Folge 60: SGB VIII: Zwischen Teilhabe und Taschenrechner

Shownotes

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Instagram Dr. Anna Grebe: @medien.politik.partizipation

Instagram Jendrik Peters: @airjendrik

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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu Folge Sechzig, das Podcast Berufsjugendlich.

00:00:04: Wir sind Jendrik Peters und Anna Grebe und wir berichten alle zwei Wochen über das was Jugendpolitisch in Deutschland los ist und wie man eine starke Verbündete oder ein starker Verbündeter für die Interessen von Kindern und Jugendlichen werden kann.

00:00:16: In unserer heutigen Folge werden wir unserem eigenen Serviceanspruch gerecht und schauen uns mal genauer an was es mit diesem geleagten Arbeitspapier aus dem Bundeskanzleramt zu den Sparplänen der Kinder- und Jugendhilfe auf sich hat Und dafür haben wir einen sehr spannenden Interviewgast eingeladen.

00:00:31: Außerdem stellen bei euch im jugendpolitischen Ticker vor, was in den Koalitionsverträgen Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg für junge Menschen zu lesen ist!

00:00:39: Wir präsentieren euch das brandneue berufende Bundesjugend puratorium und fragen uns,

00:00:44: welche Hymne würden

00:00:45: wir singen wollen wenn wir in Bayern zur Schule gehen müssten?

00:00:52: Jendrik jetzt sind wir schon im Mai angekommen.

00:00:54: Was war bei dir in den vergangenen vierzehn Tagen so los?

00:00:57: Ja, ich komme frisch von einer Vorstandsklausur eines Urban-Mitgliedsverbänden.

00:01:00: So ein schön klassisches jugendverbandliches Wochenende mit Geschäftsordnungsanträgen und Beschlüssen, die man fast mit Beratungen, mit langen Abenden, mit vielen Diskussionen, also das was wir ja alle und viele von den Hörerinnen hier auch bestimmt lieben haben uns damit aktuell einen jungenpolitischen Themen beschäftigt.

00:01:16: und mit Satzungsfragen.

00:01:18: wie kann man... Hurra!

00:01:19: Hurra,

00:01:20: hurra!

00:01:22: Ja, aber es war tatsächlich ganz cool.

00:01:25: Also da war ein guter Weib drin, weil das ja auch dafür sorgt dass noch mehr Beteiligung da sein kann und wie man noch mehr auch Ehrenamtliche da mit reinbeziehen kann.

00:01:33: Das war ziemlich cool!

00:01:34: Und ich möchte an dieser Stelle eine ganz treue Hörerin grüßen Isabel Weber aus Döhm für die Grünen dort im Rad.

00:01:41: Wir haben es getroffen oder ausgetauscht?

00:01:42: Das war sehr cool und sie ist ein großer Fan.

00:01:45: Schöne Grüße.

00:01:46: Wie war's?

00:01:46: Liebe Grüße Genau, wie war es bei dir?

00:01:48: International unterwegs habe ich gesehen.

00:01:50: International unterwegs!

00:01:51: Mal schnell für zwölf Stunden nach Wien gefahren wir mit dem Nachtzug nach Wiem gefahren und dann auch am gleichen Abend wieder zurück mit dem Nachzug nach Deutschland.

00:02:01: Ich hatte es erzählt glaube in der vergangenen Folge ich war eingeladen als Sachverständige in einer parlamentarischen Enquete im Bundesrat oder von der österreichischen Regierung Und das war total aufregend.

00:02:14: Also allein, das ist ja ein ganz aufregendes Gebäude und dann eben auch alles hochoffiziell.

00:02:20: wurde live übertragen im ORF und ja, also ich war sehr nervös.

00:02:24: Ich glaube mir Menschen immer nicht dass ich noch nervös bin vor solchen Terminen doch da war ich auch ganz schön ganz schön beeindruckt aber es hat großen Spaß gemacht.

00:02:31: Ich habe wirklich sehr spannende Leute kennengelernt aus der österreichischen Landespolitik.

00:02:37: dort heißen die Ministerpräsidenten Landeshauptmänner.

00:02:40: das ist auch allein sich so auf eine andere Nomenklatur einzulassen und fachlich war's auch sehr spannend.

00:02:46: das ging darum wie die ländlichen wiederländliche Raum gestärkt werden können, ist ja auch für uns immer wieder ein Thema wie man gleichwertige Lebensverhältnisse in Staat und Land herstellen kann.

00:02:55: Und ich habe zum Thema digitale Jugendbeteiligung gesprochen.

00:02:58: Kann man sich doch alles noch im Internet angucken?

00:03:00: Sehr sehr lustig!

00:03:02: Ja also es war ein schneller Trip.

00:03:04: Es ist eine große Ehre.

00:03:06: Jenerich sagst du, es ist wirklich eine super große Ehra.

00:03:08: das wäre wie wenn ich jetzt vor den Bundestag zitiert werden würde.

00:03:11: und ja... Also nicht dass ich das mir wünsche im Bundestag.

00:03:15: Also vielleicht aber gerade nicht im Bundestang zu sprechen.

00:03:20: Das ist auch wichtig, eine Jugendpolitik europäisch zu denken.

00:03:24: Und habe mich sehr gefreut, dass der Kollege von der Bundesjugendvertretung, das was deren Bundesjugendering da war und wir haben uns sehr gut ausgetauscht.

00:03:33: Nach Wien jederzeit gerne, aber ich fahre auch gerne woanders hin.

00:03:35: Liebe Grüße an alle im europäischen Ausland!

00:03:38: Ja und du wurdest von der Sprecherin vor ORF ja auch angekündigt ne?

00:03:41: Das ist

00:03:41: so lustig weil ich habe früher ORF geguckt als Kind, weil ich komme aus Süddeutschland wenn es um Skierennen ging.

00:03:47: das heißt sowieso also Wintersport verbindet sich für mich immer mit dem ORF.

00:03:52: Und dann dieses Voice-Over zu hören.

00:03:55: Ich hab wirklich alles erreicht, muss so lachen.

00:03:58: Sportlich wird es in dieser Folge auch, allerdings nicht mit Wintersport.

00:04:01: Wir haben ganz viel vor, teilt sie euch gerne auf aber hört's auf jeden Fall zu Ende ist lohnt sich und wir legen jetzt los!

00:04:16: Ja Jantrik du kennst das bestimmt.

00:04:17: auch Menschen außerhalb der Jugendarbeit finden es manchmal irritierend wenn wir sagen dass wir SGB-Acht Ultra sind denn warum sollte man ausgerechnet Fan eines Sozialgesetzbuches sein?

00:04:27: Klingt ja auch immer gleich ein bisschen boring.

00:04:29: Und ganz ehrlich ich würde auch sagen die Mehrheit der Mensch in Deutschland Und vielleicht auch in der Jugendarbeit hat noch nie vom SGB VIII gehört.

00:04:38: Wovon aber in den vergangenen drei Wochen viele gehört haben, dass sich eine Gruppe Politikerinnen heimlich... heimlichen Anführungsstrichen im Bundeskanzleramt mit den Kommunalen Spitzenverbänden getroffen hat, um über Kürzungsmöglichkeiten von mindestens neun Milliarden Euro in der Kinder- und Jugendhilfe zu beraten.

00:04:55: Das anhand einer ziemlich konkreten Liste.

00:04:58: Als diese Liste vom paritätischen Gesamtverband veröffentlicht wurde war die Aufregung groß, Social Media voll mit Wühltenden Postings und bei Akteurinnen aus der Kinder und Jugend Hilfe brach – kann man sagen entweder komplette Panik oder sie fahrten auch ein bisschen hilflos angesichts dieser Vorgänge, die so kann man sagen die Grundfeste der Leitlinien des Feldes in Frage zu stellen schieben.

00:05:22: Und auch wir waren beide erst mal entsetzt und haben uns dann aber vorgenommen nicht direkt in der Folge vor zwei Wochen darüber zu sprechen und so ratzfahrtende Analyse zu liefern, sondern wir wollten uns Zeit nehmen – auch weil wir wissen das eben nicht alle Hörerinnen tief im Jugendhilferecht stecken!

00:05:41: Für einig von euch ist vielleicht deshalb unsere Einordnung erstmal nichts Neues.

00:05:45: Für einige wird sich sehr technisch und sehr juristisch anhören, für andere wird es nicht tief genug gehen.

00:05:51: aber wir sind uns sehr sicher Es ist vor allem was dabei.

00:05:54: Wir wollen da auch so'n bisschen... einen populistischen Ton rausnehmen, der sich da auch schnell breit gemacht hat.

00:06:01: Deshalb wir uns auch erlauben hier eine längere Folge wirklich ne sehr lange Folge dazu zu machen und vielleicht auch wirklich bei null anzufangen.

00:06:09: Vielleicht unsere längste Folge schauen wir mal am Schluss.

00:06:11: aber das muss sein damit wir wissen worüber wir reden, damit wir unsere Argumente gut vorbereiten können statt auch gleich in Panik oder eben im Schockstarre zu verfallen.

00:06:21: Und du hast es gesagt, bei null anfangen oder von vorne anfangen und genau das wollen wir jetzt mal tun.

00:06:26: Das Sozialgesetzbuch Achtes Buch Kinder und Jugendhilfe, von dem wir sprechen kurz SGB VIII bildet die zentrale gesetzliche Grundlage der Kinder- und Jugendhelfe in Deutschland.

00:06:37: Also dort wird geregelt, welche rechte Kinder jugendlich und Familien haben.

00:06:40: Welche Aufgaben Jugendämter freie Träger übernehmen.

00:06:44: Und das Ziel ist es junge Menschen in ihrer Entwicklung zu fördern, Benachteiligung abzubauen und Eltern bei der Erziehung zu unterstützen.

00:06:52: Dabei geht's nicht nur um Kinderschutz sondern es geht auch um Angebote wie Jugendarbeit, Hilfen zur Erziehungsberatung, Kindertagesbetreuung die Unterstützung junger Volljähriger oder eben auch die Jugendverbandsarbeit.

00:07:04: Das

00:07:04: ist ja auch der Grund, warum wir SGP-Acht sind in erster Linie.

00:07:07: Paragraph elf und zwölf SGP acht.

00:07:10: Und das ist ganz spannend, wenn man in die Geschichte des SGB VIII guckt oder wie es entstanden ist.

00:07:15: Denn historisch ist das SGBVIII aus dem Wandel des Verständnisses von Jugendhilfe entstanden.

00:07:20: Die Wurzeln reichen tatsächlich zurück bis in die Weimarer Republik, denn da trat nur der Zweiundzwanzig das Reichsjugend-Wohlfahrtsgesetz in Kraft, dass zum allerersten Mal staatliche Verantwortung für das Wohl von Kindern und Jugendlichen feststieg.

00:07:34: Also das nicht nur bei der Familie zu überlassen sondern eben auch den Staat mit als Akteur zu schreiben.

00:07:40: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieses Gesetz in Westdeutschland weitergeführt und dort zum Jugendwohlfahrtsgesetz weiterentwickelt, lange Zeit war die Jugendhilfe aber nach wie vor so sehr der kennt den Sauswett für Sorge orientiert.

00:07:54: das zieht ja auch eine bestimmte Machtebene ein.

00:07:57: Der Staat entschied nämlich häufig über die Köpfe von Kindern und Familien hinweg.

00:08:02: Mit dem gesellschaftlichen Wandel der Sechziger- und Siebzigerjahre hat sich dann eine Blick verändert auf Kinderrechte, Beteiligung und soziale Unterstützung.

00:08:09: Daraus entstand dann schließlich das SGB Acht des Ninzehundertneunzig im Osten und Einenneunzlich im Westen in Kraftraht.

00:08:16: Und in Folge Fünfvierzig könnt ihr ein Interview mit Reinhard Wiesner nachholen, dem Vater sozusagen des SGB acht.

00:08:23: Er war damals der zuständige Referatsleiter im Bundesfamilienministerium Und hat wirklich über Jahrzehnte dieses Gesetzgebungsverfahren geprägt und ist mit verantwortlich für einen grundlegenden Paradigmenwechsel weg von einer reinen Kontroll- und Fürsorgelogik hin zu einem Rechtsanspruch auf Förderung, Beratung und Teilhabe.

00:08:42: Kinder, Jugendliche und Eltern wurden damit stärker als eigenständige Rechtsubjekte anerkannt.

00:08:48: Das SGB VIII basiert auch im Zusammenspiel von Bundländern und Kommunen Und da gilt das sogenannte förderale Prinzip.

00:08:54: Also der Bund schafft den gesetzlichen Rahmen, dass SGB VIII die Länder konkretisieren ihn und in sogenannten Ausführungsgesetzen und die Kommunen als sogenannte örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe setzen ihnen dann praktisch um- und betreiben die Jugendämter.

00:09:09: Das SGB VI regelt außerdem auch die Rollen und Aufgaben verschiedener Akteure zum Beispiel der Jugendämtern eben dem öffentlichen Trägers Aber auch der freien Träger wie Wohlfahrtsverbände, für eine kirchliche Organisation und auch Jugendverbände.

00:09:22: Und genau jetzt wird es wichtig dem Subsidaritätsprinzip folgend!

00:09:27: Und das Subsidaritäts-Prinzip in der Kinder- und Jugendhilfe besagt dass die Kommune nur dann aktiv werden darf wenn kleinere Einheiten, familiefreier Träge einer Aufgabe nicht selbst bewältigen können.

