegt darin, wie sich diese Unzufriedenheit politisch ausdrückt und wie Konflikte zwischen Gesellschaft und Staat ausgetragen werden.

00:13:30: Und die Unterschiede sind in einigen Stellen aber ganz entscheidend.

00:13:33: Frankreich ist ein zentralistisch geprägter Staat.

00:13:36: Die nationale Regierung hat erheblichen Einfluss auf die Bildungs-, Sozial- und Wirtschaftspolitik.

00:13:41: In Deutschland sind durch den Föderalismus viele Zuständigkeiten ganz anders verteilt bzw einfach auf mehreren Ebenen.

00:13:46: Und dann ist die Protestkultur in Frankreich anders gelagert, als in Deutschland.

00:13:51: Die französische Protestgeschichte ist geprägt von großen Streikbewegungen und landesweiten Mobilisierungen, die auch gleich intensiver und größer sind.

00:14:01: Das Bündnis Gensi Regel schreibt auf seiner Website unser Protest ist friedlich ohne Ausnahme.

00:14:07: Gewalt gegen Menschen oder Sachen widerspricht allem wofür wir stehen.

00:14:10: Nur friedlich können wir gemeinsam etwas erreichen.

00:14:14: Jetzt gibt es aber Chatgruppen, in denen lokale Proteste organisiert werden.

00:14:17: Die dann auch zeigen dass es für einige Personen nicht ganz klar ist wo ist eigentlich die Grenze zu Gewalt und Zerstörung?

00:14:23: das hat doch der Spiegel berichtet.

00:14:25: Aber jetzt alle demonstrieren unter Generalverdacht zu stellen Das wird der Ernsthaftigkeit der Selbstorganisation dieser Proteste auch nicht gerecht Und auch der ernstzunehmenden Sorgen junger Menschen die am Ende dahinter stecken.

00:14:37: Klar ist auch und muss auch sein, Plünderungen sind Straftaten und keine Notwehr wie manche ja auch schon argumentieren.

00:14:44: Und es wurden eben nicht nur Louis Vuitton Läden geplündert sondern auch kleine Geschäfte zerstört und damit auch Existenzen von deren Betreibern.

00:14:51: Man darf hier nicht in die Falde tappen und so tun als sei das jetzt eine weniger schlimm... also als sei dass eine weniger schlimmer ist.

00:14:57: das andere aber wir müssen eben auch über Polizeigewalt reden.

00:15:02: Spannend.

00:15:02: Die Bundes-Schülerkonferenz hat sich von den Protesten distanziert, jetzt nicht grundsätzlich von dem Anliegen oder von den Anliegenden dahinterstecken.

00:15:09: Sie schreiben in ihrem Statement dass sie sich mit denen die Friedlich demonstrieren solidarisieren aber eben nicht zu Teilnahme an den Protestern aufruft.

00:15:17: Grund dafür sein auch die ja undurchsichtigen Organisationsstrukturen des Bündnisses da sie darin auch die Gefahr einer Instrumentalisierung sehen.

00:15:26: Aus den Jugendverbänden ist nicht zu vernehmen, so wie der Aufrufe noch Solidarisierungen, noch Ablehnung oder Distanzierung und das ist vielleicht auch gar nicht mal so schlecht.

00:15:34: Auch um die Verwirrung, um die Demos gegen die Wehrpflicht – dafür haben wir ja auch schon oder dazu haben wir berichtet – zu vermeiden.

00:15:42: Alles in allem zeigen die Protester ja, wie groß sie wut, also die Verunsicherung und auch das politische Bedürfnis nach Veränderung bei vielen jungen Menschen inzwischen geworden ist und das müssen wir ernst nehmen und nicht die ganze Bewegung auf gewaltsame Ausschreitungen reduzieren.

00:15:56: Ja, Nina spricht hier mehrere jugendpolitisch relevante Punkte an, die den Diskurs zu den Anliegen hinter den Protesten irgendwie so eintrüben Und ich würde sagen, an vielen Stellen auch unsichtbar machen.

00:16:07: Das treibt mich gerade um.

00:16:09: Ich will das an einem konkreten Beispiel aufmachen.

00:16:13: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat kürzlich im ZDF deutlich gemacht, dass man sehr wohl zwischen den Schülerprotesten und der von gewaltbereiten Extremisten-Zitat geplanten Eskalation bis hin zu Plünderung und Gewalt unterscheiden müsse.

00:16:27: Ja damit gehe ich da kor!

00:16:29: Das sehe ich ganz genau so, das hast du ja gerade auch gesagt.

00:16:32: Alexander Dobrin sagt auch, die deutschen Sicherheitsbehörden seien eng in Kontakt mit den europäischen Partnern um die Situation zu beobachten.

00:16:39: Insbesondere, sagt Dobrin, beunruhige ihn das sind anderen europäischen Ländern die Demonstrationen von anderen gesellschaftlichen Gruppen gekapert worden sein.

00:16:47: und wir den ZDF erklärte Zitat es gibt auch in Deutschland eine extremistische Szene und wir haben in der Vergangenheit auch erlebt dass ausländische Mitglieder von extremistischen Szenen nach Deutschland kommen zu nehmen", zitat Ende.

00:17:04: Dobrindt warnte insbesondere vor dem Kapern der Proteste durch linksextreme Kräfte und ich zitiere ihn da noch mal, wir merken ja dass der Linksextremismus verstärkt zurück ist nicht nur bei unseren Partnerländern sondern auch in Deutschland, Zitat Ende Und Nina hat es schon so ein bisschen angedeutet.

00:17:23: Ich finde das spannend und ich find's auch sau gefährlich was da gerade im Diskurs passiert.

00:17:28: Zum einen wäre diese Proteste nun dazu genutzt, um die Angst vor dem Roten gespenst – wie man das so in der Propaganda des Kalten Kriegs genannt hat.

00:17:37: Also die Angst vorm Kommunismus und vor den Sowjets….

00:17:41: also ging es darum davor zu warnen was die Sowjets irgendwie tun!

00:17:45: Es geht darum, diese Angst zu schüren.

00:17:47: Und das passt wunderbar zudem was CDU CSU gerade mit Blick auf den Wahlsieg der Linken in Berlin und die Koalitionsverhandlungen zwischen linken SPD und Grünen und in Bezug auch auf dieses Thema Vergesellschaftung Enteignung von Wohnungen irgendwie verbreitet.

00:18:04: Man darf aber eine Sache dabei nicht vergessen.

00:18:06: Zweiundvierzig Prozent der Jung- und Erstwählerinnen unter fünfundzwanzig Jahren hat in Berlin bei den Abgeordnetenhauswahlen erst kürzlich, vor ein paar Wochen im September ihre Stimme den Linken gegeben.

00:18:18: Das haben sie nicht gemacht wie gerade alle Orten insiluiert wird weil Sie gegen den Staat oder gegen den Rechtsstaat sind oder alles Anti se bieten sondern weil die linke Wahlkampf mit dem Themen gemacht hat für die auch in Frankreich Italien Belgien Dort junge Menschen auf die Straße gehen.

00:18:36: Es geht um bezahlbaren Wohnraum, Kampf gegen Ungleichheit und Armut und das Thema Mobilität.

00:18:41: Und hier zeigt sich dann eben auch die thematische Überschneidung mit den Protesten.

00:18:45: Junge Menschen, die für soziale Gerechtigkeit einsetzen sind nicht automatisch links oder gar linksextrem.

00:18:51: Also wo kämen wir denn dahin?

00:18:52: Wir haben es ja schon häufiger gesagt, sich für eine gerechte Gesellschaft einzusetzen.

00:18:56: Das ist auch ein tief zu tiefes christliches Motiv noch eigentlich ein zutiefst konservatives Motiv wenn ich das so sagen darf.

00:19:04: Und deshalb sind sie nicht automatisch linksextrem, aber mit diesen Aussagen werden konservative oder auch leider einige sozialdemokratische Politiker in diesem Anliegen der jungen Generation überhaupt nicht gerecht.

00:19:16: Was soll das denn jetzt wieder irgendwie alle über einen Kampf zu scheren?

00:19:20: Also die Jugend ist links, die Jugend is rechts.

00:19:22: kann man sich mal da irgendwie entscheiden worum es hier eigentlich geht?

00:19:26: und ich muss auch sagen Ich finde die Bilder von Plünderungen krass.

00:19:29: Also das ist was, was man sonst so in Europa nicht so häufig sieht.

00:19:33: Ich kenne es aus Lateinamerika so ein bisschen.

00:19:35: auch das Thema Tränengas bin ich wohl bekannt mit.

00:19:40: aber diese Bilder von Plünderung insinuieren eben auch dass es sich vornehmlich um Menschen mit der Migrationsgeschichte handelt.

00:19:47: also in diejenigen die aus diesem Louis Vuitton Store rauslaufen oder aus anderen Geschäften wird reingelesen in den deutschen Medien, vor allen Dingen am Anfang übrigens auch in den französischen Medien.

00:19:57: Das hat sich jetzt rausgestellt dass das nicht so war mit rein gelesen A klar das sind zugewanderte Personen.

