Folge 59: Die pinke Zukunft der Jugendverbandsarbeit

Shownotes

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Instagram Jendrik Peters: @airjendrik

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00:00:04: Hallo und herzlich willkommen zu Folge neunundschwünftig des Podcasts Berufs Jugendlich.

00:00:09: Wir sind

00:00:10: Anna Grebe und Jendrik Peters, und wir berichten alle zwei Wochen über das was jugendpolitisch in Deutschland so los ist und wie man eine starke Verbündete oder ein starker Verbündeter für die Interessen von Kindern und Jugendlichen werden

00:00:22: kann.

00:00:23: In unserer heutigen Folge sprechen wir darüber wie es um das ehrenamtliche Engagement junger Menschen nach der Pandemie steht welche Herausforderungen Jugendverbände aktuell bewältigen müssen und welche Lösungen es für die Zukunft der jungen Verbandsarbeit gibt.

00:00:35: Außerdem werfen wir im Rahmen unserer Reihe zur Jugendpolitik einen Blick nach Bayern, wir diskutieren aktuelle Entwicklungen geben euch zum Abschluss noch ein paar wichtige Updates aus der jungpolitischen Landschaft.

00:00:52: Anna, vierzehn Tage sind schon wiederum.

00:00:54: was war dein Highlight in den letzten zwei Wochen?

00:00:56: Eine aneinander Reihung von Highlights!

00:00:58: Ich habe wirklich viel erlebt in den vergangenen Wochen sehr tolle Menschen kennengelernt Und vor allen Dingen auch, das find ich ja immer so ein bisschen verrückt.

00:01:05: Wenn ich angesprochen werde von Leuten so hey!

00:01:07: Ich hör deinen Podcast und mir dann erst bewusst wird die kennen uns aber wir kennen die nicht.

00:01:13: insofern liebe.

00:01:14: liebe Grüße an alle die unseren Podcast hören.

00:01:17: es fühlt sich jedes mal nach was ganz besonderem an.

00:01:20: also ich finde das sehr schön.

00:01:21: deshalb sprecht uns darauf an Wir machen das ehrenamtlich hier dass es machen werden unserer Freizeit und dann Rückmeldung und Wertschätzung zu bekommen.

00:01:29: Das kennen alle Ehrenamtliche.

00:01:31: das tut total gut.

00:01:32: Ja, und ansonsten würde ich sagen ist jugendpolitisch einfach wahnsinnig viel los.

00:01:36: Ich merke wie sich mein Kopf gerade mit jedem Gespräch das ich führe, mit jeder kleinen Anfrage aus dem Bundestag die ich irgendwie sehe, mit jede Info aus Ministerien sortiert sich meinen Kopf einmal so neu durch dieses Arbeitspapier aus dem Bundeskanzleramt.

00:01:53: Demokratie leben dann vergangene Woche auch Angriffe auf die Falten im Bundestag.

00:01:59: also da passiert grade so so so viel.

00:02:02: Und ich merke, das ist jugendpolitisches Komplex.

00:02:06: Das ist nichts Neues auch wenn Bösezungen anderes behaupten.

00:02:10: aber ich merkt es strengt mich gerade ganz besonders an da alle Fäden in der Hand zu behalten.

00:02:17: und wie's bei dir Jendrik?

00:02:18: Ja ich muss echt sagen eins der Highlights ist dass meine Stimme wieder da ist.

00:02:22: also ich hatte wirklich den letzten Tagen ein paar Probleme.

00:02:24: jetzt ist grade Sonntagabend und ich bin froh dass sie einigermaßen Hält.

00:02:29: wo ich auch noch mal gemerkt habe ja stimme schon auch eigentlich das werkzeug mit das Werkzeug in meinem Job oder in unseren Jobs in deinem Jahr auch so ohne Stimme wirst du irgendwann schwierig.

00:02:40: Aber sonst innerlicherseits hat mir eine tagungs im thema populismus und extrem ist was im CVM und es ist einfach gut aktuell verbündete an der Hand zu haben.

00:02:49: Und so wissen wer denkt auch in die Richtung, wer denkt vielleicht auch ein bisschen progressiver?

00:02:52: Wer möchte jetzt doch gerade handeln?

00:02:53: das hat einfach an der Stelle sehr gut da wir zwei Tage mit zwanzig Personen in Hessen unterwegs.

00:02:59: Das war ganz schön!

00:03:08: Heute widmen wir uns einem Thema dass das Fundament unserer demokratischen Zivilgesellschaft berührt wie steht es eigentlich um des ehrenamtliche Engagement junger Menschen einer Welt nach der Pandemie?

00:03:18: ich würde sagen nach dieser Pandemie.

00:03:20: schauen wir mal was die Zukunft noch so bringt.

00:03:23: Wir haben diesen Podcast vor über zwei Jahren damit begonnen, zu erklären was Jugendpolitik überhaupt ist und wie wir dazu gefunden haben.

00:03:31: Über die Jugendverbandsarbeit.