00:09:38: Das ist im Paragraph IV SGB VIII geregelt, das bedeutet Die Kommunen sind zwar gesetzlich verantwortlich, viele Angebote werden jedoch von freien Trägern umgesetzt.

00:09:54: Punkt war die Kritik, dass das bestehende System wie wir es bis dato hatten den Bedürfnissen vieler junger Menschen gar nicht mehr gerecht werden kann.

00:10:01: Und ganz besonders wurde diskutiert, dass es so komplizierte Zuständigkeiten zwischen der Kinder- und Jugendhilfe dem SGB VIII sowie der Behindertenhilfe – das ist dann des SGB IX.

00:10:11: Es gibt ja noch mehr Sozialgesetzbücher gibt Und dass wir es vor allen Dingen zu tun haben mit mangelnden Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen, und Probleme beim Übergang aus stationären Hilfen in ein selbständiges Leben.

00:10:24: Unter dem Leitbild einer sogenannten inklusiven Kinder- und Jugendhilfe soll das System deshalb stärker auf Teilhabe und Gleichberechtigung ausgerichtet werden.

00:10:32: Das bringt zum Beispiel eben SGB VIII und SGB IX näher zusammen.

00:10:37: Und dafür war auch ein wichtiger Schritt, dass das Verabschiedete Kinder- und Jugendstärkungsgesetz das Beteiligungsrechte gestärkt hat, den Kinderschutz ein bisschen weiterentwickelt hat und Verbesserungen für sogenannte Kehrliefer sowie Pflegekinderbrachte.

00:10:51: Diese Reformdebatte läuft allerdings schon viel, viel länger und besonders intensiv seit etwa zwei Tausendsechzehn also fast zehn Jahre!

00:11:00: Ziel ist langfristig, dass alle jungen Menschen unabhängig von Behinderung oder sozialer Lage Leistungen aus einer Hand erhalten können.

00:11:07: Weil ja häufig die Problematik ist das Rechtskreisübergreifende Hilfen sehr kompliziert sind also dass man so viele Gesetze miteinander in Kontakt bringen muss um überhaupt die Leistungen zu bekommen die man braucht um an der Gesellschaft teilzuhaben.

00:11:24: Die Reform des SGB VIII wird aber nicht allein von Politik und Ministerien entwickelt.

00:11:28: Das ist ja ganz häufig so.

00:11:29: eine Vorstellung, da wird einfach sozusagen ein Gesetz auf den Markt geworfen, da darf sich niemand irgendwie dazu äußern... Ne es gibt da einen breiten Beteiligungsprozess auch mit sehr unterschiedlichen, das muss man auch sagen, mit sehr sehr vielen Akteuren!

00:11:42: Einer dieser Akteure, der seit vielen Jahren eingebunden ist von Anfang an, ist die AGJ – Die Arbeitsgemeinschaft für Kind und Jugendhilfe.

00:11:50: Sie ist das Forum- und Netzwerk bundeszentraler Zusammenschlüsseorganisationen und Institutionen der Freien und der öffentlichen Jugendhilfee in Deutschland.

00:11:57: Und es ist sehr wichtig, weil dadurch eine hohe Expertise von freien und öffentlichen Trägern gebündelt wird.

00:12:04: Die stellvertretende AGJ-Geschäftsführerin Angela Messert gibt uns einen Einblick in den laufenden Prozess.

00:12:10: einer Sprache!

00:12:13: Viele Gesetzreformen beginnen damit, dass ein Minsterium Änderungsvorschläge erarbeitet.

00:12:19: Für die SGB VIII-Reform hat das BMB FSFJ – also das Jugend- und Familienministerium – nun einen solchen oder Verratsentwurf erarbeitete.

00:12:28: Andere Bundesministerien, die Länder und Verbände wie eben auch die AGJ sind jetzt um Hinweise gebeten worden.

00:12:35: Das ist ein Standardverfahren.

00:12:36: Es bezweckt, dass das federführende Ministerium noch mal Anpassung vornehmen kann und ein möglichst guter also die unterschiedlichen Perspektiven berücksichtigender Entwurf erstellt wird.

00:12:49: Dieser Entwurf wird dann dem Bundeskabinett vorgelegt und wenn das Bundeskabbinet das beschlossen hat haben wir einen sogenannten Regierungsentwurf und dieser Regierungs entwurf geht an den Bundesrat und an den Bundestag.

00:13:02: Die Abgeordneten im Bundestag diskutieren dann

00:13:05: in unterschiedlichen

00:13:06: Ausschüssen nochmal den Entwurf und sie entscheiden final, was für Änderungen noch vorgenommen

00:13:12: werden.

00:13:13: Wir rechnen damit das im Herbst etwa auch im Bundestagsausschuss wieder für Jugend- und Familienfragen eine Anhörung von Expertinnen stattfindet um das Parlament zu beraten welche Änderung noch für die finale Fassung vorgenommen.

00:13:30: Ziel dieses aufwendigen Verfahrens ist es, dass wir am Schluss ein Gesetz haben was gut und den Intentionen entsprechend von der Praxis umgesetzt werden kann.

00:13:42: Angela arbeitet schon selbst seit vielen Jahren in diesem Reformprozess mit und hat wie viele in der Jugendhilfe Szene auch darauf gewartet das endlich einen Referatsentwurf am Horizont erscheint und auch dazu gibt es eine Sprachnachricht.

00:13:56: Wir finden total wichtig und gut, dass der Referatsentwurf jetzt vorgelegt ist.

00:14:00: Und erkennen darin auch viel wieder was in den letzten Jahren – ich mache fast sagen Jahrzehnten im Fachdiskurs – vorbesprochen wurde.

00:14:10: Der Referatzentwurf hat unterschiedliche Teile.

00:14:14: Es ist besonders wichtig, dass die inklusive Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe, die schon im Kinder- oder Jugendstärkungsgesetz, dem KJSG vorgegeben wurde jetzt zu einem ganz entscheidenden Schritt kommt.

00:14:32: Die bisher getrennte Zuständigkeit der Eingliederungshilfe für junge Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung soll nämlich unter das Dach des SGB VIII also in die Zuständigkeit der Jugendämter wechseln.

00:14:48: Das ist gut, weil in den Jugendämtern die Expertin für Fragen des Aufwachsenes sind!

00:14:55: Hier werden Angebote und Unterstützung für kinderjugendliche, junge erwachsenen Familien entwickelt.

00:15:01: Und vorgehalten.

00:15:02: die verschiebe Bahnhöfe also das hin-und herschicken von Familien was super belastend für diese ist und übrigens auch in den Verwaltungen eine ganze Menge Kosten verursacht.

00:15:15: Diese verschieben Bahnhöhfe würden endlich beendet.

00:15:18: Diesen Teil des ersten KJHSRG-Referratsentwurf finden wir ungeheuer wichtig und appellieren ganz dringend daran, dass der jetzt kommt.

00:15:28: Klar gibt es da auch noch Wünsche dran aber im Großen und Ganzen wartet die Praxis darauf seit Jahren und bereitet sich auch schon intensiv genau zum jetzigen Zeitpunkt daraus vor.

00:15:40: Alle Stellungnahmen zum Referatsentwurf wären übrigens vom Portal der Kinder- und Jugendhilfe auf deren Website gesammelt.

00:15:45: den Link packen wir natürlich in die Show Notes.

00:15:48: Wir haben gerade gehört, wie dieser ganze Prozess angelegt ist und wie man sich beteiligen kann.

00:15:54: Dann könnte man sagen, platzte am sechzehnten April die Bombe.

00:16:00: Da enthüllte nämlich der paritätische Gesamtverband ein hundertachseitiges internes Papier einer Arbeitsgruppe, die abseits der Öffentlichkeit harte Einschnitte für Menschen mit Behinderung und für Kinder und Jugendliche diskutiert – und das auf Einladungen des Bundeskanzleramtes.

00:16:15: In dieser Arbeitsgruppen trafen sich unter dem Motto eines Austausch zum effizienten Ressourceneinsatz in der Kinder- und Jugendhilfe, unter anderem Mitglieder der Bundesregierung beziehungsweise ihre Vertretungen.

00:16:27: Unter anderem aus dem Bundeskanzleramt selbst, aus den Bundesfamilienministerium, dem Arbeitsministerium im Finanzministerium mit dem Innenministerium.

00:16:34: Dann waren da Vertretung der Länder dabei, u.a.

00:16:37: aus Rheinland-Pfalz, Sachsen, Bayern, Brandenburg, Niedersachsen und NRW sowie die kommunalen Spitzenverbände – das sind die Lobbyorganisationen Tag der Deutsche Landkreistag und der deutsche Städte- und Gemeindebund.

00:16:51: Man könnte es so zusammenfassen sein, naja das ist die öffentliche Hand!

00:16:55: Bundländer und Kommunen treffen sich.

00:16:57: und was dieses Papier, weil wir nennen das jetzt hier Arbeitspapier, das wirkt manchmal so als sei das einfach nur eine lose Ideensammlung gewesen von denen diese Hausspitzen alle gar nichts gewusst hätten.

00:17:08: Nee nee, das ist schon etwas... Die wussten Bescheid, dass das nicht nur ein lockeres Brainstorming ist zu dem sie sich da treffen sondern es auch einfach langerhand vorbereiteter Prozess.

00:17:18: Und im Bereich des SGB VIII betreffen die Vorschläge jetzt unter anderem die Bereiche zum Beispiel die Einschränkung individueller Rechtsansprüche, eine stärkere Standardisierung und Pauschalisierung von Hilfen.

00:17:29: Den Vorrang sogenannte Infrastrukturangebote vor individuellen Hilfen die Begrenzung von Schulbegleitungen und Kita-Assistenzen höhere Kostenbeteiligung von Eltern Die Einschränkung des Wunsch-und Wahlrechts Änderung am Societaritätsprinzip damit kommunen Leistungen häufiger selbst statt durch freie Träger erbringen können Und auch die Abschwächung der geplanten inklusiven Gesamtzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe für Kinder mit und ohne Behinderung.

00:17:56: Besonders umstritten ist die Idee, allgemeine oder gruppenbezogene Angebote gesetzlich zu priorisieren und dadurch individuelle Hilfen zurückzudringen.

00:18:05: Kritiker sehen darin eine Abkehr von bisherigen Grundprinzip des SGB VIII, nämlich Hilfen am konkreten Bedarf einzelner Kinder, Jugendliche und Familien auszurichten.

00:18:13: Oder man drückt das Drastische aber durchaus auch akkurat aus, hier werden die Rechte von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien angegriffen.

00:18:21: Und insbesondere von jungen Menschen mit Unterstützungsbedarfen aufgrund einer Behinderung oder Beeinträchtigung.

00:18:27: Und kritisiert wird das Papier aus mehreren Gründen wie uns Angela von der AGJ berichtet.

00:18:34: Was in der AGJ und der Kinder- und Jugendhilfe insgesamt als problematisch bewertet wird, ist das aufgrund des Kostendrucks in den Kommunen die Reform jetzt einen starken Shift hin zur Einsparung genommen hat.

00:18:48: Das Papier aus dem Bundeskanzleramt triggert hier Sorgen dass es zu massiven und fachlich überhaupt nicht haltbaren Einschnitten kommt.

00:18:58: Man kann Dinge immer besser machen, aber in der öffentlichen Debatte wird ja gerade zu der Eindruck erweckt als würde der Staat an die Kinder- und Jugendhilfe oder der Eingliederungshilfe Bankott gehen.

00:19:09: Klar sieht man Kostenerhöhungen im Etat der Kinder-und Jugendhilfen.

00:19:14: Das liegt aber nicht daran dass das System ineffizient ist oder da ganz viele Ressourcen verschwendet werden.

00:19:22: Die Kinder- und Jugendhilfe ist Teil der sozialstaatlichen Antwort darauf, dass wir gesellschaftliche Veränderungsprozesse haben.

00:19:29: Dass Armutslagen verschärft sind, dass es Belastungslagen durch Kriege, durch die Pandemie und ähnliches gibt im Aufwachsen von jungen Menschen.

00:19:41: Ein ganz großer Anteil der Kostensteigerung liegt auch an dem Ausbau von Kindertagesbetreuungen, also an den Erwartungen die an Familien gerichtet werden.

00:19:50: Es sind Preissteigerungen passiert und auch Tarifabhörungen müssen hier abgebildet werden.

00:19:55: Worüber wir uns gefreut hätten wäre wenn im Bundeskanzleramt Menschen zusammengekommen wären, die nochmal ernsthaft darüber nachdenken wie kann eigentlich die Finanzarchitektur in unserem Start such aufgestellt sein?

00:20:09: dass Kommunen ihre Aufgaben hier in der Daseinsvorsorge von Familien und jungen Menschen gerecht werden können.

00:20:18: Stattdessen haben wir aber eine Vorschlagsliste zur Kenntnis nehmen müssen, die ganz klar Einschnitte auf dem Rücken von jungen Personen und ihren Familien austrägt – das ist etwas was wir als Verfahren und inhaltlich stark kritisieren!

00:20:38: Ja, wir erkennen können das was in diesem Arbeitspapier zu lesen ist trifft auf eine Stimmung in der Kinder- und Jugendhilfe als auch im Land insgesamt würde ich sagen die sehr aufgeheizt ist.

00:20:47: Und die viele grundsätzliche Fragen an den Sozialstaataufwürfel sprechen hier ja auch immer über diese Leistungsdiskurse usw.. Da ist irgendwas gerade da bricht gerade irgendwas!