00:20:03: In Frankreich hat es sich jetzt ergeben dass das Französin und Franzosen waren Vor allen Dingen Franzosen also hauptsächlich Männer übrigens und hauptächlich Erwachsene.

00:20:13: Das ist natürlich dann schwierig, weil Dobrindt spricht auch von einem bewaffneten Kampf gegen die freiheitliche Gesellschaft.

00:20:21: Für Dobrint machen Linksextremisten und Migrantinnen in Frankreich – das ist erst mal sein nach außen gerichteter Blick!

00:20:28: Die machen für ihn gemeinsame Sache gegen den Staat und gegen die Freiheit.

00:20:33: Aber ich finde schon man muss die Frage stellen geht es in diesem Reden wirklich um Frankreich?

00:20:38: Die ESZ-Journalistin Sina Schweigler schreibt dazu, ich zitiere sie hier.

00:20:51: Und ich finde es spannend einfach nur diese Diskurse übereinander zu legen und zu gucken in welche Richtung wird denn da argumentiert?

00:21:01: In Frankreich ist gerade Wahlkampf!

00:21:05: sich vor Augen zu führen.

00:21:07: In Frankreich geht es darum, ob ein extremen Linker oder ein extreme rechter Kandidat die Präsidentschaftswahlen gewinnen wird.

00:21:14: und in Frankreich ist es so dass die extreme Rechte unter Marine Le Pen schon seit einigen Jahren einen Begriff nutzt um genau auf diese Verbindung zwischen links angebliche Verbindungen zwischen linksextremen und migrantischen Milieus aufmerksam zu machen nämlich den Islamogoschisme also gauche-links und damit eine angebliche Allianz zwischen Migras und Linken irgendwie insinuiert wird.

00:21:40: Und so öffnet sich im Diskurs diese Dimension von rassistischer Islamfeindlichkeit- und antiemuslimischen Hass, und gleichsam dann auch wieder die Formel des importierten Antisemitismus – und das missachtet komplett das Antisemitism in allen Bevölkerungsgruppen viel zu weit verbreitet ist.

00:22:00: Also diese Denkrichtung, finde ich spannend.

00:22:03: was geht eben nicht nur um Adultismus es geht auch um Rassismus Es geht auch Um Islamfeindlichkeit und ja es geht doch um Fragen irgendwie wie wir Antisemitismus bekämpfen, aber das sind Vorwände die hier im deutschen Diskurs genutzt werden.

00:22:18: Und ja ich finde es unerträglich!

00:22:20: Unerträglich dass linksextreme Personen und Gruppen und vor allen Dingen gewaltbereite Gruppen, und v.a.

00:22:26: Erwachsene aus roten Gruppen bedenkt über Design ausgestorben, aber die gibt's immer noch.

00:22:31: Nun diese Proteste kapern wollen uns zur Gewalt aufrufen und nicht zuletzt Teilweise eine aus meiner Sicht hochproblematische antisemitische Perspektive auf den Israel-Palestiner Konflikt haben.

00:22:42: Ich finde es wirklich unerträglich und ich frage mich, wie man das gut lösen kann.

00:22:47: tatsächlich?

00:22:48: Durch diesen Diskurs – also ich habe noch nicht geguckt worüber heute Abend bei Maysperger gesprochen wird im Zweifelsfall ist es genau dieses Thema – will eher darauf aufmerksam machen was Nina ganz am Schluss ihres Statements gesagt hat Es geht auch um Versammlungsfreiheit Es geht um das Recht zu streiken und es geht ums Recht zu demonstrieren.

00:23:07: Diese Rechte, diese in unserer Verfassung garantierten Rechte werden gerade bedroht!

00:23:13: In Stuttgart will der Gemeinderat ein Verbot der Demonstration überprüfen lassen – in so einem vorauseilenden Gehorsam.

00:23:21: warum denn ausgerechnet dieser Protest und nicht die an jedem Wochenende stattfindende Naziaufmärsche?

00:23:31: Warum wird da mit zweierlei Maß gemessen?

00:23:34: Das klingt jetzt nach Whataboutism, das ist es aber nicht.

00:23:38: Wie kann es sein dass diese Unterscheidungen hier getroffen werden?

00:23:41: und ganz grundsätzlich du hast es auch schon gesagt Jendrik wie dürfen sich denn junge Menschen in diesem Land überhaupt noch wehren und ihrer Meinung Ausdruck verleihen?

00:23:49: nochmal ich spreche nicht von Gewalt gegen Gegenstände oder Menschen Ich spreche von friedlichen Demonstrationen und junge Menschen, die sowas gerade selbst organisieren in ihrer Freizeit auch noch nebenher.

00:24:01: Auch noch in die Verantwortung zu nehmen, dass sie die schlechten Elemente sozusagen rausfiltern!

00:24:07: Das ist ja wohl ein bisschen viel verlangt, auch angesichts der vielen anderen Demonstrationen, deren nur an die Corona-Proteste, wo die Demos angemeldet haben nicht dazu aufgerufen worden sind diese ganzen schwarzen Schafe auszusortieren Da stimmt doch was nicht, an so vielen Stellen und mir blutet das Herz wie viele lokale Gruppen gerade auf Instagram posten.

00:24:31: Hey keine Gewalt!

00:24:33: Das wollen wir wirklich nicht.

00:24:34: Wir wollen wirklich nur demonstrieren gehen.

00:24:37: Wirklich laden wird das jung Menschen auch noch auf?

00:24:41: Ich bin mir sicher Jendrik dass dieser Podcast genau das richtig ist und dass wir immer wieder den Finger in die Wunde legen müssen an dieser Stelle.

00:24:51: Aber ich bin gerade auch wirklich ernsthaft wütend besauer, dass dieser Diskurs in die Richtung galoppiert und gar nicht mit jungen Menschen gesprochen wird über das was sie wirklich bewegt.

00:25:09: Ja der Klaus ist vorhin gesagt ganz wichtig, er einundreißigster Zehnteer – nicht nur Tag der Protest- und Demonstrationen sondern auch Halloween, Reformationstag und der Geburtstag von Bud Spencer!

00:25:21: Was genau feierst du in dieser Zeit?

00:25:24: Ja, Feiern wäre zu viel gesagt.

00:25:26: Aber ich lese mir schon die Reformationsgeschichte noch mal durch und witzigerweise hat letzte Woche in dem Kurs wir haben so Theateranspiele gemacht und eine Gruppe hat die Thesen nochmal von Martin Luther an die Wand geschlagen.

00:25:36: Einerdings waren das ninety-fünf Thesen zur Eherettung zwischen Rotkäppchen und Darth Vader also so unterschiedlich.

00:25:44: Oh wow!

00:25:45: Lass für mich!

00:25:47: Ich bin mir schon bewusst dass das der entsprechende Tag ist aber Ich geh jetzt nicht unbedingt immer in die Kirche und feier das hier besonders.

00:25:54: Und ich war auch schon auf Halloween-Partys, hab auch selber welche, was ein guter Anlass ist, Leute einzuladen.

00:25:59: Aber in diesem Jahr will ich mal einen Golfturnierspiel mit Leuchtbellen im Dunkeln.

00:26:03: Geil!

00:26:04: Ja, mit leuchte Bellen und Halloween Verkleidung im Dunkeln.

00:26:06: Ich bin gespannt ob wieder alle Heile rauskommen aber hat ja bis jedes Jahr funktioniert so.

00:26:12: Und selbst für dich?

00:26:14: Ja, Halloween ist und bleibt nicht so mein Ding verkleiden.

00:26:17: Da muss ich wirklich gute Laune haben!

00:26:19: Ich stelle aber Süßigkeiten für die Nachbarskinder vor die Tür und ziehe mich zurück.

00:26:24: Das muss sein... das ist auch total fein.

00:26:26: Ich habe so viele tolle Kids in meinem Haus.

00:26:29: Ich finde sie haben Süßes verdient.

00:26:32: Aber somit gruseln dies das.

00:26:34: Na ja sind wir doch mal ehrlich?

00:26:36: Alles, was gerade auf der Welt passiert ist total gruselig.

00:26:39: Da brauche ich jetzt nicht auch noch kleine Wehrwölfe und kleine Gespenster.

00:26:43: Also ich habe mir grad die Notiz gemacht.

00:26:44: Süßes weil ich erinnere mich die letzten zwei drei Jahre standen die Kids dann immer hier... Du hast Echsel verteilt?

00:26:49: Ja!

00:26:49: Ich hatte auch immer nur so eine angebrochene Tüte Popcorn die so richtig ekelhaft trocken war und so drei Schokoriegel.

00:26:55: also diesmal muss ich da wirklich vorsorgen an der Stelle.

00:26:57: das ist sonst echt unangenehm.

00:26:59: aber weil wir uns irgendwie dachten dass euch vielleicht ähnlich Geht, haben wir euch heute mal unser Topf Fünf der Dinge mitgebracht.

00:27:07: Die uns jugendpolitisch gerade am allermeisten gruseln und ich glaube wir hätten auch mehrere aufzählen können.

00:27:13: Wir haben uns mal auf die fünf geeinigt und wir beginnen direkt mit unserem jeweiligen Platz.

00:27:17: fünf.