00:03:32: Jendrik du über die evangelische Jugend ich über die katholische Jugend Und das ist auch so was wie ein roter Faden seit der ersten Folge, auch wenn wir ausdrücklich kein Jugendverbands-Podcast sein wollen.

00:03:44: Wir machen Jugendpolitik.

00:03:46: Jugendverband ist ein kleiner Teil davon.

00:03:48: Es sind aber auch seit der Ersten Folge viele neue Hörerinnen dazu gestoßen die vielleicht gar nicht wissen, was Jugendverbände sind und sich, wenn sie uns zu reden hören, immer fragen wovon reden die eigentlich?

00:04:00: Das hat noch mal ganz kurz wirklich sehr kurz für den Newbies eine Auffrischung.

00:04:06: Jugendverbände sind Organisationen, jugendlicher Selbstorganisation und Interessenvertretung.

00:04:11: Das steht so im Gesetz in § twelve SGB VIII.

00:04:16: Jugendverbänder machen Angebote für Kinder- und Jugendliche im Freizeitbereich aber auch zum Beispiel immer häufiger im Bereich der Ganztagsbetreuung.

00:04:24: Jugendverbände sind vor Ort in der Kommune bis hoch auf die Bundesebene tätig und sie sind Orte an denen junge Menschen sich zusammenschließen unterstützen können.

00:04:37: Viele kennen die Pfadfinderinnen oder die Feuerwehrjugend, sie sind ja auch visuell schnell erkennbar und präsent.

00:04:43: aber zu diesem großen Pool an Jugendverbänden gehören noch weitere Verbände wie zum Beispiel sehr exemplarisch die Jugend des Deutschen Alpenvereins, die DGB-Jugend, die Beamtenbundjugend oder die kennen vielleicht viele nicht.

00:04:57: es ist aber auch ein wichtiger Jugendverband eine Jugendorganisation Amarodrom.

00:05:01: das ist die Jugendorganization von Jungeroma und Sinti in Deutschland Und, das ist auch wichtig.

00:05:07: Es sind hauptsächlich ehrenamtlich getragene Organisationen die von jungen Menschen neben Schule Studium Ausbildung was da sonst so an Leben irgendwie läuft gewuppt werden.

00:05:17: und dann wären da ja auch noch diese ganzen großen Krisen in der Welt die sie auch noch bewältigen müssen weil sie sind ja keine Inseln.

00:05:27: So weit, so kurz und unvorständig könnte man an dieser Stelle wohl sagen.

00:05:31: Und wenn wir über das ehrenamtliche Engagement junger Menschen im Jungenverband sprechen dann sprechen wir auch oft über die sogenannte Corona-Delle.

00:05:39: Und eine spürbare Generationslücke im Ehrenabend, die viele jungen Verbände aktuell vor Exzenzielle Herausforderungen stellt zum Beispiel wenn es um Jungleiterin geht... Um diese Entwicklung nicht nur zu beklagen, sondern wissenschaftlich auch fundierte Lösungen zu finden werfen wir heute einen exklusiven Blick in das neu erschienene Buch Ehrenamtliches Engagement junger Menschen in Jugendverbänden ein Praxisforschungsprojekt zur Zukunft von Jugendverbandarbeit nach Corona.

00:06:07: Ein Ergebnis einer zweijährigen umfassenden Studie der Hochschule für angewandte Wissenschaft in Hamburg also der HAW in Hamburg in ganz enger Kooperation mit dem Deutschen Bundesjugendring.

00:06:17: Das Buch analysiert tiefgreifend wie Leistungsdruck im Bildungssystem, zunehmende Bürokratie und veränderte Lebensrealitäten das Engagement Jugendlicher beeinflussen.

00:06:27: Besonders interessant sind die enthaltenen zwölf Handlungsempfehlungen in den die Autorinnen der Studier politischen Fahrplan für die Zukunft der Jugendverbandarbeit skizzieren.

00:06:36: Wir freuen uns deshalb sehr heute eine Ja, auf maßgeblichen Stimmen hinter diesem Projekt als Gast begrüßen zu dürfen.

00:06:43: Prof.

00:06:43: Dr.

00:06:44: Gunda Vogts als Professorin für Kinder und Jugendarbeit sowie Theorie-Soziale Arbeit an der Hochschule Schürangewandte Wissenschaft in Hamburg hat sie das Forschungsprojekt geleitet und gemeinsam mit Zureya Gottzmann und Maja Reifegers wichtige Thesen erarbeitet die Sie uns heute im Interview vorstellen wird.

00:07:10: Herzlich willkommen bei Berufsjungen lege ich Gunda!

00:07:13: Hallo Jendrik, hallo Anna, danke für die Heiladung

00:07:16: Gunda, ihr nennt Jugendverbände in eurem Buchjahr Werkstätten der Demokratie.

00:07:20: Das ist ja jetzt auch irgendwie schon sehr viel strapazierter Begriff.