00:20:57: Und deshalb gehen wird es nochmal richtig tief rein in diese Frage und zwar mit unserem heutigen Interview.

00:21:02: Gast Stephanie Ulrich sie is voll Juristin mit sehr viel Verwaltungserfahrung.

00:21:07: Sie begleitet und coacht Jugendämter in ganz Deutschland, bietet Fortbildung in den Bereichen Sozialrecht- und Jugendhilferecht an.

00:21:14: Auf LinkedIn kommentiert sie den SGB VIII-Reformprozess mit sehr viel Expertise, mit einem versierten Blick auf die Praxis vor Ort – das ist wichtig!

00:21:22: Und Grund genug für uns, um mit ihr darüber zu sprechen was da jetzt genau das Problem an diesem Papier ist.

00:21:40: Bevor wir über dieses geleagte Arbeitspapier aus dem Bundeskanzleramt sprechen, was macht denn für dich das SGB VIII zu einem so ganz besonderen Gesetzbuch?

00:21:49: Und warum bist du Mitglied der SGBVIII-Uptras?

00:21:53: Ja.

00:21:54: Das SGBvIII ist mein Lieblingssozialgesetzbuch – das sage ich auch gerne mit voller inbrunster Überzeugung und manchmal werde ich auch ein bisschen belächelt – und zwar ist es deshalb mein Lieblingssozialgesetzbuch weil es systemisch ist.

00:22:08: Systemisch konzeptioniert, wirklich auch rechtlich und es vereint wirklich sehr große Polaritäten.

00:22:14: Wir haben echtes Ordnungsrecht, sehr, sehr grundrechtsrelevante Aufgaben, Kinderschutz und wir haben maximale Niedrigschwelligkeit – das finde ich sehr attraktiv!

00:22:24: Und SGB VIII Ultra bin ich weil ich auf Linkin gesehen habe dass es das gibt und finde ist ganz großartig und trage dieses T-Shirt mit Stolz.

00:22:33: Ja, das freut mich natürlich ganz besonders.

00:22:35: Es gibt ja auch Tassen und Komen kann sich komplett ausstatten!

00:22:38: Auch liebe Grüße an alle Jugendamtsmitarbeiterinnen, ich würde sagen.

00:22:41: Das ist ein guter Merch geworden.

00:22:43: Ich folge dir hier auf LinkedIn und finde es total spannend was du schreibst.

00:22:48: Du beschäftigst dich sehr intensiv mit der Strukturreform des Kinder- und Jugendhilferechts und veröffentlicht eben auch immer wieder Kommentierungen zu diesem ja echt schon eine Weile andauenden Prozess.

00:22:57: Was dachtest du, was ging dir durch den Kopf als dieses Arbeitspapier aus dem Bundeskanzleramt bekannt wurde?

00:23:04: Konntest du die Aufregung auf einen ersten Blick

00:23:06: nachvollziehen?"?

00:23:08: Ja.

00:23:09: Also ich war tatsächlich ein paar Tage im Urlaub und hab das dann dort erfahren und war sehr

00:23:15: geschockt

00:23:16: ob der Auswirkungen auf die Reform... Das war so ziemlich mein erster Gedanke dass ich gedacht habe meine Güte was macht das mit unserem Strukturreformgesetz.

00:23:25: Das ist für mich ein ganz wichtiges Gesetz, weil es eine ganz wichtige Voraussetzung für mehr Gleichberechtigung, mehr Teilhabe dieser Auflösung der Behinderungskategorien ist.

00:23:34: mir ein ganz zentrales Anliegen und da war mir sehr schnell sehr klar dass das auch diesen Prozess sehr stark beeinflussen wird und gleichzeitig ich komme ursprünglich aus dem Verfassungsrecht kommt von einem Lehrstuhl im Bundesverfassungsrichter hat mein verfassungs rechtliches Herz sofort angefangen zu weinen sehr schnell gesehen habe, dass das auch wirklich im parlamentarischen Kosmos dieser Bundesrepublik eine Friktion ist und sich da Dinge wirklich verändern die miteinander umgegangen wird.

00:24:01: Was meinst du mit dieser Friktion?

00:24:02: Also was genau

00:24:03: beschreibst

00:24:04: du denn?

00:24:05: Ja, dass wir zum einen ein parlamentarisches Verfahren haben in dem einen Referenten ins Wurf zu einem Gesetzesentwurf werden soll und wir eben ins parlamentarische Verfahren gehen es entsprechende Beteiligungsprozesse im Vorfeld und parallel und aktuell gibt Und dann eben ein solches Papier offenbar, dass es offensichtlich Parallelstrukturen gibt und das wirklich Menschen an der Spitze dieser Republik ist nicht für erforderlich halten sich an diese parlamentarischen Geflogenheiten zu halten.

00:24:32: Das hat mich erschüttert.

00:24:34: Ich glaube, das ist auch das was mich im ersten Augenblick... überrascht hat und mich dann fast halt zynisch werden lassen, ehrlich gesagt.

00:24:41: Weil ich so dachte, also das war es muss man reden.

00:24:44: aber können wir auch bitte mal über das Wie sprechen in der parlamentarischen Demokratie?

00:24:48: was passiert da eigentlich an der Ungleichzeitigkeit?

00:24:52: Genau.

00:24:53: Aber dann schauen wir doch mal auf den Inhalt, da bist du ja auch Spezialistin.

00:24:56: Was sind denn die großen Linien?

00:24:57: Die du da erkennen kannst?

00:24:59: bzw.

00:24:59: also gibt es mehrere Linien darin.

00:25:02: im Sinne von einer Reform oder wie Bösezungen oder gar nicht so böse Zungen behaupten geht's eigentlich nur um Kürzung?

00:25:11: Ja das geht um Span sparen und sparen.

00:25:14: Ich glaube dass darf man so offen sagen und ich tue es auf jeden Fall Und ich sehe da auch keine Linien sondern auch wieder eher Friction Weil es sich ja in großen Teilen auch widerspricht, zu dem was wir vorher eigentlich auch im Entwurf gelesen haben.

00:25:29: Und was ich aber durchaus sehe und das ist ja auch das wozu ich dann immer wieder veröffentlichte ist dass durchaus Dinge sind die bedenkenswert sind in diesem Papier In meiner Brust auch noch ein kommunales Herz schlägt, weil ich tatsächlich in meiner Laufbahn dann auch Justizjahren einer großen Kommunalverwaltung hier in Hessen war und durchaus auch die kommunalen Nötekenne.

00:25:53: Ein kommunaler Haushalt hat einen Anfang und einen Ender – das kann ich nicht ignorieren!

00:25:58: Und ich sehe auch dass in den letzten Jahren, Jahrzehnten immer mehr Aufgaben im SGB VIII platziert wurden ohne dass Konnexität, also sprich einen Finanzausgleich nur bedacht wurde geschweige denn vollzogen.

00:26:13: Und das ist das, was ich aus diesem Papier schon als Linie heraussehe.

00:26:16: Dass es nicht nur einsparen und es sparen willens gibt.

00:26:19: Das mag auch sein aber dass es eben wirklich eine kommunale Not gibt die dahinter steht.

00:26:25: Ich habe bei dir auf LinkedIn gelesen da will ich nochmal nachfragen Du versuchst ja in deinen Analysen immer deutlich zu machen wo sind Ideen neu und wo nicht?

00:26:34: Und du hast in ein paar Posts darauf aufmerksam gemacht Probleme gar nicht richtig benannt werden, beziehungsweise vermeintliche Lösungen für was gefunden werden oder Begriffe und für etwas wo es schon eigentlich Lösungen gibt oder Begriffen schon gibt.

00:26:47: Ist das so eine Linie die sich da so durchzieht?

00:26:49: Auch!

00:26:50: Also wobei ich das ungern als Linie bezeichnen würde... Das ist vielleicht der Boden auf dem dieses Papier steht für mich dass ich an ganz vielen Stellen wirklich ganz oft bis zehn oder hundert zählen musste weil es einfach fachlich auf ganz dünnem Papier.

00:27:07: Also da werden einfach Dinge vorausgesetzt, die so gar nicht sind.

00:27:12: Und demzufirre Folge quasi auf einer falschen Betrachtung des Ist-Zustandes dann auch sehr kuriose Sparvorschläge

00:27:19: gemacht.".

00:27:21: Ja ich kenne einige Leute, die Aussagen inhaltlich kann man über Dinge reden aber das Prinzip dass eigentlich auch für uns oder diesen Staat und die Gesellschaft so wichtig ist Das würde da angetastet werden, nämlich das Subsidiaritätsprinzip.

00:27:34: Siehst du es auch so?

00:27:35: Dass das an dieser Stelle immer wieder so angefasst wird – das macht ja gerade im Verbandswesen!

00:27:40: Da spielt das eine große Rolle.

00:27:41: Du hast ja immer beide Perspektiven, ne?

00:27:43: Du kennst Kommunen und kannst aber auch als Trägerberaterin drauf gucken.

00:27:47: Weiß gar nicht ob das für mich der Schwerpunkt wäre.

00:27:50: Also ich glaube, da müsste ich vielleicht noch mal mehr zuhören.

00:27:53: Ich glaub was für mich so relevant ist, dass eben An vielen Stellen auch so sichtbar wird, dass man eben in der Kommunalverwaltung zum Beispiel ganz häufig einen Wunsch nach mehr Steuerung hat oder nach einem stärkeren Einbezug anderer Akteure.

00:28:12: und dass man aber eben die Strukturen gar nicht mehr hat, um das zu machen.

00:28:15: Und das ist auch auf der Verbandsebene natürlich sichtbar.

00:28:18: Man hat an ganz vielen Stellen kaputtgespart unter den Überschrift freiwillige Leistungen und so.

00:28:24: Das wird jetzt sofort gesetzt und das führt zur totalen Schräglage.

00:28:29: Ja ja, in meiner Bubble spielt es eine Rolle, aber da komme ich gleich noch mal dazu... Wo siehst du denn Probleme, die das Papier richtigerweise adressiert?

00:28:38: Und wo geht's an dem vorbei was eine große Reform leisten sollte.

00:28:42: Vielleicht hast du da auch für unsere Hörerinnen so ein zwei Beispiele.

00:28:46: Na ja, was sollte eine große Form leisten?

00:28:48: Vielleicht fang ich damit an!

00:28:49: Für mich sollte ne große Form leisten dass eben tatsächlich auch andere Akteure mit in die Pflicht genommen werden und mit in ihr Pflicht gehen.

00:28:57: Auch dazu hatte ich veröffentlicht dieser Vorschlag den hundert zwölf SGB IX also die Teilhabern Bildung zu streichen.

00:29:03: In einer gewissen Weise ist das konsequent, aber dafür müssten eben die Länder in die Verantwortung gehen, diese ja sowieso haben.

00:29:10: Nämlich die Bildungssysteme weiterzuentwickeln und sich anders auch juristisch in den Schulgesetzen dort zu committen so.

00:29:17: Also das ist das was mir fehlt.

00:29:18: der Schulterschluss zu anderen Systemen also im gegliederten Sozialsystem scheint wirklich jede Säule sehr stark Scheuklappen bezogen zu sein.

00:29:27: Das ist was.

00:29:29: Und von dem Vorschlägen, die ich ganz gut finde es ist tatsächlich Ja, auch vielleicht den Bürokratismus, den wir an manchen Stellen haben noch mal in einen Verhältnis zu setzen.

00:29:41: Zu den fachlichen Vorteilen also das Stichwort zum Beispiel die örtliche Zuständigkeit.

00:29:45: Es macht ein wahnsinnigen Verwaltungsaufwand ist vielleicht gut gedacht aber dass wirklich auch nochmal wirklich ehrlich zu betrachten bringt es wirklich so viel wie wir uns wünschen.

00:29:56: Ich finde schon was du gerade gesagt hast, wenn wir darüber reden müssten das Bildungssystem zu reformieren.

00:30:01: Das ist ja auch ein Fass ohne Boden da will aus meiner Sicht auch niemand dran wenn ich das richtig gesehen habe.

00:30:06: im Koalitionsvertrag zwischen Baden-Württemberg in Baden Württberg zwischen Grünen und CDU steht auch deutlich drin so als eine Art Moratorium Wir werden in dieser neuen Legislaturperiode des Bildungsystems nicht anfassen wie würde sagen damit ist überhaupt schon der Angelegenheit ne Absage erteilt und rechtskreisübergreifende Perspektiven überhaupt auf das Leben von Kindern und Jugendlichen, egal ob mit Behinderung oder ohne Behinderungen.

00:30:31: Das ist ja in der Realität schon exotisch würde ich fast sagen.

00:30:36: Ja, das sind so viele Dinge also auch... Der Trend, dass Kinder zunehmend mindestens eine wenn nicht mehr Diagnosen haben medizinische.

00:30:46: Vielleicht auch mal Diagnose kritisch diese Entwürfe nochmal zu betrachten und nicht sofort das Gefühl zu haben dann haben wir ja gar keine Steuerung mehr.

00:30:54: so also das sind Dinge die mir fehlen.

00:30:57: der Schulterschluss zum System Bildung Aber auch tatsächlich, ja einen realistischen Blick auf Jugendämter.

00:31:03: Die müssen Jugendämtern entwickelt werden also was mir total fehlt das hat mir auch beim letzten Reformstaat IKJTG total gefehlt ist die Binnenstruktur der Jugendämte und die Bindenstruktur des Hilfen.