00:27:17: Anna was ist denn bei dir auf der fünf gelandet?

00:27:20: Auf der fünf ist bei mir gelandelt dass Jugendpolitik häufig mit Jugendbeteiligung verwechselt wird.

00:27:26: Wir sind hier ein jungen politischer Podcast das heißt wir schauen auf alle Themen Aus der Sicht der Interessen von jungen Menschen, wir tun das nicht aus.

00:27:35: Das können wir nicht, weil wir selbst bekanntermaßen nicht mehr jung sind.

00:27:39: Aber das ist was anderes als ein Jugendbeteiligungs-Podcast und es auch etwas anderes als Jugendbetteiligung.

00:27:44: Jugendbitteiligung ist ein Weg hin zu einer jugendgerechten Gesellschaft.

00:27:48: Ein Weg hin zur Jugendpolitik!

00:27:49: Und wer so tut?

00:27:50: Dass wenn man einfach nur die jungen Leute befragt und die dann was sagen und man das umsetzt, dass damit irgendwie allen Rechnung getragen sei... Der hat nicht so ganz verstanden, was der Unterschied ist.

00:28:02: Und das ist auch bisweilen ein bisschen gefährlich gerade wenn es um so Fragen von vielfältigen Perspektiven geht.

00:28:07: Davor gruselt's mich grade immer wieder gewaltig!

00:28:11: Ja bei mir ist auf Platz fünf das Thema Frühstaatrente.

00:28:13: ich will da jetzt gar nicht zu intensiv reingehen weil wir das später noch im jungen politischen Ticker haben aber finde das total relevant.

00:28:19: gruselig weil es da so viele soziale Ungleichheit einfach gibt in dieser... Das ist schon wirklich gruselig, auch die Art und Weise wie das kommuniziert wird.

00:28:27: Ich habe auch überlegt in die Top-Fünf irgendwo Friedrich Merz noch einzubauen.

00:28:31: so von wegen Gruseln und so.

00:28:32: Habe ich denn mal gelassen aber die Frühstattrente ist auf jeden Fall ein sehr verdienter Platz fünf.

00:28:38: Beim Platz vier ist auch wieder ein innerliches Thema das sind die Social Media.

00:28:43: Altersgrenzen, so.

00:28:44: diese pauschalen Verbote die da diskutiert wurden werden je nachdem wo und wie das sie einfach zu kurz greifen.

00:28:51: Und mit welchen Argumenten da teilweise um sich geworfen wird?

00:28:53: Das ist wirklich sehr gruselig!

00:28:57: Ja, davor gruselt es mich auch regelmäßig.

00:28:59: und trotzdem ich glaube ich habe es in der letzten oder vorletzten Folge mal gesagt irgendwas in mir hat jetzt auch aufgehört ein bisschen zu kämpfen.

00:29:06: also weil der Drops ist hier lutscht sagen wir auch gleich nochmal was im Ticker dazu leider Auf meinem Platz vier ist.

00:29:13: mich gruselt, dass die Bundesregierung, die bekanntermaßen aus CDU CSU und SPD besteht ihre eigene Jugendstrategie ignoriert.

00:29:22: Und es kann man sagen ja das war sicher ein Projekt der Ampel?

00:29:25: Nein nein nein!

00:29:26: Das ist was, was Angela Merkel noch höchstpersönlich unterschrieben hat.

00:29:30: Nämlich in dem Jahr vor der Pandemie, zwanzigneunzehn war das glaube ich, hat sie zu einem großen Gipfel im Bundeskanzleramt eingeladen, da wurde ihr die Jugendstrategie überreicht und man hat gesagt, dass es jetzt die Maßgabe unter der die Bundesregierung Jugendpolitik denken möchte?

00:29:44: Und irgendwie frage ich mich, in welchen Schubladen und Rundablagen das irgendwie gelandet ist oder ob's wirklich nur daran liegt, dass eben von Angela Merkel kam.

00:29:53: aber... Jetzt so zu tun, als haben wir noch nie von der Jugendstrategie gehört.

00:29:57: Die vor allen Dingen von konservativen Parteien irgendwie abgesegnet wurde... Das finde ich ganz schön gruselig!

00:30:03: Als müssten wir wieder bei Null anfangen und da sind wir auch gleich bei der Person die vermutlich mit dafür verantwortlich ist dass die Dinge die unter Angela Merkel noch passiert sind jetzt nicht mehr so gut ankommen obwohl sie aus der gleichen Partei kommen.

00:30:17: mein Platz Nummer drei ist.

00:30:20: da kommt er jetzt Friedrich Merz.

00:30:22: Ich hab Friedrich Merz auf meinen Platz drei, nicht weil ich Friedrich-Merz gruselig finde.

00:30:27: Also das findest du nicht mein Menschenbild.

00:30:29: Darum geht's mir nicht aber...ich finds grad ein bisschen witzig, aber eher grusellig dass er sich so sozusagen gerade zum Rächer der jungen Generation stilisiert.

00:30:39: Also irgendwas ist vor allen Dingen jetzt passiert in seinem Reden.

00:30:45: So seit den Wahlen im September hat es auf mehreren Veranstaltungen überbetont dass er das ja alles nur macht mit den Reformen, um künftigen Generationen Wohlstand ein gutes Leben.

00:30:57: Freiheit, die ist das irgendwie zu ermöglichen.

00:31:01: und das kommt mir ein bisschen zu plötzlich vor allem wenn man weiß wie sehr ihn sonst junge Menschen interessieren in so politischen Kontexten.

00:31:11: Und irgendwas ist da gerade anders.

00:31:12: Ich habe so einen Ausschnitt gesehen von der Verleihung des deutschen Schulpreises vor zwei, drei Wochen wo er ein paar Tränchen auf der Bühne verdrückt hat angesichts dieser wirklich tollen, tollen Schulen und deshalb finde ich nicht inkruselig weil ich glaube in ihm schlägt noch ein Herz.

00:31:29: das mögen ja einige nicht hören wollen aber dass mein Menschenbild... Aber irgendwie denke ich mir so was ist denn da gerade los?

00:31:36: Finde ich gerade eher gruselig, weil es einfach nicht konsequent ist.

00:31:40: Genau, also das war mein Friedrich Merz.

00:31:43: Ja schön dass wir den beide ihr ganz unterschiedlich auf der Liste hatten.

00:31:47: Platz drei ist für mich Wehrdienst und auch die Reserve-Dienste.

00:31:51: da haben wir schon lange drüber gesprochen an dieser Folge aber es hat schon krasse Auswirkungen auf die Selbstbestimmung und Lebensplanung der jungen Menschen die davon betroffen sind und deswegen habe ich's auch mit aufgenommen weil das schon wirklich auch teilweise zum Gruseln ist auch wie da wir uns oft gesagt über junge Menschen wenig mit jungen Leuten gesprochen wurde.

00:32:10: Es ist und bleibt schauerlich.

00:32:13: Gibt es das Wort schauerig, ist es schaurig?

00:32:15: Schaureg oder schauerlig?

00:32:18: Ungeheuerlich!

00:32:19: Da oben

00:32:20: geheuerlich.

00:32:21: Rambuzambo.

00:32:22: Ja da ist

00:32:24: er wieder.

00:32:27: Ich mache mal weiter mit meinem Platz zwei.

00:32:29: Das ein Thema das mich schon lange beschäftigt nämlich das kommunale Jugendpolitik nicht so ernst genommen wird.

00:32:36: Alle scheiden immer auf die Bundesebene, auf die Landesebene – ich meine wir machen das auch an vielen Stellen weil wir natürlich versuchen einen Überblick zu schaffen aber der Ort in dem Jugendpolitik gemacht wird und vor allen Dingen ganz konkret die Lebensbedingungen junger Menschen verbessert werden können, dass ist die Kommune!

00:32:53: Und ich merke das gerade und es ärgert mich und ich finde es gruselig einerseits wenn es um die SGB VIII-Reform geht, aber auch wenn's um so Kleinigkeiten und Verzeihung geht wie die Neubesetzung oder Neuberufung von Jugendhilfeausschüssen nach Kommunalwahlen.

00:33:08: Also ich freue mich jetzt sehr, dass ich in den kommenden Monaten mehrere Jugendhilfeausschüsse in Niedersachsen mit zu Kick-off-Workshops begleiten darf um überhaupt mal ein Verständnis dafür zu schaffen.

00:33:20: Dass das der geilste Ausschuss überhaupt ist historisch gesehen Und dass das sich total lohnt, auch bei aller Ressourcenknappheit auf kommunaler Ebene sich da einzusetzen.

00:33:33: Jendrik und dann gerade.

00:33:34: ich habe immer wieder an Leute in unseren Breiten gerade, in unseren Kreisen die sich für hochjugendpolitisch halten... ...und überhaupt nicht wissen was im Jugendhilfeausschuss ist!

00:33:44: Also gar nicht!

00:33:44: Und auch gar nicht verstehen warum es irgendwie wichtig sein sollte aus dem Jahr, also davon uns muss niemand rein.

00:33:51: Leute ganz ehrlich Das ist ein großer strategischer Fehler.