00:07:23: wenn du mal so als Einstieg an deine eigene Zeit in eine Jugendverbandarbeit denkst gerne so ein zwei Setzen was ist für dich ganz persönlich dieses besondere Jugendverbandsgefühl das junge Menschen auch dazu bringt ihre Freizeit sehr viel freizelt dort zu verbringen.

00:07:38: also dass es für mich bis heute ist weil das bestand hat sind tatsächlich Freundschaften, die irgendwie entstanden sind.

00:07:45: Das Treffen von anderen jungen Menschen mit denen zusammen was zu machen aber auch die vielen Möglichkeiten.

00:07:50: also ich war ja in verschiedenen Jugendverbänden aktiv so Die Anerkennung.

00:07:56: Und was mich auch immer fasziniert hat ist das gemeinsame sing und das gemeinsam Spiel.

00:08:01: und dass bei mir bei der Frage will ich dieses spiel komm mit lauf weg ist mir wieder eingefallen.

00:08:06: Ich weiß nicht ob ihr das kennt.

00:08:07: da steht man klopft so offen rücken und wenn man sagt Komm mit, dann läuft man hinterher.

00:08:13: Muss schneller sein und wenn man sagt Lauf weg, in die andere Richtung baut es manchmal zusammen.

00:08:21: Viel Spaß!

00:08:21: Das verbinde ich mit Jungverbänden.

00:08:24: Bis heute!

00:08:25: Ich hoffe, du verbindest auch deinen heutigen Job mit viel Spaß.

00:08:29: Nämlich als Professorin.

00:08:31: Du hast viele Erfahrungen in der Jugendverbandsarbeit.

00:08:33: Das wissen viele vielleicht nicht.

00:08:34: Du warst doch mal Geschäftsführerin des Deutschen Bundesjugendringes.

00:08:37: Also hast auch wirklich auf allen Ebenen Einblick.

00:08:40: jetzt bist du in der Wissenschaft und in der Lehre und hast dieses Buch geschrieben!

00:08:45: Kannst du uns in zwei bis drei kurzen Sätzen und verständlich für Nicht-Sozialwissenschaftlerinnen erklären, wie ihr als AutorInnenteam für dieses Buch methodisch vorgegangen seid?

00:08:57: Da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten Aussagen zu treffen über den Status quo der Jugendverbandsarbeit.

00:09:02: Also ich versuch's.

00:09:03: Erst mal das Buch hab' ich ja nicht alleine geschrieben, sondern wir haben es geschrieben.

00:09:07: Es sind Maia Reife Gehrs und Zureihe Gottsmann die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen in dem Projekt waren.

00:09:13: und was haben wir gemacht?

00:09:14: Wir haben erst einmal Jugendliche befragt in Gruppendiskussionen.

00:09:18: Jugendliche dienen... Juleika haben, also Gruppenleiterin sind in Sturman im Kreis Sturmann in Hamburg oder im Landkreis Zwickau und wir haben mit ihnen darüber gesprochen was das Engagement in Jugendverbänden für sie ausmacht.

00:09:35: Das ist das eine, das nennt man dann qualitative Gruppendiskussion.

00:09:39: das andere haben, was wir gemacht haben ist dass wir uns angeguckt haben wie viele junge Menschen in den letzten jahren julika also eine jugendruppenleiterin kart beantragt haben und die die eine beantragten haben.

00:09:52: hier haben wir mit einem fragebogen nochmal extra online befragt dass man insgesamt tausend vierhundert junge menschen die sich da beteiligt haben Hauptamtliche in Behörden und Verwaltung.

00:10:08: Und Hauptberufliche in Jugendverbänden, befragt aus zum Engagement junger Mensch.

00:10:16: Das Ganze haben wir dann ausgewertet, zusammengeschrieben mit dem Deutschen Bundesjugendring zusammen der Projektträger ist.

00:10:23: Ergebnis- und Handlungsempfehlungen formuliert.

00:10:26: Ich glaube das soll es ja kurz machen.

00:10:29: ich könnte viel mehr dazu erzählen!

00:10:30: Und es ist jetzt schon ganz schön viel Arbeit, das kann man auf jeden Fall sagen.

00:10:35: Ja und trotzdem klingt das so leicht und fluffig wenn du das so erzählst, wenn ich an meine eigene wissenschaftliche Arbeit denke da war das immer ja... Anstrengend!

00:10:47: Ja genau also die anderen beiden haben auch eine Jugendverbandsbiografie.

00:10:50: von daher war das anstrengt als Wissenschaftlerin.

00:10:52: aber wir haben auch gewusst wofür wir's gemacht haben und von daher hat Spastin machte einfach

00:10:57: Ihr schreibt in eurem Buch auch über eine Corona-Delle und eine Lücke zwischen den Generationen im Ehrenamt.

00:11:03: Was genau meint ihr eigentlich mit dieser Lücke?

00:11:05: Und verbunden damit auch die Frage, was müsste denn Politik tun, damit die Jugendverbände diese Lücke wieder füllen können?

00:11:12: oder können sie das vielleicht gar nicht?

00:11:14: Das ist ne gute Frage!