00:31:14: Und dann kriege ich natürlich auch immer sofort gesagt kommunale Selbstverwaltungshoheit Das darf man nicht anfassen.

00:31:19: und so habe ich verstanden.

00:31:20: Ich komme aus der Kommunalverwaltung und trotzdem ist es ja möglich zumindest das zu adressieren und zu sagen wir haben Jugendämtler die sehr spezialisiert sind Wo das auch völlig entkoppelt ist.

00:31:30: Was macht die Jugendförderung?

00:31:31: Was macht der ASD, was macht die Eingliederungshilfe?

00:31:33: Und dann haben wir noch ein PKD und wir haben noch einen Kinderschutzteam.

00:31:37: Dann ist vielleicht die Trennung und Scheidung noch spezialisiert.

00:31:40: Auch im Recht ist das Binnenverhältnis dieser verschiedenen Segmente nicht geregelt.

00:31:45: Das überhaupt mal zu adressieren in Sinne von einem Jugendamt hat, ein Konzept zu entwickeln.

00:31:49: Das mag dann auch von Jugendamt zu Jugendamt.

00:31:51: Die sind ja auch extrem unterschiedlich anders aussehen wie diese Verzahnung stattfindet.

00:31:57: Damit bin ich bisher leider nicht gehört worden.

00:31:59: Vielleicht ist dieser Podcast ja auch eine Chance, das nochmal zu adressieren?

00:32:02: Also alle die das hören bitte weitergeben!

00:32:04: Wir haben ganz viele Brüche innerhalb der Jugendämter und große Unklarheit in diesem System SGB Aacht Hilfen zur Erziehung Eingehörungszelkommen

00:32:13: und dann auch noch angrenzend in anderen Handlungsfeldern.

00:32:16: Und da ich finde, wo das besonders evident wird ist nachher in der Arbeit den Jugendhilfeausschüssen, wo wir dann einfach sehen, dass was du als Friktion bezeichnest, dass sich das dort nochmal fortsetzt in der Zusammenarbeit zwischen Politik oder Vertreterinnen aus der Politik freien Trägern und der Verwaltung des Jugendamts das Wald tun nicht.

00:32:34: Wir wissen es aber vor allem höheren nochmal – Das Jugendamt ist zweigliedrig besteht aus Jugendhilferausschuss und sozusagen dem Verwaltungsteil von Jugendamt.

00:32:42: Das schon nicht klappt an vielen Stellen, sieht man da ganz gut.

00:32:46: Naja ich durfte ja vor ein paar Monaten einen Workshop bei dir besuchen im Rahmen des großen Fachtages und da waren ja viele Vertreter aus Verwaltung auch aus Politik-Dat zum Thema Jugendhilfeausschuss.

00:32:57: sehr lehrreich für mich aber auch erschütternd.

00:33:00: Genau!

00:33:01: Also beibringen kann ich dir gar nichts würde ich sagen.

00:33:06: Ich fand das schon auch krass zu sehen.

00:33:10: heterogenes Publikum auch.

00:33:12: Einige aber auch mit Jahren und Jahrzehnte lange Erfahrung in Jugendhilfe ausschüssen, also es ehrt mich wenn die trotzdem in meinen Workshop dazu kommen.

00:33:18: Aber das zeigt eben auch wir haben dann ganz hohen Qualifizierungsbedarf auch.

00:33:22: Also den Beratungsbedarf den du gerade für das Jugendamt auf zeigst der gilt ja ganz genauso für Jugendhilfenausschüsse und ich glaube da kann man auch sehr gut ansetzen.

00:33:33: Da kann man viel machen.

00:33:35: Jetzt müssen wir dieses geliegte Papier auch im Kontext dieser größeren Reform sehen, die ja schon weiss nicht wie viele Jahre läuft und die unter anderem zum Ziel hat das SGB VIII inklusiv zu machen.

00:33:47: Und ausgerechnet in diesem Bereich werden jetzt Lösungen – in Anführungsstrichen ehrlich gesagt vorgeschlagen – die nicht nur Kinderrechte betreffen sondern auch ganz besonders die Rechte von jungen Menschen mit Behinderung.

00:33:58: Also wir reden über Menschenrechte, wir reden für Behindertenrechte.

00:34:03: Das wird irgendwie miteinander verquickt und ich würde sagen massiv angegriffen.

00:34:07: Wie passt das denn alles zusammen, einerseits was inklusiv machen zu wollen in einem Prozess?

00:34:12: Und dann steht in so einem Papier ja nee.

00:34:15: Sehen wir doch vielleicht ein bisschen anders.

00:34:18: Ja das hat ganz viel eigentlich auch mit deinem Arbeitsfeld zu tun.

00:34:21: Auch der Jugendförderung der Verbandsarbeit dass man eben immer wieder dieses Märchen höre, dem ich natürlich in aller Deutlichkeit entgegentrete.

00:34:30: Das ist freiwillige Leistungen sind, freiwillig Leistung müssen wir nicht kommen.

00:34:34: wenn ich braune wenn ich sparen will Und das ist schon eine Bewegung, die ich beobachte.

00:34:40: Dass man immer mehr zu Einzelsettings kommt bis hinzu dass ja offensichtlich auch die Ersteller dieses Papieres glauben es gäbe einen abstrakten eins-zu-eins Anspruch den hat's noch nie gegeben.

00:34:51: also ich habe ein individuellen Anspruch Ich gucke nach einem individuellem Bedarf und ob ich das im Gruppensetting in was auch immer für Settings dann löse gestalte Decke Das war schon immer sehr viel gestaltig.

00:35:03: Aber das wird offensichtlich auch falsch verstanden, weil es die Entwicklung in der Gesellschaft ist und ich auch in der Jugendhilfe beobachte.

00:35:10: Es wird gespart, gespart-gespart gerade bei diesen präventiven Angeboten, niedrigschwelligen Angeboten und einzelne Hilfesettings, die sogenannten System sprengenden Fallverläufer ja da wären fünfstellige Beträge im Monat ausgegeben und zum Teil mit ganz schwachen pädagogischen Konzepten

00:35:26: so.

00:35:27: Also das weiß was mir auch sehr weh tut dass das da so Und das ist aber, glaube ich auch der Gedanke, der dahinter steht.

00:35:32: Wir müssen es irgendwie kostenmäßig wieder einfangen und dabei geht vieles kaputt was man in der Praxis eigentlich erarbeitet hat nämlich wie man tatsächlich im Sozialraum mit entsprechenden Angeboten bei ihren abbaut damit ich gar nicht so viele eins zu Eins oder Eins zu Drei oder was auch immer für Hilfen brauche.

00:35:51: Das ist sicherlich die Chance jetzt in diesem Referentenentwurf gewesen dass diese Infrastrukturleistung und deren Vorrang könnte man jetzt auch noch mal genauer darauf eingehen.

00:36:00: Das sparen wir uns an der Stelle, durchaus auch eine Chance sind weil ich kann keinen Vorrang von Infrastruktur platzieren wenn es die gar nicht gibt das wieder ein bisschen zu stärken und auszubauen.

00:36:12: so also ist so ein bisschen zwei geteilt wie ich das sehe.

00:36:15: aber dadurch dass dieses Kanzleramtspapier eben auf diesen sehr undemokratischen Wege zustande gekommen ist und auch wie die Kommunikation jetzt bisher gelaufen ist hat es natürlich die Fronten massiv verhärtet gerade die Verbände.

00:36:29: Und deswegen sehe ich dieses Kanzleramtspapier im Moment als eher Reformhindern und das besorgt mich, weil ich eben wirklich glaube wir brauchen diesen Reformschritt.

00:36:39: der ist nicht die Lösung für all unsere Probleme aber wir brauchen den um die Teilhabe junger Menschen wirklich zu stärken.

00:36:46: Viele unserer Hörerinnen kommen ja aus der Jugendarbeit, aus der Jugendverbandsarbeit so wie ich also aus dem Elber und dem Zwölfer wie wir es so sagen würden.

00:36:53: Schauen wir doch mal genau auf die Jugendverbandarbeit nach Paragraf zwölf.

00:36:57: Da werden jetzt gerade, würde ich sagen fast panische Stimmen auch laut.

00:37:02: Die sich fragen wo genau wären wir denn betroffen in der Jugendverbandsarbeit wenn diese Vorschläge umgesetzt werden würden?

00:37:10: Ich würde sagen das ist auch so eine Welle der Aufregung!

00:37:12: Ich will da irgendwie keine Angst, keine Ängste irgendwie kleinreden.

00:37:16: aber es hat ja schon auch eine mediale Aufmerksamkeit bekommen wo dann auch viele Jugendverbände gesagt haben, oh mein Gott das wird uns auch alle betreffen.

00:37:24: Sehr gut finde ich es dass sie sich geäußert haben.

00:37:26: in Solidarität mit Kindern und Jugendlichen und deren Familien die von der Behinderung betroffen sind fand ich grandios.

00:37:33: aber jetzt nochmal genauer so auf die genuine Jugendverbandesarbeit zu schauen.

00:37:37: wo würdest denn betreffend also wo würde es denn unsere Arbeit betreffe?

00:37:42: Ich glaube man darf jetzt hier noch mal ein bisschen differenzieren zwischen was passiert wenn der Referentenentwurf kommt Was wir ja überhaupt nicht wissen, noch weitere Vorschläge aus diesem Kanzleramtspapier aufgegriffen werden.

00:37:54: Dieses Kanzeramts-Papier beschäftigt sich ja gar nichts so sehr mit dem Elfer und dem

00:37:58: Zölver

00:37:59: aber es wirkt sich eben aus weil dadurch das quasi auch im Referentenentwurf also der Schwerpunkt ist.

00:38:05: ja wir wollen sparen oder wir müssen sparen Und wir wollen weg von den Einzelsettings, von Individualhilfen.

00:38:12: Wir wollen hin zu einer Betonung der Infrastruktur und diese Infrastruktur wurde aber so wie ich es eben gesagt habe nach meinem subjektiven Eindruck in den letzten Jahren ja schon massiv runtergefahren und steht sowieso schon permanent sozusagen auf der Kippe und ist belastet.

00:38:28: Das ist tatsächlich das wo ich glaube dass auch logischerweise zu noch mehr Stress führt, wenn ich quasi die Individualansprüche schwäche.

00:38:37: Egal ob das jetzt mit oder ohne Gesetz ist, dass ja auch was in den Jugendämtern passiert.

00:38:40: Das ist ja das, was ich täglich wöchentlich erlebe – auch in Inhausschulungen.

00:38:44: es gibt interne rechtswidrige logischer Weise Vorgaben von «das gibt es nicht», «das bis hin zu, wenn erst wieder fünf Hilfen beendet sind dann können die nächsten fünf starten.

00:38:58: Also das sind so krasse Absurditäten, die in diesen Kommunalverwaltungen tatsächlich passieren weil Cameron das Geld schwindelt und die dann beim Jugendamtzeiter auf der Matte stehen und der Jugendhilfeausschuss vielleicht auch nicht so positiv positioniert sich positioniert wie er könnte.

00:39:13: Und ich glaube dass ist schon eine berechtigte Sorge, dass dieser Druck auf diese Strukturen immer stärker ist, gerade wenn ich die Individualsettings runterfahre.

00:39:23: Nicht mehr Geld in die Kassen kommt und dann sozusagen noch mehr Belastung

00:39:27: ist.".

00:39:27: Und ich finde auch ein Aspekt, wo man das nochmal gut ablesen kann, ist ja jetzt schon Gesetz geworden – das Ganztagsförderungsgesetz und die Nutzung der Elverangebote für die Ferienbetreuung

00:39:37: so.

00:39:38: Das genau ein solches Beispiel!

00:39:41: Ja?

00:39:42: Ich finde es spannend, dass du grad auch das Garfolk da nochmal erwähnst weil Das ja auch, also zum ersten achten dritte Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an der Grundschule in Kraft.

00:39:51: Viele Kommunen haben sich auf den Weg gemacht.

00:39:53: viele wundern sich gerade dass es jetzt doch schon in ein paar Monaten irgendwie alle stattfindet und Es ist ganz viel noch ungeregelt was den Einsatz auch von Jugendverbänden Und den Angeboten der Jugendarbeit im Ganztagbereich vor allen Dingen aber auch Im Ferienbereich angeht und das da ganz ganz viele Dinge dahinter stecken.

00:40:14: Ivo Züchner würde jetzt vielleicht sagen, ja also die Verbände haben da schon immer irgendwie überlebt.

00:40:19: Die sind da schon irgendwie immer durchgekommen und ich glaube schon auch dass das massive Auswirkungen darauf hat wie auch Druck über sogenannte Qualitätsfragen auf Jugendverbände ausgeübt wird.

00:40:31: Also ich glaube es ist das eine, das finanzielle, das andere ist das, wie du gerade auch beschreibst, dass da so ne Atmosphäre entsteht in der sich auch AkteurInnen aus den Jugendverbandesarbeit rechtfertigen müssen Kampf gehen müssen um die wenigen Euro, die sie bekommen.

00:40:45: Weil es ist ja fast nichts mehr da.

00:40:47: also wird schon seit Jahren nicht mehr ordentlich gefordert aber dann eben auch noch sich so rechtfertigen zu müssen über die Qualität der eigenen Arbeit oder auch eben herhalten zu müssen für bestimmte Dienstleistungen oder Services, die eigentlich der Jugendverbandarbeit gar nicht eingeschrieben sind.