00:33:56: Wer als Jugendverband oder Jugendring zum Beispiel nicht versucht, einen Platz zu halten, wird es irgendwann bitterlich bereuen weil dann andere einfach diese Plätze eingenommen

00:34:05: haben.

00:34:06: Voll!

00:34:06: Mein Platz zwei ist tatsächlich der Bundeshaushalt seit dem Jahr für die Zeit des

00:34:11: Jahres.

00:34:13: Das geht mir schon wieder schlecht, wenn ich es nur höre.

00:34:15: Ja, aber ich sag's nochmal Bundeshaushalt, zwei Tausend, sieben und zwanzig.

00:34:19: Schauerlich!

00:34:19: Ich hab so eine leichte Gänsehaut hier so davon... Voll?

00:34:22: ...und so Geld entscheidet darüber welche Angebote oder Strukturen am Ende bestehen können.

00:34:26: Das ist ja in unserer Welt so.

00:34:30: Und deswegen gruselt es mich davor was da drinsteht, was da nicht drin steht und was da alles rauskommt.

00:34:34: Wir haben zwar an verschiedenen Stellen an der Stelle schon gesagt, aber mit dem Wort an sich ist schon grusel genug gegeben

00:34:42: Einzelplan siebzehn.

00:34:44: Ja, genau.

00:34:45: also wir werden mal sehen so wie erwarten immer von jungen Menschen über demokratisches Engagement und Co.

00:34:51: Und zeitlich müssen aber auch die Orte finanzieren an denen das eben klappt und ausprobiert wird.

00:34:56: und Das gruselt mich schon.

00:34:58: und deswegen Platz eins ist auch wieder so ein eher Technisches Wort hätte ich fast gesagt.

00:35:03: Die SGB VIII Reform, die an der Stelle unter Spardruck ist also mit der Frage welche Unterstützung bekommt ein junger Mensch wenn er sie eigentlich an der stelle braucht?

00:35:14: Also Vorrang von Infrastruktur gegenüber individuellen Hilfen und all das was ja auch schon an verschiedenen Stellen gesagt hat.

00:35:20: Das gruselt mich eigentlich am meisten weil ich habe da auch wirklich eine Art von Angst vor.

00:35:24: Was machen wir denn da eigentlich?

00:35:25: Und wer wird dann nachher sich selber sehr geruseln Weil einfach nicht mehr weiß wie er sie weiterkommen soll?

00:35:30: Ja,

00:35:31: eigentlich teile ich da einen Platz eins.

00:35:33: Aber ich würde gerne noch meinen anderen Richtung gehen mit meinem Platz eins.

00:35:37: Ich beobachte gerade wie auch unter uns in der Zivilgesellschaft, unter Verbänden, Vereinen Auch unter Bundesebenen und Landesebene innerhalb von Strukturen Der Ton echt rauer wird.

00:35:51: Also das beschäftigt mich gerade sehr, weil ich da viele Beispiele auf dem Schreibtisch liegen habe.

00:35:56: Gerade wo ich denke, warum bist, traut ihr euch dann alle so wahnsinnig?

00:36:01: Wir wollen doch alles irgendwie das gleiche und natürlich geht es um das was du grade gesagt hast.

00:36:07: Es geht auch um Finanzierungen und es müssen Strukturen irgendwie erhalten werden.

00:36:11: aber... Ich glaube, dass dadurch ganz häufig auf der Strecke bleibt wie wir als Bewegungen dann überhaupt auch alle entstanden sind.

00:36:22: Wir können nicht irgendwie Wasser predigen und Wein saufen und immer allen Leuten von gesellschaftlichem Zusammenhalt und Solidarität und Mental Health erzählen und in unseren eigenen Strukturen geraten.

00:36:38: Mitgliederversammlungen zu totalen Shit-Shows oder Neuwahlen von Vorständen sind krasser als bei der Jungen Union.

00:36:49: Diese, das auf Versammlungen irgendwie Landesverbände oder Mitgliedsverbände so massiv ihren gewählten Vertreterinnen auf Bundesebene misstrauen dass da vergessen wird, dass das auch Menschen sind.

00:37:06: Also ich kann hier nicht besonders konkret werden aber ich merke, dass... Das was an Druck unserer ganzen Gruseltopf-Five gerade auf uns liegt jugendpolitisch!

00:37:17: Auch was mit unserem Umgangston macht und es macht uns schwächer.

00:37:21: Es macht uns nicht stärker nur weil wir uns gegenseitig irgendwie versuchen aus dem Weg zu räumen Und ich weiß nicht wie man da gut rangehen kann Jendrik.

00:37:29: Aber das ist ein Effekt dass was sonst gerade alles passiert.

00:37:33: Und umso wichtiger ist, dass wir dazu in Kontakt bleiben und das auch thematisieren.

00:37:39: Voll!

00:37:39: Also das würde ich total teilen aus den eigenen Strukturen.

00:37:43: Die kann jetzt nicht konkreter werden aber ich erlebe so, dass man dünn heutiger im Ungang miteinander wird.

00:37:48: Man wird weniger Fehler verzeihen da, was bestimmte Haltungen aussagen und Taten vielleicht angeht an der Stelle auf einer Versammlung wo man sagen würde eigentlich sind wir doch gut miteinander unterwegs.

00:37:58: und was ist mit diesem Vertrauen passiert?

00:38:00: Und ich glaube Misstrauen an sich ist ein großes Wort, was leider zu viel Raum bekommt.

00:38:05: An dieser Stelle?

00:38:06: Ja und deshalb... Ich habe jetzt eine Kostümidee.

00:38:08: Falls ich nächstes Jahr zur Halloween gehen sollte, dann überlege, dann wäre ich so kreativ und gehe als SGB-Achtreform.

00:38:16: Das richtig gruselig!

00:38:18: Ich dachte, wir gehst ja jetzt Misstrau'n.

00:38:20: Nee

00:38:20: erst Misstraum das ist... Aber ich dachte gerade so, Misstraun es kann man nicht so gut darstellen aber geh mal als SGB Achtre formen.

00:38:26: Ich glaube da kann man sehr sehr kreatif werden.

00:38:29: Ja, und du bist bei jeder Party im Gespräch.

00:38:33: Und wir sind sofort erkannt!

00:38:34: Du wirst direkt erkannt ja?

00:38:36: Also wir werden es beim Instagram weiter verfolgen ob dann irgendwann das SKB Achtreform Kostüm kommt.

00:38:43: Wir sind gespannt und gruseln uns natürlich auch weiter.

00:38:54: Bei den Top five Gruseln schon angesprochen kommen wir jetzt in dem jungenpolitischen Ticker als erstes zu einer Sache, die auf den ersten Blick vielleicht ganz gut wirkt.

00:39:04: Wenn man genauer hinschaut aber doch die ein oder andere Frage aufwirft nämlich die Frühstadrente.

00:39:09: Zehn Euro im Monat vom Start klingt erstmal ganz gut für eine Rente, die für die Betroffenen noch so ungefähr sechs Jahrzehnte entfernt ist.

00:39:17: Das ist nämlich genau die Idee dieser Frühstadtränte, die der Bundestag am sechzehnten Oktober beschlossen hat und starten soll sie im Januar nächsten Jahres, sieben zwanzig zunächst für Kinder ab dem Geburtsjahrgangs weiterundzwanzig Für diesen Jahrgang rückwirkend dann für im Jahr- und vom Sechsten Geburtstag bis zur Volljährigkeit sollen monatlich zehn Euro am Kapitalmarkt angelegt werden.

00:39:39: Und Eltern können zusätzlich einzahlen!

00:39:43: Was will man damit?

00:39:44: Die Bundesregierung will damit früh Vermögen aufbauen, die Finanzkompetenz stärken – das geförderte Geld bleibt grundsätzlich bis mindestens zum sechzigsten Geburtstag gebunden.

00:39:55: Das klingt jetzt zunächst mal nach einem Startvorteil….

00:39:58: Aber die entscheidende Frage ist jetzt, für wen und wie groß ist dieser Vorteil tatsächlich?

00:40:04: Und wir schauen uns das mal an.

00:40:05: Ein erster Kritikpunkt ist die soziale Ungleichheit – alle geförderten Kinder erhalten den selben staatlichen Betrag.

00:40:12: Ihre Familien können aber sehr unterschiedlich viel dazu legen,

00:40:15: d.h.,

00:40:15: wer ohnehin Geld übrig hat kann ein deutlich größeres Vermögen aufbauen und bei Familien jeden Euro für Miete, Lebensmittel oder Schulmaterial brauchen bleibt es womöglich beim staatlichen Zuschuss.

00:40:26: Die Frühstadtrente schafft also ein gemeinsames Staatkapital, gleicht aber die ungleichen finanziellen Möglichkeiten der Eltern nicht aus.

00:40:34: Ja und dazu kommt auch noch die Frage ist welche Kinder profitieren denn insgesamt?

00:40:39: Nach dem beschlossenen Modell beginnt die Förderung mit den Geburtsjahrgangs-.

00:40:45: ältere Kinder und Jugendliche bleiben dabei außen vor.

00:40:48: Und wer heute schon zwölf oder sechzehn ist, bekommt diesen Status den Einstieg in die Altersvorsorge nicht.