00:11:15: Erst mal wie sind wir zu diesen Beschreibungen gekommen?

00:11:18: dass Projekt hat angesetzt an der Pandemie.

00:11:21: unsere Hauptfrage es gewesen Welche Auswirkungen hat das, was in der Pandemie geschehen ist bis heute irgendwie in Jugendverbände?

00:11:29: Und es war auch ein wichtiger Zugang so dass die Stiftung Jugendmarke möchte ich auch nennen an der Stelle.

00:11:33: Das Projekt dann gefördert hat und das was wir mit dieser Dello oder Lücke meinest, Pandemie eine Phase gehabt haben, wo ja Juleikerschulungen überhaupt nicht stattfinden konnten oder später nur digital stattfinden können was zu einem unwahrscheinlichen Einbruch der Juleiker Antragszahlen geführt hat.

00:11:53: Das ist das eine und das andere ist dass Jugendverbandsarbeit ja davon lebt, dass ältere Jugendliche oder manchmal auch junge Erwachsene, jüngere Jugendlichen oder Kinder begleiten in Gruppen.

00:12:05: Also ihre Vorbilder sind ihre Gruppe-Leiterin sind und je älter die Kinder werden, desto mehr Verantwortung geben sie an diese weiter.

00:12:13: Und wir haben in den Jugendverbänden eigentlich so eine traditionelle Übergabe oder Weitergabe des ehrenamtlichen Engagements von einer ... Verbandsgeneration zu der nächsten.

00:12:25: Und das hat Corona einfach auch unterbrochen, dadurch dass man sich halt nicht treffen konnte, dass die Form anders waren und dass die Verunsicherung so groß ist.

00:12:34: Das ist das was wir meinen mit der Generationenlücke in den Jugendverbänden im Ehrenamt oder auch mit der Corona-Delle.

00:12:41: Die fühlt sich bis heute fort.

00:12:43: also die Juleiker Antragszahlen sind wieder gewachsen sie sind sogar höher als vor der Pandemie.

00:12:49: aber diese Lücke Und das sind viele Abbrüche auch.

00:12:54: Dann hast du noch gefragt, ob politisch verantwortlich irgendwas dafür tun können, diese Lücke zu füllen?

00:13:04: Eins zu eins natürlich nicht, also weil sie auch jetzt die, ich sag mal hart, die Fehlentscheidung mit Blick auf junge Menschen in Corona nicht rückgängig machen können.

00:13:13: Aber was sie natürlich machen können heute sind Rahmenbedingungen schaffen, die Jugendlichen es ermöglichen sich zu engagieren in Jugendverbänden aber auch an anderen Orten In der Gesellschaft und da meine ich mit Rahmenbedienungen vor allen Dingen Dinge, die das Schulausbildungs-Autosstudiumsystem betreffen, dass Sie Freiräume schaffen Na ja aber auch Anerkennung aussprechen das bin ich ganz wichtig.

00:13:37: ne, dass einfach auch lobend erwähnt wird im politischen Reden.

00:13:41: Dass junge Menschen ehrenamtlich aktiv sind und viel leistend für die Gesellschaft und das wahrgenommen wird und nicht so wie wir es häufig machen dann über Pflichtdienste geredet wird und blablabla.

00:13:53: also.

00:13:53: von daher glaube Vieles hat auch mit der Motivation von jungen Menschen zu tun, wie wertschätzend sie ihr Engagement empfinden.

00:14:02: Also von daher würde ich sagen an dieser Stelle haben neben der Schaffung von Rahmenbedingungen politisch verantwortliche echten Job zu tun denen Sie nicht immer gut machen.

00:14:11: im Moment

00:14:12: Also, ohne dass ich euch jetzt den nächsten Forschungsauftrag ins Buch diktieren wollen würde.

00:14:18: Aber ich finde es etwas ganz Spannendes was ihr da beschreibt mit der Generation Lücke weil das ja erhebliche Auswirkungen auf die Praxis der Jugendverbandsarbeit hat.

00:14:26: dann wenn Jugendverbandarbeit versucht hat diese Lücken von alleine zu füllen also gar nicht so gucken wie die Rahmenbedingungen aussehen sondern konkret bei Pfadfinder stemmen wo dann plötzlich Eltern wieder anfangen aktiv zu werden oder auf eine bestimmte Art und Weise dann eben auch der AKM-Dehäufung, wie wir das ja nennen.

00:14:45: Also dass einige Ehrenamtliche noch mehr Aufgaben übernehmen und versuchen das zu kompensieren.

00:14:52: Das sind ja Effekte die wir so gar nicht auf dem Schirm haben inwiefern da eine Systematik dahinter steckt.

00:14:59: Dass es eben nicht nur Einzelfälle sind sondern dass wir aus den Jugendverbänden heraus schon aus unserer unglaublichen Motivation und Selbstkastellungen manchmal auch versucht haben selber Lösungen dafür zu finden.

00:15:12: Und das aber später dann noch mal evtl.