00:41:04: Weil wir machen Jugendverbandsarbeit weil wir dürfen und weil wir Jugendverbände sind und nicht um irgendeinem Zweck dienlicht zu sein auch nicht der Prävention.

00:41:13: Auch wenn man das zum Beispiel positiv wenden könnte und sagen könnte wer mehr in Jugendverbandsarbeit steckt muss nachher irgendwie weniger in die Folgekosten von bestimmten Dingen stecken.

00:41:21: aber dafür gibt es uns ja nicht.

00:41:24: Na ja, genau.

00:41:24: Und jetzt sozusagen im Extremen wirklich sogar das Herangezogen werden und in die Verantwortung nicht Pflicht genommen werden für ganz andere Aufgaben nämlich die Sicherstellung des Ganztagsanspruchs

00:41:36: so.

00:41:36: Den ich total begrüße!

00:41:37: Ich habe zwei Kinder, die jetzt beide ihre Schullaufbahn schon beendet haben aber ich musste für meine Tochter ein Betreuungsverein gründen.

00:41:44: es war eine sehr interessante Erfahrung.

00:41:46: ansonsten hätte ich um elf Uhr dreizig zu Hause sein dürfen.

00:41:49: also ich bin sehr für den Ganztag Aber nicht zulasten der eben schon sowieso belasteten Strukturen, die einfach einen ganz anderen Fokus und Ausrichtungen haben als jetzt den Ganztag sicherzustellen.

00:42:02: Und das finde ich ist aber auch nochmal ein gutes Beispiel um zu zeigen unter welchem Druck die Kommunalverwaltungen ja stehen weil sie haben wieder ins SGB VIII eine neue Aufgabe geschrieben bekommen sind damit wieder ziemlich alleine gelassen und es gibt keine Gegenfinanzierung.

00:42:15: Und die Kinder mit Behinderung sind wieder komplett vergessen worden, weil wenn ich vormittags meine Teilhaberassistenz habe, dann stellt sich ja auch wieder die Frage kann ich ohne Teilhabe Assistenz den Nachmittag bewältigen?

00:42:25: Das ist für viele Verwaltungen heute immer noch ein Nogo!

00:42:27: Da heißt's einfach den nachmittag gibts nicht.

00:42:29: Ist auch nonding.

00:42:31: Also da sind so viele Folgen noch hinten dran und das zeigt eben der Druck im System steigt total.

00:42:37: Jeff, wenn ich bin einfach froh dass es Expertinnen gibt wie dich die da vor allen Dingen ein weißames Auge drauf haben wirklich und uns vereint, dass wir SGB VIII-Ultras sind.

00:42:46: Aber auch das wir für Kinder und Jugendliche und für ihre Recht und Interessen brennen.

00:42:51: Und das sage ich eh mal – Wir werden wieder miteinander sprechen!

00:42:54: Denn davon bin ich überzeugt, weil dieser Prozess geht weiter.

00:42:57: Da passiert noch einiges.

00:42:59: Vielleicht gibt es auch Resonanz auf diese Folge, sodass wir nochmal miteinander sprechen können.

00:43:05: Erstmal vielen Dank für deine Expertise und bis bald!

00:43:08: Wer wäre gerne lieber Anna?

00:43:10: und danke gleichfalls.

00:43:12: Und ich hoffe auch, wir strechen uns wieder!

00:43:14: Tschüss!

00:43:20: Ja Jendrik Duas ist vorhin schon gesagt du bist richtig viel unterwegs und konntest leider bei dem Interview nicht dabei sein.

00:43:26: Was geht dir denn so durch den Kopf?

00:43:28: oder was ging mir durch den Kopf als du das Interview gehört hast?

00:43:31: Ich habe es tatsächlich dann auf der Rückfahrt nochmal gehört von der eben angesprochenen Verbandsversammlung.

00:43:36: Das war ganz spannend und wenn ich das alles so gehört hab, blieb mir vor allem durch den kopf Wie problematisch es ja einfach ist, wenn parlamentarische Prozesse und etablierte Beteiligungsverfahren diese eben gibt durch Arbeitspapiere aus dem Kanzleramt hier faktisch umgangen werden.

00:43:50: Also eine Entstehung von der Art von Parallelstrukturen.

00:43:54: Da wären demokratische Geflogenheiten und fachliche Debatten dann auf einmal eher geschwächt als wirklich

00:43:59: gestärkt.".

00:44:03: Wie eher das Problem statt es war, also die öffentliche Hand darf sich treffen.

00:44:07: Das ist auch ihr gutes Recht so.

00:44:11: aber hier sehe ich das wirklich allein schon aufgrund der Gleichzeitigkeit der Prozesse.

00:44:15: Das halte ich für ein großes Problem.

00:44:17: Also wir haben einerseits diesen Strukturreformprozess dann diese Arbeitsgruppe im Bundeskanzleramt, die auch losgelöst für diesen Referatsentwurf zu argumentieren scheint.

00:44:28: Und parallel darf man nicht vergessen dass gerade die Berichtskommission zum achtzehnten Kinder- und Jugendbericht

00:44:33: auch

00:44:34: zu diesem Thema arbeitet, die Ende diesen Jahres der Regierung ihren Bericht vorlegt.

00:44:39: Der aber erst nächstes Jahr veröffentlicht wird, aber eigentlich im Herbst schon über den Referatsentwurf gesprochen werden soll?

00:44:45: Das ist ähnlich wie bei der Social Media Debatte, die wir hier schon häufiger besprochen haben.

00:44:49: Es ist so eine Ungleichzeitigkeit, die auch zu einem massiven Vertrauensverlust führt in der Kinder- und Jugendhilfe nicht nur was das Thema Rechte von Kindern und Jugendlichen, Rechte vom Menschen mit Behinderung angeht sondern das Gefühl warum beteiligen eigentlich, wenn über unseren Kopf hinweg und über unsere Expertise hinweg Politik gemacht wird.

00:45:09: Und dann vor allen Dingen wirklich so eine High-Level-Politik.

00:45:12: Ich würde sagen also das Vertrauen der Szene ist dadurch nochmal um einiges geschmälert worden!

00:45:18: Gleichzeitig denke ich auch, als ihr es so gehört habt an den ursprünglichen Anspruch des mal gab der Reform mehr Inklusion zu schaffen und Behinderungskategorien im SGB VIII ebenal aufzubrechen.

00:45:28: Da finde ich es irgendwie umso irritierender dass das Ganze inzwischen ja auch oft als Sparprojekt wahrgenommen wird.

00:45:34: also da entsteht und verstehe ich auch die Sorge dass Kinder-und Menschen behinderten Rechte unter finanzpolitischen Gesichtspunkten einfach mal relativiert werden.

00:45:44: Wichtig ist dabei auch, wenn es schwer fällt das Alberspapier und die geplanten Struktureform immer wieder getrennt voneinander zu diskutieren.

00:45:51: Und dazu haben wir noch mal Angela Smesser von der AGJ.

00:45:56: Dennoch muss man fairerweise sagen dass der Referatsentwurf und des Bundeskanzleramtspapiers sich

00:46:03: klar unterscheiden.

00:46:05: Natürlich stecken im Referatsentwurf jetzt auch Regelungsvorschläge, die bewirken sollen das präventive Angebote ausgebaut werden.

00:46:15: Und es wird der Gedanke verfolgt, dass wenn früh auf Problemlägen reagiert

00:46:20: wird,

00:46:20: dass dafür sorgen kann, dass Hilfe schon dann greift, wenn Bedarfe gar nicht so groß werden.

00:46:27: Letztlich intensive Einzelfallhilfen weniger zumindest gebraucht.

00:46:33: Das ist auch gut so, denn wenn im Sozialraum in der Lebenswelt der Familien einfach Hilfen vorhanden sind die für ein gelingendes Aufwachsen beitragen und für Teilhabe sorgen dann wird das jeder begrüßen können.

00:46:47: Und gleichzeitig darf keinesfalls ausgeblendet werden dass es immer noch einen Bedarf für Einzelfallhilfe braucht und dafür unbedingt Rechtsansprüche im Gesetz drinstehen müssen.

00:46:59: Die stehen auf jetzt weiterhin im Referatsentwurf.

00:47:02: Es ist aber ein Problem, dass im Referatsentwurf diese Intention die präsentiven Angebote zu stärken regelungstechnisch in die Norm des Rechtsanspruchs auf Individualleistungen reingemixt ist.

00:47:16: Das ist ein neuer Vorschlag über den gerade erstmals gesprochen wird und hier ist unbedingt noch dran zu feiern!

00:47:25: Der Floor Schlag jetzt bietet durchaus ein Einfaltstour, das eben unter Weis auf die niedrigschwelligen präventiven Angebote und Regelstrukturen wie die Kita-Individualleistungsansprüche hochschwelliger werden.

00:47:40: Es ist die Befürchtung dass eben obwohl es Klarhilfebedarfe gibt es schwerer wird die Unterstützung tatsächlich zu bekommen.

00:47:49: Das macht nicht die Idee falsch, sondern zeigt dass wir eben an den konkreten Normen noch etwas zu verändern haben.

00:47:57: Ganz wichtig ist außerdem das sich Politik und die Öffentlichkeit bewusstmacht, dass wir nicht auf blühende Landschaft von einer gut ausgestalteten Kinder- und Jugendhilfe zurückgreifen können.

00:48:09: gerade an diesen Stellen der präventiven Angebote und der Regelleistung ist in den letzten Jahren massiv gespart worden.

00:48:18: Beratungsangebote, Jugendsozialarbeit – auch so was wie neue Angebote von Kita-Sozialarbeit wurden eher weniger als mehr.

00:48:30: Ja und ich frage mich auch an der, warum es nach wie vor so schwer fällt Jugendhilfe und Bildung wirklich zusammen zu denken.

00:48:35: Also klar, Bildungsförderalismus entsprechend.

00:48:39: Bildung und Jugendhilfen sind politisch organisatorisch auf verschiedenen Ebenen verteilt und trotzdem arbeitet ja jede Säule des Systems irgendwie für sich und da müsste man ja auch an den Stellen mal mehr zusammenkommen.

00:48:49: Und mich beschäftigt auch die Entwicklung in der Jugendarbeit das Jungverbände zunehmend unter Rechtfertigungsdruck geraten oder auch Aufgaben übernehmen sollen, die eigentlich gar nicht mehr ihr Kernauftrag sind.

00:49:01: Ganztagsaufbau und Jungarbeit ist ein eigenständiges Recht junger Menschen und sollte einfach nicht nur funktional gedacht werden.

00:49:08: das heißt insgesamt eine sehr große Spannungsfeld.

00:49:10: auf der einen Seite stehen fachliche Ansprüche wie Teilhabe, Inklusionen und der Ausbausoziale Infrastruktur und auf der anderen Seite massive finanzielle und bürokratische Begrenzung Und die RGJ und viele weitere Akteure zum Beispiel auch der Kinderschutzbund der gestern also samstag auf seiner Mitgliederversammlung eine entsprechende Resolution verabschiedet hat, bleiben dran das große Ganze im Blick zu behalten und das hat uns auch Angela versichert.

00:49:49: Ihre Rechte und ihre Unterstützungssysteme sind kein Luxus, sondern Teil einer generationengerechten Reform des Sozialstaats.

00:50:00: Ja nochmal vielen Dank an Angela's Messert von der AGJ.

00:50:04: das ist wirklich toll auch hier immer wieder so Expertinnen einbinden zu dürfen die uns Einblicke geben in diese laufenden Prozesse.

00:50:13: Ich fand als diese große Aufregungswelle aufgrund dieses Papiers so durchgegangen, dachte ich an vielen Stellen.

00:50:20: Jetzt eben lasst uns das erst mal in Ruhe angucken.

00:50:23: bei allem was uns da auch an Widerständigkeit begegnet und auch viele so schnell geschriebenen Stellungnahmen fand ich erstmal... Aber auch befremdlich, muss ich sagen.

00:50:32: Und ich finde die Rahmenung der paritätische Wohlfahrtsverband für diese Veröffentlichung des Papiers gegeben hat, das ging es natürlich auch darum Aufmerksamkeit zu schaffen erstmal so Panik zu schüren und... Das kann man natürlich auch so und so sehen.

00:50:48: Mir hat es sehr gut gefallen, dass es einen offenen Brief gab von Professor Dr.

00:50:53: Karin Böllert, Prof.

00:50:54: Dr.

00:50:54: Wolfgang Schrörer und Prof.

00:50:56: dr.

00:50:56: Sabine Andresen.

00:50:57: Sabina Andresan ist die Vorsitzende vom Kinderschutzbund.

00:51:00: Karine Böller war viele Jahre die Vorsetzende der AGJ.

00:51:04: Wolfgang Schrörr ist jetzt der Vorsitzender oder Teil des geschätzführenden Vorstands der AGY.

00:51:09: Und sie haben einfach zu dritt ohne ihre Institution im Hintergrund einen offnen Brief an das Bundeskanzleramt formuliert und haben dann noch... mal sehr gut strukturiert und sehr klar aufgeführt, wo sie die großen Herausforderungen sehen in diesen über hundert Seiten, sagen wir mal Reform- bis Kürzungsvorschlägen.

00:51:29: Also ganz ohne Schaum vor dem Mund – sehr klar!

00:51:32: Und ich habe dazu auch was auf Instagram veröffentlicht, weil ich das so... Weißt du, da sind jetzt drei Personen mit zu den Personen mit der größten Expertise in Deutschland gehören?

00:51:43: Denn die sich äußern aber eben ohne ihre Institutionen im Hintergrund.