00:40:53: also da entsteht eine große Lücke wenn wir auch über Rentnerreformen sprechen.

00:40:57: der Anspruch jungen Menschen bessere Startbedingungen zu ermöglichen wird damit nur für einen Teil der jungen Generation eingelöstet.

00:41:03: ich würde sagen das führt uns auch wieder ein bisschen zu dem Thema der großen Sozialproteste in Frankreich Belgien überall in Europa und vielleicht eben auch in Deutschland.

00:41:12: Aus den Jungfühlen kommt eine ganz grundsätzliche Kritik.

00:41:15: Der Deutsche Bundesjugendring hat in seiner Bewertung des Koalitionsvertrags schon betont, dass die Rentenpläne die strukturellen Gerechtigkeitsprobleme nicht lösen.

00:41:23: Er fordert eine gesetzliche Rentenversicherung, in die alle Erwerbstätigen einzahlen.

00:41:28: und hinter dieser Position steht ja vor allem auch die Frage ob wir soziale Sicherheit gemeinsam organisieren oder immer stärker davon abhängig machen wie gut einzelne Privat vorsorgen können Denn niedrige Einkommen, Arbeitslosigkeit oder eben auch unbezahlte Sorgearbeit können die Möglichkeiten zur privaten Vorsorge begrenzen.

00:41:46: Und der wunderschönen Wart auch grundsätzlich davor gesellschaftliche Risiken dadurch immer weiter auf Einzeln zu verlagern.

00:41:53: und aus dieser Perspektive kann ein Kinderdepot eine Ergänzung sein – eine solidarische Absicherung gegen Altesarmut ersetzt es aber auf keinen

00:42:00: Fall.".

00:42:01: Ja dann ist ja noch das Argument der Finanzbildung so'n... Die Pro alleine vermittelt noch kein Verständnis von Wirtschaft oder sozialer Sicherung.

00:42:09: Die Verbraucherzentrale betont, dass Informationen von Finanzanbietern unabhängige Bildungsangebote nicht ersetzen.

00:42:15: Und da möchte ich noch kurz anmerken... Ich finde das so spannend wenn man gerade durch Innenstädte läuft, dass überall auf diesen großen Screens von Wall und so weiter grade solche Finanzdienstleister sehr gezielt jugendgerechte Werbung machen oder auf TikTok und Instagram permanent solche Werbung eingespielt wird.

00:42:36: Das hat eben nichts mit Finanzbildung.

00:42:38: zu tun.

00:42:39: Junge Menschen sollten auch lernen, Kostenrisik und Verkaufsinteressen zu hinterfragen und verschiedene Formen der Altersvorsorge kritisch zu beurteilen.

00:42:47: Wir haben hier in Folge fifty-fünfzig mal zum Thema Finanzbildung Wirtschaftsbildung gesprochen nämlich über den Young Economy Tracker also gehört da auch gerne nochmal rein.

00:42:57: unsere jugendpolitische Frage bleibt daher wie gerecht ist denn so eine Förderung wenn ältere Jugendliche leer ausgehen?

00:43:02: Und die Höhe des späteren Polsters weiterhin super stark vom Elternhaus abhängt?

00:43:07: Frisch sparen ist super.

00:43:09: Die Deutschen lieben es zu sparen, muss man sich aber eben auch leisten können.

00:43:13: Politisch muss ich die Frühstattrenter aber auch das habe daran messen lassen, welchen Beitrag sie zur sozialen Sicherheit gerade derjenigen leistet, die selbst kaum Geld zurücklegen können am allerwenigsten in diesen Zeiten.

00:43:29: Jendrik klingt nach einer Fangfrage?

00:43:31: Ist aber keine!

00:43:32: Was isst ein Kinder- und

00:43:33: Jugendparlament?!

00:43:34: Ich würde sagen, dass ein Kinder- und Jugendparlament eine gewählte Interessenvertretung junger Menschen ist in der Stadt oder in einer Gemeinde wo die Mitglieder anliegen sammeln von Kindern und Jugendlichen.

00:43:43: Und sie dann gegenüber Politik und Verwaltung einbringen.

00:43:46: so irgendwie Busverbindungen Der Bus fährt zu wenig oder nicht mehr nachts So Freizeitangeboten Schulen öffentliche Treffpunkte Die beraten das dann gemeinsam entwickeln Vorschläge und stellen dann auch teilweise Anträge Ist natürlich immer unterschiedlich von Ort zu Ort Wo Sie mitentscheiden können.

00:44:01: aber so grundsätzlich junge Menschen vertreten ihre Interessen gegenüber Politik und Verwaltung.

00:44:06: Ja, das ist schon mal so weit richtig würde ich sagen.

00:44:09: Das hat keine Fangfrage aber trotzdem also du bist voll in der Materie Aber fragt mal irgendwie auf kommunaler Ebene so rum Denn Kinder- und Jugendparlament da verstehen alle was anderes drunter.

00:44:20: Also gibt es so viele Vorstellungen Projekzionen Was so ein Kinder-und Jugendparlament ist.

00:44:25: wie Du gesagt hast manche sind gewählt Manche sind aber auch berufen manche Sind offen für alle manche nicht.

00:44:31: Dennoch sind diese Gremien der Jugendselbstvertretung im Trend und das finden wir auch erst mal gut so.

00:44:36: Aber weil der Begriff Kinder- und Jugendparlament nicht geschützt ist, es ist auch echt schwer die Vielfalt von Jugendselbsvertretungen auf kommunaler Ebene seriös zu betrachten und zu beforschen und herauszufinden wie sie sich zusammensetzen, wie sie arbeiten welche Ressourcen ihnen zur Verfügung gestellt werden.

00:44:53: und vor allem am allerwichtigsten finde ich, welche Entscheidungsmacht haben Sie denn überhaupt?

00:44:59: Und die einzigen Quellen für Daten zu Kindern und Jugendparlamenten kamen bisher unter anderem aus einer Studie von den Professoren im Unruhrstand, Waldemar Stange und Roland Roth in Auftritt gegeben vom Deutschen Kinderhilfswerk.

00:45:09: Die gerade auch an einer zweiten aktualisierten Studie sitzen und dafür Befragungen durchführen.

00:45:15: Jetzt gibt es aber einen neuen Forschungsansatz und der kommt von einem jungen Politikwissenschaftler, der selbst zum einen aus der Jugendbeteiligung kommt.

00:45:22: Vor wenigen Wochen noch sehr erfolgreich in seiner Heimatstadt in den Stadtrat und in den Kreister gewählt wurde und zum anderen sich eine besonders wichtige Frage gestellt hat – wie kann man zu Kindern-Jugendparlamenten mit CHIOPAS zusammenforschen?

00:45:36: Ja, für seine Doktorarbeit die ich übrigens extern so ein bisschen mit begleiten darf.

00:45:42: Ganz toll hat Sebastian Bech in mehreren Workshops gemeinsam Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen hessischen Kinder- und Jugendparlamenten einen sehr umfassenden Fragebogen entwickelt, der nun an Fachkräfte, an die QPASS begleiten.

00:45:58: Das gibt es ja meistens bei der Kommune aber es gibt auch ein paar freie Träger, die Q-Pass begleitet.

00:46:04: Also an die kann so ein Fragebogengehen, der Fragebogan kann gehen an Verantwortliche in der kommunalen Verwaltung, aber auch an Kinder und Jugendliche selbst und alles mit dem Ziel, so partizipativ wie möglich herauszufinden.

00:46:16: funktionieren Kinder- und Jugendparlamente in der Praxis.

00:46:19: Was gelingt gut?

00:46:20: Und wo gibt es Herausforderungen?

00:46:22: Ich muss sagen, ich bin deshalb von dem Projekt auch so überzeugt, weil das mit jungen Menschen forschen ein ganz zentraler Zugang ist um bessere Auskünfte zu bekommen und vor allen Dingen dass eine junge Person mit einem politikwissenschaftlichen Profil dazu forscht.

00:46:38: Das fehlt uns tatsächlich noch!

00:46:41: Ja und weil wir genau das wichtig finden, dass junge Wissenschaftlerinnen unterstützt werden.

00:46:45: Weil wir participative Forschung gutfinden und weil selbst endlich ja auch mehr Daten über Kinder- und Jugendparlamente sehen wollen um Missverständnisse auszuräumen oder deren Wirksamkeit möchte wie euch dazu einladen den bzw die Fragebögen auszufüllen beziehungsweise einfach weiter zu verbreiten damit so viele Daten wie möglich zusammenkommen.

00:47:03: Sebastian Mech hat dazu jede Menge Material zusammengestellt zum Beispiel Muster anschreiben und Co.

00:47:09: Und wir verlinken in Show-Nauts auf die digitalen Umfragen, und auch Kontaktmöglichkeiten mit ihr.

00:47:17: Wir beginnen diese Tickermeldung mit einer kurzen Content Note.

00:47:22: In den nächsten etwa vier Minuten sprechen wir über sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen.

00:47:26: Wenn das Thema für dich schwierig ist dann überspringen diesen Part gerne oder hör ihn nicht alleine.