00:15:14: auch negative Effekte haben könnte, nicht nur ne?

00:15:18: Weil Eltern dürfen sich engagieren, aber so ist Jugendverbandsarbeit nicht gedacht.

00:15:23: Wer mehr Ämter als eines übernimmt der droht würde ich sagen aus eigener Erfahrung auch eher schneller auszubrennen und dann den Strukturen damit verloren.

00:15:32: also ich finde dass es so ein Seiteneffekt den ich da sehe.

00:15:35: kannst du das irgendwie auch nachvollziehen?

00:15:38: Also ich habe gerade so gedacht, ich weiß nicht ob die Hauptzukunftsfrage an der Stelle jetzt irgendwie daran liegt dass Eltern zu vielen Ämter sind oder doppelten Ämtern sind.

00:15:49: Mein Blick aus der Studie heraus und aus dem was die Jugendlichen erzählt haben ist ja eher diese Problematik das Es an vielen Stellen tatsächlich mehr Kinder gibt, die irgendwie in Gruppen möchten oder in Freizeiten als es Möglichkeiten gibt diese Angebote zu schaffen.

00:16:02: Also weil den Jugendverbänden jetzt gerade bei den Freizeitern halt die Ehrenamtlichen fehlen, die das irgendwie durchführen.

00:16:09: und ich sage mal ob jetzt in diesen Lücken vermehrt ältere oder Eltern wieder geholpt sind da haben wir nicht nachgefragt ist aber erst Mal wieder in den Gruppendiskussionen noch in den Interviews mit den Hauptberuflichen irgendwie ein Thema gewesen.

00:16:27: Aber die Frage ist natürlich schon, wie wir diese Generationenslücke jetzt füllen?

00:16:33: Also weil wenn wir weniger Gruppen haben und weniger Freizeiten oder zumindest nicht genügend Freizeit, dann heißt das ja dass wir in den Jugendverbänden auch nicht die Möglichkeit sehen können, dass sie daraus wieder neue ehrenamtliche akquirieren.

00:16:46: Nicht immer dieses böse Wort aber darum geht es ja.

00:16:49: also nicht nur unsere Studie noch andere Studien zeigen, dass Freizeiten ja ein ganz besonderer Schlüssel sind an der Stelle.

00:16:56: Also über Freizeit bekommen Jugendverbände neue Teilnehmende wenn es gut läuft neue Mitglieder und daraus wiederentwickeln sich neue ehrenamtlichen Strukturen.

00:17:06: und irgendwie ist da so einen Kreislauf wo wir halt gerade gut hingucken müssen wie wir diese Spirale durchbrochen kriegen unter Wiederhinlaufen.

00:17:18: positive Zeichen sind, die vielen Juleiker Neuanträge, die da jetzt kommen.

00:17:21: Das lässt irgendwie hoffen.

00:17:24: Ja aber es ist einfach eine Schwierigkeit oder eine Herausforderung der sich Jugendverbandsarbeit stellen muss.

00:17:30: gerade

00:17:31: Gleichermaßen sehen wir auch, dass viele junge Menschen in Jugendstudien angeben.

00:17:34: Dass sie sich sehr belastet fühlen dadurch das Schule, das formale Bildung einen immer größeren Stellenwert aber auch reale Zeit in ihrem Leben einnimmt, dass sie wegen Stress in der Schule oder Studium oder Ausbildung gar keine Zeit mehr haben.

00:17:50: für ihren Amt.

00:17:51: so wie Sie sich das vorstellen ist es das einzige was nachher eine Auswirkung darauf hat, ob junge Menschen sich engagieren.

00:17:59: Spielen da noch andere Gründe in der Rolle?

00:18:02: Ich habe gerade gesagt, da gibt es auch weitere gesellschaftliche Rahmenbedingungen.

00:18:05: Was hält junge Menschen davon ab, sich zu engagieren im Jugendverband?

00:18:08: Also ein großes Thema ist erst mal dass Sie wissen müssen das es Jugendverbände gibt und wissen müssen dass Jugendverbinde etwas bieten und dass sie sich da ehrenamtlich engagieren können.

00:18:19: also das ist was wir am Ende auch nochmal formuliert haben unter den Handlungsempfehlungen Jugendverbände noch mal neu gucken müssen.

00:18:27: Weil wir rauskommen aus den Generationen, wo das so selbstverständlich ist zu wissen was Jugendverbünde sind.

00:18:32: also ich war gestern mit Studierenden zusammen bei einer Veranstaltung vom hessischen Jugendring und da habe ich die Studierende vorher im Seminar gefreicht.

00:18:40: sag mal Leute welche Jugendverbinde kennt ihr denn?

00:18:43: Und dann war großes Schweigen!

00:18:45: Also vierzig studierende großes Schweig.

00:18:47: Dann hab' ich ein bisschen weitergeholfen und hab gesagt naja es ist ja nicht so lange her als sie Kinder jugendliche waren Sind sie mal mit auf Freizeiten gefahren oder so?