00:51:47: Man kriegt ja häufig nur die Dinge mit, die auch Social Media fett und groß werden.

00:51:53: Weil sie auch Dinge zuspitzen.

00:51:57: Und darum hatte ich mich entschieden da einfach mal ohne vorher zu fragen, das zu verbreiten.

00:52:02: Das ist öffentlich zugänglich aber ich dachte man muss noch ein bisschen Fachlichkeit in die Debatte bringen.

00:52:09: Die Frage ist natürlich... war es klug vom paritätischen dieses Papier zu veröffentlichen.

00:52:15: Also das wurde ja geliegt vermutlich aus einem Ministerium heraus, dass ein bestimmtes Interesse daran hat, dass zivilgesellschaftliche Akteure und vor allen Dingen freie Träger dafür auf die Barrikaden gehen.

00:52:28: Das passiert nicht einfach so.

00:52:32: zufällig, sondern das heißt es gibt eine Person in der Bundesregierung oder mehrere Personen in der Bundesregion die gesagt haben wir finden falsch was da passiert.

00:52:41: Wir müssen darauf aufmerksam machen.

00:52:42: wir selber dürfen's nicht!

00:52:44: Wir leiten das mal weiter und wenn ich das richtig verstanden habe dann ging dieses Papier eben auch nicht nur an den paritätischen, sondern auch an andere große Wohlfahrtsverbände.

00:52:52: Der Paritätische hat sich aber entschieden das zu veröffentlichen.

00:52:56: Und das ist sehr spannend, weil gestern ist ein Interview erschienen mit Katja Kipping.

00:53:00: Das ist die Geschäftsführerin des paritätischen, in dem sie so ein bisschen schildert wie das zustande kamen.

00:53:06: Sie selber war auch im Urlaub als dieses Papier rauskam und dann haben sich schnell eine Chatgruppe irgendwie gegründet und dann schnell überlegt was sie damit machen können.

00:53:16: Da sieht man auch wie sehr sich natürlich da auch zivilgesellschaftliche Akteure selbst unter Druck setzen um was jeder muss jetzt dazu äußern.

00:53:23: Jandrik ich hatte auch das Gefühl dass jeder Verband Jetzt noch schnell eine Stellungnahme.

00:53:27: Und jetzt noch schnell auf irgendeine Art und Weise ein Papier aus dem Mut zu zaubern, obwohl sie selbst gar nicht so sehr drin sind im Thema.

00:53:35: Und es muss man ja auch sagen wir konzentrieren uns hier sehr oberflächlich auf bestimmte Dinge.

00:53:40: andere Verbände gucken viel mehr auf so Fragen wie Unterhaltsvorschuss weil dieses Papier eben auch nochmal familienpolitisch große große Auswirkungen haben würde.

00:53:50: also das ist Das ist so ein bisschen ein Fass ohne Boden und man braucht Leute, die da sehr ruhig drauf gucken und das auch in allen Dimensionen besprechen können.

00:54:00: Und ich würde auch sagen... Auch in diesem Papier sind einfach auch so viele Fehler, so viele Denkfehler dass man auch sieht, ach ja lustig!

00:54:08: Auch die kommunalen Spitzenverbände sind gar nicht so tief drin im Thema aber fühlen sich natürlich auch von der katastrophalen Finanzlage diese auf kommunaler Ebene gegeben vorangetrieben.

00:54:20: Also da ist so viel Emotion drin und ich finde das wahnsinnig schwer, da auch eine Ruhe reinzubringen.

00:54:27: Und die Frage ist dann aber eben auch wie geht es weiter im Prozess?

00:54:33: Es gab jetzt noch keine riesigen Demos... Ich gehe auch nicht davon aus!

00:54:38: Die Linke hat ja jetzt aufgerufen dass in May und Juni zu diesem Thema richtig richtig viel demonstriert werden soll.

00:54:46: Ich sehe das noch nicht so, dazu wissen immer noch zu wenige Leute was Kind und Jugendhilfe wirklich ist oder setzen sich nicht damit in Beziehung was es auch bedeutet für Teilhabe und Inklusion.

00:54:56: Deshalb ich habe da gerade noch so Zweifel.

00:54:58: und dann wie vorhin beschrieben der Prozess der Ungleichzeitigkeiten, wer wird sich da noch einmischen?

00:55:03: Und was passiert mit diesem Referatsentwurf, der ja wie Angela beschrieben hat auch noch im parlamentarischen Prozess weitergeht?

00:55:10: Ich kann mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen dass letztlich der Bundesrat diesem einem Gesetzesentwurf, der so aussieht, zustimmen wird.

00:55:20: Und ich befürchte... und ich will nicht immer die Cassandra der Jugendarbeits- seine was ist eben auch ein Teil meines Jobs!

00:55:27: Ich befürchtete dass wir diesen Prozess, der jetzt schon zehn Jahre dauert nochmal um viele viele Jahre verlängern werden weil auch weil dieses Papier geliegt wurde auch weil das jetzt so eine Unruhe reinbringt, aber auch wir bleiben dran.

00:55:44: Sofern wird es können!

00:55:54: Wir kommen zu einem jugendpolitischen Ticker, weil es da die eine oder andere News gibt und wir steigen ein mit Koalitionsverträgen.

00:56:01: Es gab ja Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und mittlerweile sind die Koalisionsverträge erschienen und wir haben uns beide mal angeschaut und geguckt was denn da so jungenpolitisch drinsteht?

00:56:11: Was der relevant sein könnte?

00:56:13: Und haben wir so ein paar Punkte rausgegriffen und geschaut wie passt das auch zur Position der Jugendverbandsarbeit?

00:56:18: Und wir beginnen mit RheinLand-PfALZ, der Koalisonsvertrag von SPD und CDU und der sich nennt gemeinsame Verantwortung für ein starkes Rheinland-Falt.

00:56:28: Das ist ja die Überschrift, Koalitionsverträge haben wir immer spannende Überschwriften, die glaube ich eher solide gewählt.

00:56:35: Und es geht ja auch zum Beispiel um das Thema Wahlalter XVI.

00:56:38: Die Koalitionspartner CDU und SPD geben schon noch offen zu dass bei der Absenkung des Wahldatsers auf sechzehn Jahre bei Kommunalen Landtagswahlen schon unterschiedliche Auffassungen da sind.

00:56:48: also es gibt keine Einigung.

00:56:50: Das ist dann schon ein Rückstark auch für die Forderungen von Akteuren wie dem Landesjugendring, die sich seit ganz vielen Jahren für das Wahlalter XVI einsetzen und mobilisieren haben wir auch schon in einer Folge drüber berichtet.

00:57:02: Es geht um den Landesjugendebeirat.

00:57:04: er wird als erste seiner Art bundesweit sogar hervorgehoben und soll jungen Menschen eine starke Stimme geben.

00:57:10: also da kann man schon von der Art von Fortführung Ausbaus sprechen.

00:57:14: die Koalition setzt auf institutionalisierte Beiräte statt, auf eine direkte demokratische Teilhabe also Wahlrecht.

00:57:21: Das kann man jetzt sagen das ist der Erforderung nach strukturelle Beteiligung entspricht wird auch begrüßt von Jungverbänden aber eben auch gesagt dass im Beirat kein Ersatz für ein Wahlrecht sein darf.

00:57:32: an dieser Stelle und positiv kann man dann schon sehen dass die Rolle der Jungverbände aber insgesamt gestärkt werden soll.

00:57:38: wir werden sehen wie sich das in einer Praxis auswirkt.

00:57:41: Der Landtag soll also Lernort mit Planenspielen und Jugendformaten ausgebaut werden.

00:57:45: Auch spannend, was dann da kommt.

00:57:48: Und es gibt auch sehr konkrete Dinge zum Beispiel den Führerscheinzuschuss.

00:57:52: Also das Land übernimmt die Verwaltungsgebühren für alle Erstanmelder unter fünf zwanzig Jahren für den Pkw-Führers Scheinen Populäres Thema verspricht direkte finanzielle Entlastung und wirkt auch so ein bisschen wie ein Zugeständnis an die ländliche Jugend, die ja dann auch irgendwie wegkommen ist.

00:58:10: Und mit dem ÖPNV ist es ja auch manchmal nicht so richtig aufm Land an der Stelle.

00:58:14: also auch spannend.

00:58:15: Es geht um den gezielten Ausbau von bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende und Studierende besonders an Hochschulen-Ausbildungsstandorten und für Azubis werden zum Beispiel Pilotprojekte für Wohnraumkapazitäten bei Blockunterricht geprüft.

00:58:29: Und ein weiterer Punkt, den man noch für junge Menschen dort sehen kann ist das es einen kostenlosen Eintritt für unter-Achzehnjährige in Landesmuseen weiterhin gehen wird und festgeschrieben wird.

00:58:41: Ja jetzt sind Koalitionsverträge auch immer so lockere Absichtserklärungen und wir gucken dann natürlich auch immer auf die Sprache und trotzdem ist es erst mal gut dass bestimmte Punkte auch in diese Richtung gehen.

00:58:53: ja gut die Forderung von Verbänden nach mehr sozialer Teilhabe und Entlastung, vor allen Dingen in den Lebenswelten junger Menschen.

00:59:02: Dass das aufgegriffen wird?

00:59:03: Ich würde sagen grundsätzlichen Koalitionsvertrag, indem überhaupt irgendwas Jugendpolitis vorkommt ist ein guter Koalisionsvertrag.

00:59:10: Und wir sehen es gerade zum Beispiel an der Frage nach Wohnraum dann wäre ja auch schon häufiger drüber gesprochen.

00:59:15: Es ist ein Riesenthema für junge Menschen dass sich auf ganz vielen anderen Ebenen auswirkt.

00:59:20: aber wir sehen das auch.

00:59:21: zb bei der Frage der digitalen Ausstattung wenn es um digitale Teilhaube geht.

00:59:26: ab der fünften Die Klasse wird eine Eins-zu-Eins Ausstattung mit digitalen Endgeräten angestrebt, also das eben auch.

00:59:33: das Individuum, dass Kinder ein eigenes Gerät haben und nicht nur sozusagen im schulischen Kontext ein zwei Geräte da sind.

00:59:41: Aber natürlich äußert sich auch rein.

00:59:43: dann falls zum Thema Social Media war ja abzusehen.

00:59:47: die neue Koalition fordert strengere Regeln.

00:59:49: kein Social-Media unter vierzehn Jahren für Jugendliche bis sechzehn Jahre soll es sogenannte Jugendversionen geben ohne Suchtmechanismen in Schulen.

00:59:58: soll die private Handynutzung während der Unterrichtzeit verbindlich reguliert bzw.

01:00:02: Werzwecken geregelt werden.

01:00:05: Na ja, also klar die Jugendverbände oder viele auch Medienverbände haben dann eine andere Position drauf weil sie natürlich eher auf Kompetenz als auch Verbote setzen.

01:00:15: aber auch da gibt es in den Schulgesetzen schon viele Möglichkeiten das auch über Aushandlungsprozesse zu regeln.

01:00:20: ist spannend dass sich ausgerechnet Regierungskoalitionen auf Länderebene immer wieder darauf setzen und so konkret werden wie in Brandenburg war das glaube ich letztes Jahr vorletzt.

01:00:30: Handys gehören ins Schließfach.

01:00:32: Ich denke, regiert ihr jetzt wirklich durch bis aufs Schließfach von Schulen?

01:00:35: Na ja!

01:00:37: Das Thema mentale Gesundheit durchzieht alle Bereiche des Lebens junger Menschen.

01:00:42: die Koalition verspricht dass die Wartezeiten für Psychotherapieplätze spürbar verkürzt werden sollen insbesondere für Kinder und Jugendliche.

01:00:49: da würde ich sagen schauen wir mal wie sich das dann auch in der Praxis auswirkt.

01:00:53: kürzlich erst wurden ja auch die Honorare für Psychotherapeuten gesenkt.

01:00:59: Und beim Thema Jugendschutz, also Schutz und Schützen schützen super wichtig.

01:01:03: Da geht es nochmal um die Frage inwiefern Vapes- und Cannabisprodukte in der Nähe oder auf Spielplätzen konsumiert werden sollen.

01:01:11: wollen ist eher ein erwachsenen Thema würde ich sagen aber scheint da unter dem Schutzaspekt eine große Rolle zu spielen.

01:01:18: Also Rheinland-Pfalz hat einen Koalitionsvertrag.

01:01:20: wir gucken mal wie das so läuft und wie sich da jetzt auch weiterhin die Regierung bilden wird.

01:01:25: Ja, aber auch in meinem Heimatbundesland Bade-Württemberg gibt es jetzt endlich einen Koalitionsvertrag von den Grünen und der CDU.

01:01:36: Das war ja schon rund um die Wahl oder kurz nach der Wahl so ein bisschen diskussiv anstrengend weil sie relativ oben auflagen mit ihren Wählerinnenstimmen und dann so Diskussionen losgingen.

01:01:48: Wer hat das recht Ministerpräsident zu werden?

01:01:51: Und damit auch Nachfolge von Fried Kretschmann?

01:01:55: Ja, sie haben jetzt was vorgelegt.

01:01:57: Sehr pathetisch aus Verantwortung fürs Land gemeinsam stark in stilmischen Zeiten sehr viele Zischlaute für so einen späbischen Vertrag und das sieht man auch daran dass die Koalition da muss ich sehr lachen weil ich kann es fast nicht Deutsch aussprechen.