00:47:32: In Folge forty-two haben wir mit Kerstin Meller über das Thema Prävention sexualisierter Gewalt in der Jugendarbeit gesprochen.

00:47:38: Hört wirklich gerne nochmal rein, das ist ein wirklich gutes Gespräch und wie ihr wisst liegt uns das Thema sehr am Herzen!

00:47:45: Und während in der Jugendarbeit sich gerade sehr viel verbessert hat und immer noch verbessert, Gesetze geändert wurden, Schulungen verpflichtend wurden für Ehren- und hauptömpliche Führungszeugnisse geprüft werden.

00:47:54: Schutzkonzepte an vielen Stellen nahezu selbstverständlich sind – und haben wir auch schon drüber berichtet – die Aufarbeitung von zurückliegenden Fällen betreibt und trotzdem noch richtig viel zu tun ist, bleibt ausgerechnet der Ort, an dem Kinder und Jugendliche die meiste Zeit ihres Tages verbringen — Die Schule!

00:48:11: Und die bietet aufgrund verschiedener Merkmale von missbrauchsbegünstigen System alles andere als ein Schutzraum für junge Menschen.

00:48:19: Ende twenty-fünfundzwanzig erschien im Auftrag der unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch vom Kinder und Jugendlichen, habt ihr vielleicht mal gehört UBSKM kurz, und einer dort angesiedelten Aufarbeitungskommission eine Fallstudie, die deutlich machte neben dem Klassenzimmer der Sport- und der Schwimmhalle den Vorbereitungsräumen für den Fachunterricht gehörten Räume rund um Klassenfahrt beziehungsweise Schulausflüge ebenso wie Schulwege zum Tatort, die Täter zu neunzig Prozent männliche Lehrer.

00:48:51: Auch die Wohnung und das Auto der Lehrkraft waren Tatort insbesondere während sexualisierte Gewalt als vermeintlich romantische Beziehung einer Lehrkraft mit älteren Schülerinnen und Schülern verübt wurde.

00:49:01: Aber ganz ähnlich wie in den großen christlichen Kirchen oder auch im organisierten Sport herrscht Schweigen, Scham und Angst.

00:49:09: Und dazu kommt noch, von Bundesland zu Bundesland, vom Regierungspräsidium zur Regierungspreisidium sind die Regeln und die Praxis ganz unterschiedlich!

00:49:17: Es wird immer noch viel vertuscht oder aber auch die Verantwortlichkeiten hin- und hergeschoben.

00:49:23: Obwohl ich tief drin bin im Thema muss ich gestehen Ich war mir der Komplexität um das Ausmaß des sexualisierten Gewalt im Rahmen von Schule nicht bewusst und vor allem der Tatsache nicht bewusst wie krass Lehrerinnen als TäterInnen vom Beamtenrecht geschützt werden, bis ich dann eine Podcast-Serie gehört habe bei der ich ... Ich erinnere mich.

00:49:47: Ich hab die in der Küche gehört während ich irgendwie gekocht und aufgeräumt hab.

00:49:51: Und ich hab vor Wut geheult!

00:49:54: Weil da werden Dinge geschildert wo ich dachte das darf doch alles überhaupt gar nicht wahr sein.

00:50:02: aber es ist wahr.

00:50:03: Die Lieblingsschülerin, ausgezeichnet mit dem deutschen Radiopreis twenty-sixundzwanzig als beste Reportage beleuchtet in fünf Teilen und inzwischen auch zwei Bonusteilen emotionalen und sexuellen Missbrauch an Schulen.

00:50:16: Und fragt nach den strukturellen Problemen im Bildungssystem, indem er drei Schülerinnen folgt die jeweils eben damals als Schülerinnen von ihren Lehrern missbraucht wurden.

00:50:26: Und jetzt ist eine Dokumentation erschienen, die in der ZDF-Mediathek zu sehen ist und die wir euch ebenso wie den Podcast sehr ans Herz legen möchten.

00:50:35: Tatortschule missbraucht durch den Lehrer so ist der Titel.

00:50:38: Die ist sehr sehenswert diese Doku nicht nur weil deutlich wird, wie tief in dieses Zwangssystem Schule sexualisierte Gewalt und der Schutz der Täter eingeschrieben sondern auch, weil hier die Betroffenen zu Wort kommen.

00:50:51: Alle samt junge Frauen, denen in ihrer Schulzeit zu wenige Erwachsende oder gar keine Erwachsenen Glaubengeschenkt haben und ich finde das klingt so platt wenn ich das sage, also unglaublich mutig sich da mit dem Gesicht hinzustellen und dass sozusagen... Trotzdem glaube ich, dass wir als Jugendarbeitsbubble überhaupt gar keinen Grund haben hier überheblich zu werden und zu sagen das wir da der Schule weit voraus sind.

00:51:16: Und deshalb die Hände in den Schoß legen können.

00:51:18: im Gegenteil!

00:51:20: Wir empfehlen euch die Beschäftigung mit diesem Thema um noch bessere Erleis für Kinder- und Jugendliche zu werden.

00:51:26: Und die Kooperation mit Schule, die wir aufgrund von Ganztag und Coe ja sowieso nicht herumzukommen scheinen, dass wird das dazu nutzen gemeinsam dafür zu sorgen.

00:51:35: Jugendhilfe und Schule zusammen... ein sicherer Ort für alle jungen Menschen wird.

00:51:41: Wir packen euch die Links zur Podcast-Reihe, als auch zur Dokumentation in die Show Notes und gibt uns gerne Rückmeldung was ihr darüber so denkt!

00:51:53: Es gibt Neues aus der Internetecke dieses Podcasts.

00:51:56: am vierzehnten Oktober hat die Bundesregierung also das Bundeskabinett einen zwölf Punkte umfassendes Eckpunkt und Papier für den besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet beschlossen.

00:52:06: Das Papier übersetzt die Ergebnisse aus der Expertin-Kommission Kinder und Jugendschutz in der digitalen Welt, in politische Maßgaben bzw.

00:52:14: Maßnahmen, denn die Kommission hat ja erst mal nur ein Handlungsempfehlung rausgegeben, die wiederum an verschiedenen Stellen im Politik-, Verwaltung, im Bund oder in den Ländern, in Gesetze oder Regelungen gegossen werden müsste und teilweise parlamentarische Prozesse erst noch durchlaufen müssen.

00:52:29: Und der Plan umfasst zum Beispiel das Bekenntnis der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene für ein Social Media Verbot für Kinder unter dreizehn Jahren einzusetzen.

00:52:38: Solange es sich umgesetzt ist wird die Bundesregierung eine nationale Übergangsregelung schaffen heißt es im Papier und dabei soll es neben dem Verbot von Kindern unter dreizehn abgestufte Beschränkungen für Jugendliche zwischen dreizehnt und achtzehn Jahre geben.

00:52:52: Und außerdem beschloss das Kabinett eine bundesweite Informations- und Sensibilisierungskampagne die die Gefahren digitaler Medien aufzeigen und Unterstützungsangebote verbreiten soll.

00:53:03: Ja, Kampagne klingt immer super ne?

00:53:05: Ich meine klar ich sehe ein Plakat und dann denke ich mir ja genau so mache ich's Entschuldigung!

00:53:11: Wo ich nicht so kastisch werde, ist das Thema soll auch in unser aller Lieblingssozial-Gesetzbuch verankert werden im SGB VIII.

00:53:17: In Form der Betonung dass die Kinder und Jugendhilfe noch stärker auf die digitale Lebenswelt junger Menschen ausgerichtet werden sollen.

00:53:23: Das würde ich sagen, das ist eine gute Sache.

00:53:25: Wer es sich jetzt schon grundsätzlich daraus gelesen hat versteht es dann ein bisschen besser.

00:53:30: Und das KI Seepferdchen Soll nun wirklich kommen?

00:53:34: Und zugleich will sich die Bundesregierung für den Ausbau und die Weiterentwicklung kindgerechter Online-Angebote einsetzen.

00:53:40: Das wird da ganz häufig vernachlässig, dass Kinder ein Recht haben auf kindgerechte Websites zum Beispiel oder Suchmaschinen.

00:53:46: vielleicht kennt ihr seitenstark oder fragfinn.

00:53:49: Es wurde ganz lange so ein bisschen stiefmütterlich behandelt.

00:53:51: Da wurden auch Projekte leider von der Bundesregierung eingestampft, die da sehr gut waren in den vergangenen Jahren blinde Kuh

00:53:56: z.B.,

00:53:57: aber da hat das wieder zu stärken, das ist unterstützenswert!

00:54:01: Die Bundesregierung kann es aber nicht alles alleine.

00:54:04: Sie muss auch mit den Ländern zusammenarbeiten, zum Beispiel bei ihrem Vorhaben der Einrichtung einer sogenannten Kinder-Online-Wache beziehungsweise der Einrichten von kindgerecht bestalteten Varianten der bereits bestehenden Onlinewachen der Länder.

00:54:17: und das sage ich jetzt als Nutzerin eine dieser Online-Wachen.

00:54:20: Sorry!

00:54:21: Aber auch die Version Verwachsene hier in Berlin ist alles andere als irgendwie userinnenfreundlich.