00:18:56: Okay, dann haben wir uns dem ein bisschen genähert und als erstes kamen die Fahrtfinderinnen.

00:19:01: Dann kamer Jugendvollwehr usw.

00:19:04: Das macht es deutlich, dass in diesen neuen Generationen auch einfach deutlich machen müssen was das ist.

00:19:11: Die bei mir in der Hochschule studieren ja soziale Arbeit Das waren Studierende am Ende des Studiums und Jugendverbände sind was Großes Unbekanntes.

00:19:22: Und das können wir jetzt weiterziehen, sodass ich sagen würde ja also dass es natürlich irgendwie einen Zugangshindern ist.

00:19:28: Hast du noch mal Bezug nehmt auf das was Du gefragt hast?

00:19:33: Also Anforderungen in Schule, Studium Ausbildung als Hürde... Da sagen die Ergebnisse aus unseren qualitativen Interviews mit den jungen Menschen ganz klar, ja das ist eine riesen Hürde.

00:19:46: Also weil sie sich in einem Zeitgefängnis gefangen sehen, weil sie in Bildungsinstitution sind, die viel von ihnen fordern und viel zeit beanspruchen.

00:19:58: also ich habe in Vorbereitung auf das interview heute nochmal so gedacht okay wenn wir annehmen dass Jugendliche von acht bis sechzehn Uhr in der Schule sind, dann haben die in vierzig Stunden Woche.

00:20:08: Dann sind hier einfach durch.

00:20:09: aber wir wissen alle sie sind nicht durch sondern die üben für Klausuren bereiten Referate vor machen Hausaufgaben.

00:20:15: das ist die gesellschaftliche Realität.

00:20:17: und mit der gesellschaftlichen Realität lässt es sich halt nur schwer engagiert sein in Jugendverbänden.

00:20:26: oder ein anderes Beispiel.

00:20:27: Ich habe letzte Woche Kontakt gehabt mit jungen Menschen aus dem Fahrtfinderenbereich, das großes Bundeslager im Juli-August.

00:20:35: Der hat gerade seinen Schulabschluss gemacht und geht es ins freiwillige soziale Jahr.

00:20:38: Das fängt am ersten Achten an.

00:20:40: Das Fahrtfinderlage leuchtet halt noch.

00:20:43: also okay er kann dann nicht hin.

00:20:45: so mit Ausbildung usw.

00:20:47: Ein anderes Thema als selbstkritisch auf meine Institutionen geguckt Semesterzeiten Vorlesungszeiten.

00:20:54: Studierenden wissen nicht, welche Kurse sie bekommen.

00:20:56: Es ist eine Mangelverwaltung an den Hochschulen.

00:20:58: Sie werden Zeiten zugewiesen.

00:21:00: Sie können ehrenamtlich planen.

00:21:02: die Semesterzeiten sind oft nicht überein mit den Schulferienzeiten dann stehen für die Freizeit nicht zur Verfügung.

00:21:09: so und Du hast ja auch noch mal gefragt.

00:21:11: weitergehend also das große Thema Armut und Reichtum oder die Schere einfach in unserer Gesellschaft auseinander geht, spiegelt sich ja im Ehrenamt auch wieder.

00:21:22: Also wer in Hamburg studiert und da irgendwie nicht zufällig bei Mama und Papa wohnen kann muss einfach so viel für Wohnungen bezahlen im Studium dass man in der Regel Erwerbstätig sein muss.

00:21:34: So wenn ich im Vollzeitstudiumjob noch Lebensunterhalt von mir oder manchmal auch von meiner Familie mit verdienen muss, habe ich keine Zeit für Engagement.

00:21:44: und dann sind wir in Alleinerziehendenfamilien oder in Familien mit vielen Kindern mit Flucht hinter Grund vielleicht, dann sorgen die noch für ihre Geschwister usw.

00:21:53: Also wer soll sich da noch engagieren?

00:21:55: Ich kann diese jungen Menschen verstehen, wenn sie sagen... Das geht nicht.

00:21:59: Und das wissen wir aus den Ehrenamtsberichten, dass es einfach diese Schere gibt, dass zum Beispiel Armut eine Zugangshürde ist und das können Jugendverbände nicht überwinden sondern das ist etwas was wir gesellschaftspolitisch lösen müssen

00:22:15: Ich bin da noch mal hängen geblieben, dass gesagt das Jugendverbände müssen wir erstmal bekannt sein.

00:22:19: Ich hatte damals auch gar nicht gewusst, dass es Jugendverbänder gibt wenn ich nicht Freundin gehabt hätte die drin waren.

00:22:24: oder im Sozialarbeitsstudium war ich immer der Exot wenn ich meine Facharbeit mal über Sachen in dem Jugendverband geschrieben habe alle über Wohngruppen über Suchtprojekte.

00:22:32: sonst war es bei den Jugendverbänden okay.

00:22:33: was ist denn krass?

00:22:36: Die Perspektive kommt da auch nicht so oft vor.

00:22:40: Ihr schreibt in eurem Buch ja auch über Bürokratie, jetzt nicht einfach so sondern im Sinne von Engagement Killer.