01:02:11: Einen Masterplan Jugend also ein masterplan Jugend plant als so'n strategischen Rahmen im jugendpolitischen Sinne.

01:02:19: zentral ist ja die Neuauflage des Bündnisschutzes um Kinder- und Jugendarbeit sowie langfristig und krisensicher zu verankern.

01:02:27: Dieser Begriff Bündnischschutz ist eine klassische Forderung aus der Jugendarbeit, also zum Beispiel das Land des Jugendbrings.

01:02:32: Und dass er im Vertrag steht, signalisiert auch eine bestimmte Art von Planungssicherheit für Vereine und Verbände.

01:02:38: Damit es gemeint, dass eben Jugendverbände, Jugendhäuser, Jugendringe langfristigt zu erhalten sind ihre Finanzierungen zu sichern sei ehrenamtliche Strukturen geschützt werden und natürlich auch verhindert werden soll, Das ist häufig auch eine kommunale Angelegenheit.

01:02:55: Also, da kann das Land wieder ganz viel machen und ganz viel sagen aber... Wie es dann in der Praxis aussieht, ist was anderes.

01:03:02: Das landesweite Ombudsystem und die Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung sollen erhalten und gestärkt werden.

01:03:09: Junge Menschen aktiver eingebunden werden in bestimmte Gremien des Landes.

01:03:14: Es ist ja so dass Baden-Württemberg eine gute Kommunalordnung hat, was die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen auf kommunaler Ebene angeht.

01:03:21: im Land würde ich sagen, ist da sicher noch ein bisschen Luft nach oben Und da geht's darum eben auch das klingt dazu blumig Die Vielfalt jungen Menschen besser abzubilden.

01:03:30: Da muss man natürlich auch genauer hinschauen, ob es bei beratenden Funktionen bleibt oder es echte Entscheidungsmacht gibt und ob dann auch Parallelstrukturen zum Beispiel zum Landesjugendring geschaffen werden der ja als Interessenvertretung da auf eine bestimmte Art und Weise agiert.

01:03:44: Es soll ein Dialogprozess mit jungen menschen über die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres als Beitrag zur Demokratieförderung geführt werden.

01:03:52: das finde ich total interessant sowas in so einem Koalitionsvertrag zu schreiben weil Das insinuiert ja auch schon so ein bisschen, dass man eigentlich gerne da reingeschrieben hätte in den Koalitionsvertrag.

01:04:05: Dass man für so ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr ist.

01:04:08: Ein klassisches CDU-Thema aber auch ein Thema das dem Grünen nicht fremd ist vor allen Dingen im Realoflügel und das jetzt als Dialogprozess reinzuschreiben ist auch so einen Zwinkezwonkie.

01:04:19: Wir reden dann mal drüber und dann leider würde ich sagen wird es sowieso ohne junge Menschen entschieden.

01:04:25: Da ist politisch ganz schön viel drin.

01:04:27: Natürlich geht es auch in Baden-Württemberg um die private Nutzung von Handys an Schulen, auch diese soll unterbunden werden.

01:04:33: Auch grün und schwarz wünscht sich eine Altersbegrenzung bei Social Media auf EU Ebene.

01:04:40: Und ja ich bin gespannt weil das sind ja auch bestimmte Lagen die da ineinandergreifen Weil ich selber aus dem Ländle komme und weiß, wie schwierig das ist von A nach B zu kommen.

01:04:51: Freut mich natürlich sehr, dass D-Ticket JugendBW bleibt erhalten – es ist wirklich total wichtig wenn man von a nach b kommen will!

01:04:58: Und ein neues Landesprogramm Demokratieförderung soll angebotet zur Demokratiebildung und Extremismusprävention bündeln?

01:05:05: Ja... Da gucken wir mal, weil wir haben es ja auch gerade mit einer Debatte um Demokratie leben zu tun.

01:05:10: und die Frage ist ja auch.

01:05:11: Wir sehen das gerade in allen Dingen ostdeutschen Bundesländern dass inzwischen auf kommunaler Ebene in die Förderbedingungen so eine Art Extremismus-Klauseln eingeschrieben werden.

01:05:23: Die eher würde ich sagen inzwischen Richtung so der Gedanke ist, dass es im Extremismus geht.

01:05:28: aber was da eigentlich drin steht is ne Neutralitätsverpflichtung der wir als Freiträger nicht nachkommen müssen.

01:05:34: Und ich bin sehr gespannt, ob diesem Baden-Württemberg auch eine Rolle spielen wird.

01:05:37: und für mich super interessant Jendrik das Kultusministerium wechselt wieder zurück zur CDU, nachdem es jetzt lange in grüner Hand war.

01:05:49: Ja, und genau in diesem Kultusministerium soll Minister Andreas Jung werden.

01:05:54: Der kommt eigentlich aus der Umwelt- und Klimapolitik.

01:05:56: und wenn man sich jetzt fragt wo taucht denn eigentlich Jugend dann auf?

01:05:58: Dann soll Bildung, Jugend und Sport eben in diesen Kultursministerium angesiedelt werden.

01:06:02: also eine sehr spannende Personalie Anna, gespannt sein darf.

01:06:07: Ja vorher war also Jugend war vorher ein Sozialministerium.

01:06:12: Wann hat jetzt ins Kultusministerium wo dieser ganze Bildungsteil liegt?

01:06:15: Wir kennen es aus ostdeutschen Bundesländern da ist das dann immer MBJS Ministerium für Bildungs- und Jugendsport dass es gebündelt wird.

01:06:22: wir sehen das im Bund auch und ausgerechnet... Das tut mir ein bisschen weh gebe ich offen zu weil ich Andreas Jung sehr schätze.

01:06:29: der kommt nämlich als Konstanz da wo ich lange gelebt habe der führende Klima- und Umweltpolitiker in der CDU im Bund, also an dem führt keine Debatte vorbei.

01:06:40: Und wenn ausgerechnet der jetzt auf Länderebene so schön es ist, dass er jetzt Minister dort wird... Wenn man den Abzieht aus dem Bund fragt ich mich wo sind dann da noch die Stimmen für eine gute und gerechte Klimapolitik im Bund?

01:06:54: Ist auch ein bisschen ... Mich ärgert das ehrlich gesagt ein bisschen!

01:06:58: Ich finde es auch sehr spannend, wenn man auf die Sprache blickt in dem Koalitionsvertrag und wenn man da oft so Begriffe sieht wie Ermöglichungskultur oder Partner.

01:07:09: Da geht's ja um Wirtschaft aber wenn es dann um Jugendthemen geht, dann gehts sehr viel um Schutz- und Sicherheit.

01:07:14: Wenn wir uns für Chemie der Denken Gewaltpräventionen... Wir brauchen Regeln.

01:07:18: also da ist irgendwie gar keine Augenhöhe mehr von Partnerschaftlichkeit und ermöglichte uns Kultur.

01:07:23: Also es wird spannend wie der Koalitionsvertrag sowohl dem Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz am Ende in die Praxis umgesetzt wird.

01:07:31: Wir werden das so gut, dass geht auf jeden Fall begleiten und viele Menschen, die uns zuhören sind ja auch in den entsprechenden Bundesländern und wir werden uns dann natürlich auch informieren lassen was denn da so kommt.

01:07:49: Ein Jahr nachdem Karin Prien ihren Posten also Bundesjugendministerin angetreten hat, hat sie die neuen Mitglieder des Bundesjugenkuratoriums berufen.

01:07:57: jetzt ist es Passiert und man könnte sich fragen, was soll denn jetzt schon wieder das Bundesjugendkoratorium sein?

01:08:02: Ein sehr großer Titel der vielleicht am ersten Moment ein bisschen sperrig klingt.

01:08:07: Nun ja es ist das gesetzlich verankerte Beratungsgremium der Bundesregierung in Fragen der Kinder- und Jugendhilfe natürlich wo auch sonst.

01:08:14: im SGB VIII steht das in § Und diesen Bundesjugendkuratürum gehören bis zu fünfzehn Sachverständige an, die für die Dauer einer Legislaturperiode des Bundestages durch die Bundesministerin für Bildungsfamilie, Senioren, Frauen und Jugend im Benehmen mit den anderen Bundesministerinnen und Ministern berufen werden.

01:08:36: Das Kuraturen bezieht auch junge Menschen in geeigneter Weise seine Beratung ein zum Beispiel durch Veranstaltungen oder junge Mitglieder selbst sowie eben in der vergangenen Legislatur periode wo mehrere Mitglieder unter sieben zwanzig dabei waren.

01:08:49: Das scheint jetzt leider nicht mehr der Fall zu sein, wenn man sich mal die Liste der neuen Mitglieder so anschaut.

01:08:55: Aber nichtsdestotrotz dürfen euch einige Mitglieder bzw.

01:08:59: Akteure schon bekannt vorkommen, wenn ihr diesen Podcast regelmäßig hört!

01:09:03: Zum Beispiel Professor Dr.

01:09:04: Ivo Züchner mit dem wir in Folge vierzig gerne nochmal nachhören über die Rolle von Jugendverbänden im Ganztag gesprochen haben und vor allem da im Bereich der Ferienbetreuung.

01:09:15: Er wurde jetzt zum Vorsitzenden des Bundesjugendkuratoriums gewählt.

01:09:20: Mit dabei ist auch Peggy Eckert von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, Daniel Poli vom ITAB, der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland.

01:09:29: Die einzige Person die aus den Reihen der Interessenvertretungen kommt ist Christian Patzelt von der deutschen Jugendfeuerwehr, die es Mitglied im Deutschen Bundesjugenderring Und Christian's Arbeitsschwerpunkt als Jugendleiter ist Jugendverbandsarbeit und der will auch laut Pressemitteilung oder Pressemeldung dafür das Fähnchen hochhalten.

01:09:48: Ja, wir gratulieren von Herzen allen Neuberufenen und sind gespannt darauf wie sie sich in die Arbeit der Ministerin und der Bundesregierung im Interesse von Kindern und Jugendlichen einbringen wollen.

01:09:58: Und nichtsdestotrotz müssen wir an dieser Stelle auch etwas Wasser in den Wein gießen denn Wir haben Fragen!

01:10:03: Wir stellen ja einfach immer nur Fragen beziehungsweise haben Thesen.

01:10:08: Die zeitnahe Berufen zu Beginn der Legislaturperiode stellt eigentlich sicher, dass dieses Gremium von Anfang an arbeitsfähig ist.

01:10:15: das heißt eigentlich seit einem Jahr haben wir eine neue Bundesregierung.

01:10:20: jetzt ein Jahr später wird es berufen.

01:10:22: warum hat das Bundesfamilienministerium ein Jahr für die Berufung gebraucht?

01:10:27: Jetzt guckt man auf die letzte Legislaturperiode zurück.

01:10:29: Da gab es ja aus dem Bundesjugendkoratorium immer wieder sehr, sehr spitze Kommentierungen der aktuellen Bundespolitik und mit klaren Ansagen und klaren Aufforderungen als.

01:10:41: ich würde sagen das Bundesjugender Koratorium hat auch den Job aus einer fachlichen Perspektive zu nerven.

01:10:47: Und da sind hochkarätige Menschen drin gewesen in der vergangenen Legislaturperiode, z.B.

01:10:52: Aladdin Al-Mafalani und Wolfgang Schröer, den wir schon erwähnt haben.

01:10:58: Ich frage mich auch, hat das Ministerium ein bisschen ausgesessen?

01:11:01: Einfach klar viel los und so!

01:11:03: Trotzdem haben sie einfach weniger Zeit, weil es schon ein Jahr der Legislatur periode rum ist.

01:11:08: Ich frag mich, warum die gebraucht haben, ob das ausversehen war oder vielleicht ganz gezielt.

01:11:13: Ja, die Mitglieder sind alle vom Fach.

01:11:15: Ohne Frage stelle ich überhaupt nicht in Abrede.

01:11:18: Aber sie sind auch entweder... nahezu alle in der Wissenschaft tätig oder im öffentlichen Dienst, oder in einer anderen bestimmten Abhängigkeit.

01:11:27: Es gibt nur eine Person von einem freien Träger neben den Kollegen von der Jugendfeuerwehr und komplett fehlen Selbstvertretungen junger Menschen.

01:11:34: Das ist ja erwähnt.

01:11:35: in der vergangenen Legislaturperiode waren da auch unter siebenundzwanzig jährige dabei die nicht für ein Verband gesprochen haben sondern aus ihrer Selbstvertrethungsperspektive.

01:11:44: Und das scheint zur Linie der Ministerin zu passenden bestimmten Akteuren eine Art Neutralität Direktivität zuzuschreiben und andere Akteure als Lobbyisten eher so ein bisschen zu marginalisieren.

01:11:55: Und bisweilen ihnen auch, das sehen wir im Demokratie-Lebendiskurs die Autorität zu entziehen oder auch die Fachlichkeit zu entzielen.

01:12:02: Also ich frage mich wie ihr fragen uns, wie es jetzt zu dieser Zusammensetzung kam?

01:12:07: Die sehr fachlich ist!

01:12:08: Ich sag's noch mal, das sind tolle Leute und trotzdem muss man sich überlegen, wie ist so ein Jugendbundesjugendkuratorium zusammengesetzt und was hat es danach auch verwirkmöglichkeiten?

01:12:19: Denn ich habe es gerade gesagt, das Bundesjugendkuratorium hat in der letzten Legislaturperiode der Bundesregierung immer wieder ganz schön ordentlich die Leviten gelesen.