00:54:28: Also da könnte man auch mal an der Erwachsenen-Version was tun, weil ich finde es verwirrend und ich habe promoviert und kenne mich mit Formularen aus.

00:54:36: Vielleicht ist das ja ein Anlaster insgesamt über Barriereabbau zu sprechen!

00:54:41: Ja und in diesem Papier stehen noch viele andere schöne Dinge, so die üblichen Worthösen aller.

00:54:46: Die Plattformen müssen in die Verantwortung genommen werden

00:54:48: usw.,

00:54:49: aber naja also Papier ist sehr geduldig!

00:54:52: Unsere Haltung zum Thema Altersgrenzen haben wir schon mehrfach in diesen Podcast dargelegt.

00:54:57: ihr könnt sie gerne nachhören.

00:54:58: Wir halten damit nicht hinter den Berg Und wir sind damit auch nach wie vor nicht alleine denn es gibt weiterhin viele kritische Stimmen Und auch wenn grundsätzlich diese Schritte der Bundesregierung zu begrüßen sind, die eben in diesem Eckpunktepapier skizziert werden.

00:55:12: Skizze ist wirklich... Also es geht nicht so sehr in die Tiefe!

00:55:16: So bleibt die Frage – die wichtigste Frage?

00:55:18: Wer soll denn das alles bezahlen und wann und wie und von wem und woher wird da Geld zur Verfügung gestellt zum Beispiel um in der Kinder- und Jugendhilfe diesen Auftrag besser

00:55:29: umzusetzen?!

00:55:30: Ah, halt!

00:55:32: Das sind wir direkt beim nächsten Thema.

00:55:37: Ja, das liebe Geld.

00:55:39: Das Ende des Jahres nähert sich in Schnellschritten und so auch das Ende vieler Projekte!

00:55:44: die über öffentliche Fördertöpfe oder Stiftungen finanziert sind, weil Förderzeiträume enden, weil Neu- oder Wiederbewilligungen ausstehen.

00:55:51: Oder weil insgesamt auch unklar ist, wo überhauptes Geld herkommen soll – da sind wir nämlich gleich beim Thema!

00:55:57: Alle, die gerade auf eine Zusage im Interessenbekundungsverfahren von Demokratie leben warten können sehr trauriges Liedchen davon singen was es heißt sich profilaktisch erst mal Arbeit suchen zu melden, weil einfach nicht klar ist ob und wann es weitergeht.

00:56:09: also wir reden nur vom Stufe eins im Interessentbekundungsverfahren.

00:56:13: Dass da irgendwann mal Bewilligungsbescheide kommen, hat der das Ministerium noch großzügig angekündigt.

00:56:17: Ja ja, das klappt alles vor Weihnachten!

00:56:20: Man hört also Stimmen die sagen März-April wenn es gut läuft.

00:56:24: Ja, phänomenal sind also erstmal ein paar Leute... paar Monate arbeitslos und warten dann drauf, dass die Bewilligung kommt oder nicht.

00:56:32: Aber es geht eben nicht nur um Arbeitsverträge sondern auch um den Wissenstransfer, um Stabilität, um Verlässlichkeit – auch für Kinder und Jugendliche dann wiederum – und auch darum, dass gut laufende Projekte verstetigt werden und um diese Demokratiebildung, die sich die Politik doch immer wünscht!

00:56:49: Und in der letzten Podcast-Folge haben wir darüber berichtet, was passiert wenn einem Träger wie dem queeren Jugendnetzwerk Lambda plötzlich die Förderung wegbricht.

00:56:56: Obwohl sie erfolgreich sind viele jungen Menschen erreichen und am Puls der Zeit sind mit genau ihren Angeboten.

00:57:02: Nun ruft auch ein anderes Projekt Öffentlichkeit um Hilfe die TINCON.

00:57:06: Die TeenCon ist eine Konferenz für Jugendliche, junge Erwachsene die sich rund um das Thema digitale Jugendkultur dreht.

00:57:12: in Vorträgen Diskussionen und Workshops beschäftigen sich.

00:57:16: Treizehn bis fünfzehntzigjährige Besucherinnen-Besuchern mit Themen wie Digitalisierung Gesellschaft Politik Umweltschutz Lifestyle Und BundesjugendministerInnen und andere PolitikerInnen reißen sich um die Teilnahme weil sie dort in der Anführungszeit echte Jugendliche erreicht live und Weil die TeenCon einfach auch sehr cool ist Berlin an, und inzwischen findet sie auch in anderen Städten wie Hamburg, Düsseldorf oder Leipzig im Rahmen der Buchmesse dann statt.

00:57:44: Hauptförderer sind das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Kinder- und Jugendplanses Bundes die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe und das Medienbord Berlin Brandenburg.

00:57:57: Und außerdem wurde die Tingkorn bis dahin von Stiftungen und einzelnen Medepartnern unterstützt Und es gibt von Beginn an einen Jugendbeirat, der maßgeblich das Festival seiner Ausrichtung und seine Inhalte mitbestimmt.

00:58:09: Ja vorige Woche hat also das Team der Tinkon die von den beiden Mitbegründerinnen der Republikar, die euch vielleicht ein Begriff ist, mitgegrundet wurde.

00:58:19: Johnny and Tanya Häusler, die haben das damals erfunden und ich war auch mal ganz am Anfang des Projektes zwei tausendsechzehn mit an Bord.

00:58:26: Also die haben bekannt gegeben dass sie Tinkons deutlich in Gefahr ist und stand jetzt nächstes Jahr, zwanzig, siebenundzwanzig nicht mehr stattfinden können wird.

00:58:34: Während das Festival in den vergangenen zehn Jahren über fünfzigtausend junge Menschen erreicht hat die oftmals übrigens von anderen Formaten digitaler politischer Bildung nicht erreicht werden so ehrlich muss man das glaube ich auch sehen.

00:58:49: Also, so ziemlich jeden Content-Creator mit diesen jungen Menschen in Kontakt gebracht hat.

00:58:54: Na ja bei denen gibt es jetzt eine Finanzierungslücke von derzeit rund siebzig tausend Euro.

00:58:59: Aus dem BMW FSJ gibt's noch keine Zusage zur Weiterfinanzierung.

00:59:03: also auch die warten.

00:59:04: und auch wenn die Zeichen wohl gar nicht so schlecht stehen wollen wir mit den Beispielen der Tinkon erneut weil wieder schon wieder auf was Aufmerksam machen das zu groß ist um es in unserer Halloween Top five zu schaffen.

00:59:17: Achtung, ich rede mich jetzt ein wenig in Rage.

00:59:20: Wie zur Hölle kann es sein dass derzeit einen Großteil der Akteure im Bereich politische Bildung Jugendarbeiter oder Jugendhilfe zum Ende diesen Jahres damit rechnen muss Leute zu entlasten Stellenanteile zu reduzieren Projekte zu verkleinern komplett einzustellen und damit die jahrelange Arbeit Erfahrung und Erkenntnisse in die Tonne kloppen soll wo doch Absolut klar ist, dass wir mehr Demokratie brauchen.

00:59:54: Das brauchen wir und mehr Demokratiefildung brauchen!

00:59:56: Ich versuche immer noch so ruhig zu bleiben obwohl es in mir brodelt ich hoffe man merkt das weil mich das wirklich

01:00:02: macht

01:00:03: die Erzählung mancher PolitikerInnen oder auch Mitarbeiterinnen aus Bundesministerien dass sie einseitig linke, narrative oder privilegierte Gruppen bedienen würden.

01:00:14: Also Projekte der Demokratiebildung – oder noch schlimmer!

01:00:19: Dass diese Projekten alle nicht erfolgreich gewesen seien, denn sonst wäre die AfD ja nicht so groß.

01:00:25: Das ist gelindegesagt, wo denn los?

01:00:30: Ob Lampta, die Tinkon Jugendhakt, die Amadeo Antonio Stiftung.

01:00:35: Die Jugendpolitik Tage der jungen Presse Deutschland, die übrigens auch nicht mehr stattfinden werden oder Projekte auf Landes- und kommunale Ebene wo ja auch gespart und gestrichen wird ohne Ende.

01:00:46: Diese Unsicherheit sorgt nicht nur für den Verlust von wertvollem Wissen, sondern bringt Akteure auch dazu.

01:00:52: Sich gar nicht mehr – ich habe es gerade in der Top-Fünf gesagt – sich als Kooperationspartnerinnen zu verstehen, sondern als Konkurrenz und das in der Zeit, in der wir uns eigentlich viel stärker unterhaken müssten!

01:01:03: Und diese Situation sorgt für echte Existenzängste unter hochqualifizierten Fachkräften die teilweise seit Jahren ununter.

01:01:12: Also gar nicht so freundlichen, eher unter schwersten Bedingungen komplexe Projekte managen.

01:01:17: So Multi-Stakeholderprojekte auf befristeten Verträgen und mit Gehältern die trotz Inflation seit Jahren nicht gestiegen sind!

01:01:25: Wenn also mal wieder Friedrich Merz oder auch Lars Klingbein geschenken sich da nichts von den ehrlich arbeitenden Menschen sprechen?