00:22:46: Bürokritie als Killer von Engagement.

00:22:48: und über welche Art von Bürokrate reden wir denn da?

00:22:51: Und ein Lieblingsbegriff für eine Politik ist ja gerade auch Bürokate Abbau.

00:22:58: Wir fragen uns wie kann es denn engagierten bei Anträgen und Nachweisen mal leichter gemacht werden ohne dabei auch ganz wichtig zu sagen wichtige Regeln wie zum Beispiel den Kinderschuss aufzugeben?

00:23:09: Also das Wichtig ist ja gerade nochmal zu betonen, so sagen also nicht wir reden darüber sondern die jungen Menschen.

00:23:16: Die jungen Engagierten von sechzehn bis Anfang zwanzig, die reden da drüber und sagen diese ganzen bürokratischen Sachen habe ich keinen Bock drauf.

00:23:26: Das was ich machen will es mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

00:23:29: Sie wollen pädagogische Arbeiten machen und haben sie jetzt so nicht gesagt aber mein Bild dazu wäre, irgendwie konfrontiert und in Teilen vielleicht auch belästigt.

00:23:41: Also wir haben von diesen juleiker Antragstellenden, die wir befracht haben online hat etwa zwanzig Prozent gesagt Wir fühlen uns von Bürokratie oder von solchen Prozessen In unserem Ehrenamt behindert Und das sind total viele wenn man mal sich vergewissert, dass die, die Anträge stellen, fünfzehn oder sechzehn Jahre sind.

00:24:08: Und für die fünfte Sechzehngeregen sind dann nicht die klassischen in den Jugendverbänden jetzt irgendwie diese bürokratische Sachen machen müssen so.

00:24:15: Jetzt hast du gefragt was steckt hinter dem Wort Bürokratie?

00:24:18: Weil das ist auch klar, die wir befragt haben, die nehmen in der Regel nicht das Wort Bürokratie in den Mund aber die reden von den unendlich vielen Förderanträgen.

00:24:27: also erst mal gar nicht die fördersystematik sondern dieser Zusammenhang, dass nicht ein Förderantrag für eine Freizeit oder für ein Projekt oder für den Jugendverband insgesamt gestellt werden muss.

00:24:39: Sondern das man so eine Zusammenstellung aus verschiedenen Fördern hat und jeder Fördergeber hat wieder einen anderen Antrag und will einen anderen Verwendungsnachweis usw.

00:24:48: Und sofort.

00:24:49: Das sagen die jungen Menschen irgendwie ganz klar ja also das geht es noch nicht.

00:24:53: Das wollen wir nicht.

00:24:54: Also das ist einmal dieses das vielleicht klassisch was wir mit Bürokratie in Verbindung bringen, Antragswesen und Abrechnungswesen.

00:25:03: Und da wäre einfach der Weg dahin zu kommen dass wir endlich eine Infrastrukturförderung für Jugendverbände bekommen wo vielleicht ein Antrag oder Einverwendungsnachweis erreicht und ich nicht nochmal für fünf Euro für ne Freizeit extra Antrag stellen muss.

00:25:18: also das ist das wo sie drüber reden wäre es schon durch Verschlankung und Mittelzusammenführungen.

00:25:25: Und auch in der Anerkennung, ihr braucht eine Gesamtförderung davon macht die eure Arbeit.

00:25:31: Darüber könnten wir Bürokratieabbau in diesem Staat hinkriegen.

00:25:34: und dann wer eh ein ordentliches Arbeiten entlastet.

00:25:38: Das ist so da eine Teil.

00:25:39: Und das andere ist dass ich weiß gar nicht ob Bürokratee das richtige Wort.

00:25:45: Da geht's eigentlich mehr um den ganzen gesetzlichen Anforderungen, die wir inzwischen haben von Versicherungsschutz, Datenschutz, Kinderschutzvereinbarung und so weiter.

00:25:57: Und sofort.

00:25:58: also sie sagen Wir stehen da in einer Verantwortung.

00:26:01: Wir müssen uns mit Dingen auseinandersetzen.

00:26:03: Wir verstehen das manchmal gar nicht.

00:26:04: Ja Das ist ja Inhaltlich wichtig.

00:26:06: Also keine Frage, ne?

00:26:09: Wir wollen auch unseren Beitrag dafür leisten aber dann müssen wir Vereinbarung unterschreiben da müssen wieder was entwickeln in unserem Verband das können wir ehrenamtlich gar nicht und so weiter.

00:26:18: also dass ist schon etwas was interessanterweise auf den Schultern der jungen Ehrenamtlichen lastet und Das wird deutlich auch in dem Sinne weil sie verstehen Sie haben dann eine Verantwortung Aber sie haben vielleicht doch irgendwie bedenken, dass sie dieser Verantwortung gar nicht gerecht werden können.

00:26:36: Aber so viel prasselt auf sich ein und Sie sagen wieder das was ich will ist vielleicht das was Ich zum einen Stiege gesagt habe ich will spielen mit Kindern und Jugendlichen will zwei Zeiten fahren.