01:12:27: Nicht zuletzt und das ist das Gute!

01:12:29: weil es sich selbst die Themen aussuchen darf, zu denen es arbeitet.

01:12:33: Staatssekretärin Petra Barr hat nun – und hier könnte man diskutieren wie intentional das ist oder nicht – die Grüße der Ministerin bei der Berufung übermittelt und den thematischen Rahmen vorgegeben, in dem sich das BJK bewegen soll.

01:12:47: Man kann das jetzt überstrapazieren aber steht halt einfach in der Pressemitteilung.

01:12:50: Ich zitiere wir freuen uns auf quantierte Empfehlungen etwa zur Stärkung der frühen Bildung.

01:12:59: Also, da wurde dann doch schon auf irgendeine Art und Weise ein Thema vorgegeben oder so eine Linie.

01:13:04: Und ich bin sehr gespannt inwiefern das Bundesjugenderatorium das schaffen wird sich trotzdem gut zu äußern!

01:13:19: Gott mit dir du Land der Bayern-Deutsche Erde Vaterland über dein Weiten Gaun ruhe deine Ruhe seine Segens halt.

01:13:25: sorry jetzt habe ich schon direkt den Fehler gemacht.

01:13:27: die Bayern-Hymne darum geht es jetzt.

01:13:29: Es wurde eine Hymnenpflicht Bayern eingeführt.

01:13:32: Wir haben in der letzten Folge ja schon in der Rubrik sechzehnmal jungen Politik Bayern vorgestellt.

01:13:36: und aus Bayern kommt auch unsere letzte Tickermeldung für heute, in Schulen sollen künftig Hymnen abgespielt werden.

01:13:43: das Kultusministerium hat mitgeteilt dass ab dem Schuljahr sechsundzwanzig sieben zwanzig bei festlichen Abschlussveranstaltungen mindestens zwei Lobgesänge erklingen müssen Und darunter soll auf jeden Fall die Bayern-Hymne sein, ist nicht festgelegt ob die Hymne vom Band oder von einer Musikgruppe gespielt werden.

01:14:00: Das liegt im Ermessen der Schulleitung und dann wären auch Textblätter ausgehändig.

01:14:05: dadurch soll es den Teilnehmerinnen der Abschlussfeier ermöglicht werden mitzusenken.

01:14:09: aber es gibt keine Pflicht zum... mitsingen.

01:14:11: Die gibt's nicht, ja?

01:14:13: Das Ministerium hat trotzdem in seinem Erlass darauf hingewiesen auf einen Paragrafen im Strafgesetzbuch Paragraph neunzig A für Unglimpfung des Staates und seiner Symbole Auf dessen Einhaltung natürlich zu achten sei.

01:14:25: das klingt wenn wenn man das so vorliest irgendwie ein bisschen wie es könnte auch von extra drei oder ein bisschen satirisch sein.

01:14:32: Aber ist tatsächlich so!

01:14:33: Ist das keine Satire Anna was denkst du darüber?

01:14:36: Ja ich musste ein bisschen lachen.

01:14:37: dann dachte jeder Ach Bayern Die Verfassungsviertelstunde ist ja so was ganz Ähnliches.

01:14:47: Im letzten Koalitionsvertrag der Landesregierung aus CSU und freien Wählern, das in Schulen im Rahmen von fünfzehn Minuten politische Bildung verpflichtend stattfinden soll.

01:14:58: Ich verstehe einfach nicht, was man damit bezweckt.

01:15:00: also mit diesem Mome hier fünfzehnt Minuten Verfassungsvierteltunde.

01:15:04: jetzt sinkt da bitte die Hymne!

01:15:06: Was daran macht junge Menschen nachher zu besseren DemokratInnen?

01:15:10: Das verstehe ich einfach nicht.

01:15:11: Und mal abgesehen davon, dass das auch so eine komische Heimat-Thümelei irgendwie hat.

01:15:15: Na ja gut also die Europahymne darf man auch singen.

01:15:18: Also die Deutschlandhymne wiederum nichts.

01:15:21: Das finde ich irgendwie... Ja da fremdle ich ganz schön mit.

01:15:26: Auch da würde mich interessieren ob man es eigentlich evaluiert.

01:15:28: Weil alles wird immer evaluiert wenn's um Kinder und Jugendliche geht.

01:15:32: und angezweifelt aber kann man jemand evaluieren durch das Hymnen singen oder auch nur Hymnend hören bei einer Abschlussfeier, wir bessere Demokratinnen irgendwie hervorbringen.

01:15:43: Also dieses Instrumentarium würde ich ehrlich gesagt gerne mal sehen!

01:15:47: Ja mich wird doch interessieren wenn es Leute zuhören die dann aktiv mal diese Hymne gesungen haben und mit Schüler in Erfahrung haben meldet euch gerne aber bei uns.

01:15:53: so gibt das zum kleinen Erfahrungsbericht.

01:15:55: wie hat das denn eigentlich funktioniert?

01:15:56: Und wie kam das an?

01:15:58: also wir bleiben auch da so ein bisschen dran würde ich mal sagen

01:16:08: ja bevor wir zur letzten Rubrik oder zum letzten Abschnitt dieses Podcast kommen würde ich sehr gerne eine Content-Note aussprechen bzw.

01:16:17: eine Triggerwarnung zum Thema Tod und Krebs, das heißt wenn das ein Thema ist dass für dich schwierig ist wo du nicht gut hinhören kannst hör entweder die nächsten drei vier Minuten nicht alleine oder überspringen sie gerne.

01:16:34: wie gesagt es ist der letzte Abschnitt danach verabschieden wir uns nur noch.

01:16:39: Aber es ist ein Thema, das wir hier nicht auslassen wollen.

01:16:42: Und das ist das erste Mal, dass wir sowas im Podcast machen und hoffentlich auch das letzte mal.

01:16:48: Wir gedenken einer unserer treuesten Hörerinnen, einer leidenschaftlichen Jugendverbandlerin meiner langjährigen Verbandskollegin und auch meiner Freundin Julia Niedermeier kurz Jivu!

01:17:00: Juva von dem Jahr zum Jahrzugsjugend, der KJG.

01:17:05: Vorher war sie BDKJZSanleiterin im Erzbistum Freiburg und auch bei bundesweiten Veranstaltungen.

01:17:12: Immer wenn es um Jugend ging, da war Juh keine Unbekannte.

01:17:15: Sie war immer überall am Start, wenn es den Einsatz für die Rechte von Kindern und Jugendlichen ging unter anderem in der National Coalition.

01:17:24: Und ich kenne nahezu niemanden, der so engagiert und kontrovers diskutieren konnte.

01:17:29: Dennoch mit einer bewundernswerten Klarheit und mit einer unerschütterlichen antifaschistischen Haltung konsequent die Perspektive junger Menschen einnehmen konnte – dabei auch immer selbstkritisch und mit richtig viel Humor die Weiterentwicklung der Jugendverbandsarbeit im Blick

01:17:44: hatte.".

01:17:45: Sie hat mir regelmäßig per Sprachy Feedback zu unseren Podcast Folgen gegeben und war auch immer interessiert am hotten Gossip aus der Jugendpolitik-Bubble, in der sie sich aufgrund einer schweren Krebserkrankung in den vergangenen zwei Jahren nicht mehr selbst bewegen konnte.

01:18:02: Ju ist am Samstag, den zweiten Mai im Alter von thirty-fünf Jahren verstorben.

01:18:07: Sie hinterlässt eine große Lücke in unseren Reihen aber sie hat uns auch etwas ganz Besonderes, etwas Schönes und Tröstliches über einen Freund ausrichten lassen, der sie eng begleitet hat in den vergangenen zwei Jahren.

01:18:18: Und ich zitiere, mein Anspruch war es einfach glitzer zu hinterlassen.

01:18:24: Gute Reise liebe you!

01:18:34: Schlusskurven können ganz unterschiedliche Bedeutung im Leben haben.

01:18:40: wir haben gerade davon gehört und wir biegen auch jetzt in unsere persönliche Schlusskurve ein.

01:18:45: Wir blicken allerdings an dieser Stelle lediglich auf die kommenden zwei Wochen was wir dort so tun.

01:18:50: und Anna, ich frage dich bist du wieder unterwegs?

01:18:53: Was liegt bei dir an?

01:18:55: Tatsächlich liegt bei mir unterwegs sein an aber nur sozusagen einmal ganz kurz nach Pforzheim.

01:19:03: Wir haben gerade von der Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung in Württemberg gesprochen.

01:19:06: da bin ich zu Gast am Dienstag bei einer Veranstaltung zum Thema Segeln bei Gegenwind.

01:19:12: auch wieder so ein großer Großumd großes Bild, das da aufgezeigt wird.

01:19:16: Und ich halte da eine Keynote und mache einen Workshop dazu wie man mit Widerständen gegen Kinder- und Jugendbeteiligung auf kommunaler Ebene gut umgehen kann, wie man damit Politik und Verwaltung in einem guten Austausch bleibt ohne sich gleich Dinge an den Kopf werfen zu wollen.

01:19:32: Da freue ich mich sehr drauf!

01:19:34: Und genau, die Woche drauf bin ich auch noch mal unterwegs.

01:19:37: Aber es sind gerade wieder einfach so schöne Begegnungen.

01:19:40: also bei allem was wir haben's grad gehört was grade auch traurig ist und auch das wird noch sicher meine kommenden Wochen prägen diesen diese Lücke.

01:19:49: Und trotzdem... Gerade weil Menschen auf Instagram das aussehen wie viele ich unterwegs bin und mir das dann immer wo du überall unterwegs bist denke ich so Ja ich bin viel unterwegs aber ich begegne so vielen tollen Menschen.

01:20:02: Das ist ein Geschenk.

01:20:04: Da nehme ich jede Bahnfahrt in Kauf und jedes Rumsitzen an irgendwelchen Bahnhöfen.

01:20:10: Es ist ein riesiges Geschenk, in diesem Feld arbeiten zu dürfen und das wirklich auch zu einer Berufung als Berufung zu verstehen.

01:20:18: Das macht es gerade so wunderschön.

01:20:20: Dafür fahre ich auch gerne mal nach Vorzeichen.

01:20:23: Ja voll schön!

01:20:24: Ich möchte das auch nicht missen, dass das ganze Reisen nicht bekommt mehr ähnliche Feedbacks mal auf Story oder sowas.

01:20:28: Wo bist du denn da wieder?

01:20:29: Aber das einfach macht es ja auch aus.

01:20:31: unterschiedliche Orte, Begegnungen.

01:20:33: Du kommst an Orte wo du wahrscheinlich sonst nie hingefahren wärst.

01:20:36: Das ist auch ganz schön!

01:20:38: Ich freu mich dass ich das Himmelfahrtswochenende frei hab.

01:20:40: da liegen eigentlich keine Termine an und die restlichen Tage bis zur nächsten Folge sind ganz viel kleinere Gremien.

01:20:46: der übliche Gremian.

01:20:47: Alltag ist wieder dabei und wir bereiten den Kirchentag siebenzwanzig in Düsseldorf vor.

01:20:51: großes Event oder treffe ich auf ganz viele engagierte Menschen die richtig Bock haben ein großes event zu bauen Auch Leute die ich nur per Instagram kenne Und jetzt mal persönlich kennenlernen.

01:21:00: Darauf freue ich mich.

01:21:02: Danke fürs Zuhören.

01:21:03: Unsere historisch längsten Folge, Folge sechzig wird eingehen in unser persönliches Guinness-Buch der Rekorde als längste Folge in der Geschichte von Berufsjugendlich so far bis jetzt.

01:21:15: Nichtsdestotrotz gebt uns gerne Bewertungen!

01:21:18: Als Sterne geht gerne auf die gängigen Plattformen hinterlasten Kommentare.

01:21:23: das macht ganz viel damit vor allen Dingen bei einem Thema wie Jetzt dass wir versucht haben aufzuarbeiten.

01:21:30: Teil bitte unsere Kacheln.

01:21:33: Verschickt den Link zu dieser Podcast-Folge, damit wir wirklich wissen wie wir in der Szene... und auch außerhalb über Kinder- und Jugendhilfe sprechen können.

01:21:41: Das ist wirklich wichtig, unterstützt uns dabei.

01:21:44: Es ist ein ehrenamtliches Projekt!

01:21:46: Wir haben hier keinen Sponsoring, wir machen keine Werbung – wir machen das wirklich, weil wir einfach Kinder-und Jugendliche richtig gut

01:21:53: finden.".

01:21:54: Die nächste Folge erscheint am twentyzigsten Mai.

01:21:57: Achtung, es ist ein Pfingstmontag.

01:21:59: Aber ja, wir werden auch am Pfingestmontag erscheinen und freuen uns sehr über euer Feedback eure Interaktion, eure Kommentare und wenn ihr uns einfach auch einen Daumen schenkt.

01:22:13: Und vielleicht doch einfach an uns denkt, wenn wir unterwegs sind.

01:22:17: Passt gut auf euch auf!

01:22:18: Alles Liebe!

01:22:19: Tschüss!

01:22:24: Berufsjugendlich ist

01:22:42: eine unabhängige Eigenproduktion und wir freuen uns über eure Abos- und Bewertungen auf Spotify, Apple, Podgy, Deezer und überall dort wo es Podcast gibt.

01:22:52: Alle vierzehn Tage gibt es eine neue Folge!

01:22:55: Ihr findet uns auf Instagram unter etmedien.politik.partizipation und et erjändrik.

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