01:01:34: Da sollten wir uns fragen... Ob damit auch diejenigen gemeint sind, die sich ein Bein dafür ausreißen.

01:01:41: Dass Kinder jugendlich und jung erwachsen und um die geht's im Endeffekt!

01:01:45: Dass die in positives Verhältnis zu dieser Demokratie entwickeln und sich mit der Gesellschaft identifizieren, die gerade wenig dafür tut diese Erfahrungsräume zu erhalten und auch noch Versammlungs- und Demonstrationsrechte einschränken will für genau diese Gruppe.

01:02:00: Und nicht zuletzt, wie sollen diese Fachkräfte oder auch die involvierten Ehrenamtlichen denn die darf man da auch nicht vergessen?

01:02:07: Wie sollen die in positives Verhältnis zur Demokratie beibehalten und gegenüber anderen kinderjugendlichen jungen Erwachsenen aber auch allen anderen Akteuren mit denen sich zu tun haben.

01:02:15: Wie sollen sie sagen ja ich stehe dazu Ich halte das für eine gute Angelegenheit mit dieser Demokratie angesichts der Tatsache dass Sie ab ersten Januar erst mal in die Röhre schauen oder vielleicht mit erspartem Die paar Monate über Brücken bis vielleicht ein Bewilligungsbescheid kommt

01:02:30: Vollkommen zu Recht der Rent, übrigens an dieser Stelle.

01:02:35: Vielen Dank dafür!

01:02:35: An dieser Stelle rent beendet.

01:02:37: falls ihr in einem Projekt tätig seid dem es ähnlich geht wie dorthin kann meldet euch bei uns erzählt uns davon wie's euch mit diese Unsicherheit geht und seid ich vor allem sicher wir stehen an eurer Seite.

01:02:52: Zum Ende unseres jugendpolitischen Tickets erinnern wir nochmal kurz daran, dass ihr noch bis zum fünftzehnt November beim Call for Participation für den Bundeskongress Kinder und Jugend dabei in Hannova mitmachen könnt.

01:03:05: Denn die Einrechnungsfrist wurde verlängert!

01:03:07: Das ist ein gutes Zeichen dafür das man auch auf genau deine auf eure Einreichung wartet.

01:03:12: Und wenn ihr denkt, dass da nur die ganz großen jetzt was vorstellen dürfen, dass mein Angebot dafür gar nicht reicht, falsch gedacht.

01:03:18: der bundeskongres ist dazu da, dass alle von allen lernen und das bedeutet, dass alle Einrechnungen, die einen Beitrag zum Thema Kinder- und Jugendarbeit leisten wichtig sind.

01:03:27: Egal ob aus der Praxis vor Ort von einer koordinierenden Stelle auf regionale oder auf landesebene von einem bundesweit tätigen Akteur, von einem öffentlichen oder freien Träger oder auch aus der

01:03:36: Wissenschaft.".

01:03:38: Und wir sind auch da!

01:03:39: Das dürfen wir nicht vergessen – Wir sind in einem Zirkuszelt mit einer Live-Podcastaufnahme.

01:03:48: Das mit dem Tanz schauen wir mal.

01:03:50: Ja, das haben Musik auf jeden Fall aber ja ich habe mich mir hier nicht zu viel verspricht.

01:03:54: Ich tanze vor du machst die Musik dazu!

01:03:56: Wir sind einfach das perfekte Podcast-Team.

01:03:59: In jedem fall unter bundeskongress-kjda.de könnt ihr eure Vorschläge einreichen ob für die Gestaltung mit sechzig oder neunzig Minuten so sind die Slots irgendwie aufgeteilt oder für den Markt der Möglichkeiten.

01:04:09: Das ist sehr auch immer sünder um sich und das eigene Material und die eigenen Aktivitäten zu präsentieren.

01:04:18: natürlich im Podcastpicker irgendwie findet, aber auch zentral unter tinyurl.com-berufsjugendlich.

01:04:37: Auf in die Schlusskurve!

01:04:39: Wir blicken auf die nächsten vierzehn Tage.

01:04:41: der November steht schon ganz bald an.

01:04:43: nachdem wir uns alle gegruselt haben Anna, wirst du dich dann auch geruseln?

01:04:47: oder sind auch schöne Termine dabei?

01:04:49: Es sind nur schöne Tenen dabei.

01:04:51: In der Stunde fahre ich nach Frankfurt am Main, da moderiere ich eine Veranstaltung morgen.

01:04:56: Ich mache einen Workshop in Erfurt und ein Workshop in Düsseldorf, halte eine Keynote in den Kreis Brunner.

01:05:02: Ich moderiere was im Magdeburg bei den Kolleginnen vom Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt.

01:05:06: Liebe Grüße!

01:05:07: Da freue ich mich schon total drauf.

01:05:12: Also das klingt jetzt alles so gruselig, weil Leute immer sagen du bist immer so viel unterwegs.

01:05:15: Ich denke Klasse oder?

01:05:17: Wie cool ist es eigentlich überall unterwegs zu sein und viele Menschen zu treffen und viel Neues dazu zu lernen.

01:05:24: Und ich mach mal wieder Bahnkilometer klingt für viele noch gruselliger.

01:05:29: Aber ich komm klar wie's ist bei dir?

01:05:32: Die Top Fünf der Gruseligen sind Bahnenmomente die hatten aber da reichen fünf auch wirklich nicht Top denn, das müssen wir uns mal irgendwann wenn wir über Mobilität oder so nochmal was machen.

01:05:41: dann können wir darüber sprechen.

01:05:42: Ich habe jetzt eine Woche frei.

01:05:43: ich muss vor allem erstmal das Auto ausladen und ich hab einfach alles reingeballert am Ende des Kurses die ganzen bunte Tücher Stifte irgendwelche Pinnadeln.

01:05:51: Ah bunte

01:05:51: tücher für

01:05:53: ne schöne Mitte?

01:05:54: Ja für n schöne Mitte und natürlich für so ein Tisch wo da noch so nen Kreuz draufstehen kann und wo es da beleuchtet ist.

01:05:58: und zur Strahle also wirklich so'n Potpourri in diesem Auto.

01:06:01: jetzt und dass muss ich...ich bin immer wie weißt du mit dir das auch so geht zu faul.

01:06:05: am ende eines Kursens ist da schon alles zu sortieren.

01:06:07: Deswegen nämlich drei große Kisten, weil da ist alles rein und sortiert das dann erst zu Hause.

01:06:12: Aber es auch jede Person anders.

01:06:15: Ich musste sofort aufräumen.

01:06:18: Ich habe dann auch immer meinen Koffer, ich sortiere das dann immer alles damit ich gleich checke vor dem nächsten Tablin welche Stifte leer sind

01:06:25: usw.,

01:06:26: weil ich nichts mehr hasse als irgendwo anzukommen um zu denken.

01:06:29: Shit!

01:06:30: Das passiert ja nicht, wenn du das zu Hause machst.

01:06:31: Also das ist unterschiedlich.

01:06:34: Auf jeden Fall lad ich das Auto aus und habe dann eine Woche frei und werde mal meine Familie im Münsterland besuchen, ein bisschen einmal im Land Urlaub machen aber Essen natürlich auch genießen weil es nach wie vor eine sehr schöne Stadt und danach eine Standardwoche hätte ich bald gesagt Gremiensitzung dieses Besprechungen Vorstand und so... Ich freue mich drauf!

01:06:52: Es macht Spaß!

01:06:53: Aber eine Woche Erholung tut jetzt bestimmt auch gut.

01:06:56: Ja, das kann ich mir total gut vorstellen.

01:06:58: Ich hab auch ein bisschen Sorge, dass sich die Erholung von vergangener Woche nicht ganz aufrechterhalten kann ... Aber das gehört ja auch zum Spiel dazu, noch mal so Sput zu holen bis Weihnachten?

01:07:07: Klar!

01:07:08: Das gehört auch etwas zum jugendpolitischen Herbst und dann Winter dazu.

01:07:12: Unsere nächste Podcast-Folge erscheint am neunten November.

01:07:17: Wie immer auf

01:07:18: allen Podcastplattformen

01:07:20: eurer Wahl Spotify,

01:07:22: Apple

01:07:22: Podcasts und Hohe kommt gerne auch noch in unseren WhatsApp-Kanal, wo wir immer wieder versuchen Neuigkeiten zu verbreiten und vor allen Dingen, wo ihr frühzeitig noch vorausscheinender Folge darüber informiert werdet, worum es eigentlich in der Folge geht.

01:07:36: Also kommt gerne unser WhatsApp-Channel berufsjugendlich.

01:07:39: da findet er uns, erfindet uns auf Instagram unter etrjandrikundetmedienpunktpolitik.partizipation Und hoffentlich dann auch sag ich mal zu denjenigen die ich die kommenden zwei Wochen treffe Bis dahin.

01:07:53: Passt gut auf euch auf, gruselt euch nicht allzu sehr und wir hören voneinander!

01:08:16: Und wir freuen uns über eure Abos und Bewertungen auf Spotify, Apple, Podgy, Deezer – und überall dort wo es Podcast gibt.

01:08:30: Alle vierzehn Tage gibt's eine neue

01:08:40: Folge!

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