00:26:45: wir wollen Spaß haben Wir wollen es irgendwie nett haben wir kochen zusammen uns weiter sondern kommt Nein ihr müsst dann noch dies machen und das und jenes so.

00:26:53: Und ich glaube da könnten wir schon eine Menge von ihnen nehmen und da nehmen wir auch.

00:26:59: Also können wir auch eine Menge dadurch nehmen, indem wir einfach erstens entschlacken in diesem Staat und zweitens hauptberufliche Strukturen vielleicht nochmal anders aufstellen oder deutlich machen.

00:27:10: So ehrenamtliche junge Ehrenamtlichen vor allen Dingen brauchen Strukture die sie unterstützen.

00:27:16: Wir haben da im vergangenen Jahr auch mit Daniel Seiler in einer Podcast-Folge hier drüber gesprochen.

00:27:20: Daniel Seila macht den Jugendleiter Block und der hat mit uns gemeinsam eine Umfrage ausgewertet, wo genau das was du gerade beschrieben hast auch deutlich wurde.

00:27:28: Jugendleitern sind keine Inseln!

00:27:30: Auch die sind Teil einer Gesellschaft, in der diese Konflikte vorliegen.

00:27:36: Und deshalb finde ich es so interessant, dass eure Forschung zeigt das Ehrenamtliche und eben auch ehrenamtische Jugendleiterinnen durch Unterstützung von Hauptberuflichen viel mehr in ihr Potenzial kommen könnten.

00:27:50: Jetzt sagen wir einige Erwachsene, na ja früher ging das doch auch ohne.

00:27:53: Das heißt doch Ehrenamt!

00:27:55: Ja?

00:27:55: Das ist doch hier kein Hauptberufe?

00:27:58: Na ja, warum sollten denn Bund-Länder Kommunen vor allen Dingen mehr Geld für feste Stellen in zum Beispiel der Jugendverbandsarbeit einsetzen um Ehrenamtliche zu entlasten?

00:28:07: Was kann man denen dann sagen?

00:28:09: Warum sich es lohnt so eine halbe Stelle für einen kommunalen Jugendringer einfach mal irgendwie rauszuzaubern.

00:28:14: Also eigentlich haben wir jetzt die ganze Zeit drüber gesprochen.

00:28:17: Der erste Schritt wäre Ihnen selber vorzuhalten was Sie von den Jugendverbänden verlangen also was sie von denen alles wollen welche Rechtsvorschriften wir einhalten sollen welche Finanzierungsanträge sollen und wie sie das abwickeln und rechtfertigen sollen.

00:28:30: Das ist eigentlich die beste Konfrontation, da kann man sagen also wer zwischen sechzehn und sagen wir jetzt mal einundzwanzig meinetwegen auch sieben zwanzig soll das dann bitte machen?

00:28:39: Also neben den ganzen anderen Herausforderungen des Aufwachsens so.

00:28:43: Und ganz ehrlich werde ich ein bisschen klar denkt dem müsste irgendwie deutlich werden dass es dafür eine hauptberufliche Struktur braucht.

00:28:50: Und da würde ich jetzt auch noch gar nicht sagen, dass die hauptberufliche Struktur immer den Ehrenamtlichen das alles abnehmen muss.

00:28:57: Aber weil es muss auch verständlich bleiben.

00:29:00: Mein Ziel wäre nicht jetzt irgendwie auch eine Entfremdung zu schaffen an der Stelle von den Verwaltungsprozessen und den jungen Menschen sondern wir brauchen hauptsberuflicher Idee, die junge Menschen damit rein nehmen, damit sie ja auch deutlich verstehen können also wie Demokratie funktioniert und was da passiert, aber sie brauchen halt Unterstützung in der Abwicklung dieser Anträge.

00:29:23: In der Anleitung auch in der Kontinuität, in den politischen Gesprächen

00:29:28: usw.,

00:29:29: also das finde ich schon etwas ziemlich Wichtiges.

00:29:32: und vielleicht nochmal aus den Ergebnissen der Gruppendiskussion mit dem jungen Ehrenamtlichen herausgesprochen Die jungen Ehrenamtlichen machen halt auch deutlich, dass die hauptberuflichen für sie Ansprechstellen sind.

00:29:44: Also so wie wir es gerade nochmal formuliert haben wo Sie sagen naja also wenn's mir nicht so gut geht oder ich jetzt in in meinem Leben irgendwelche Baustellen habe und Ratbrauch oder vielleicht auch mal nur jemanden, der mir zuhört.

00:29:57: Dann sind für mich die Hauptberuflichen total wichtige Personen weil sie sind Vertrauensperson nicht weiß sie kommen auch aus dem Verband Sie wollen mich unterstützen usw.

00:30:06: Und dann gehe ich da halt auch hin.

00:30:08: also das ist wieder so eine Doppelfunktion.

00:30:10: hauptberufliche machen Verwaltung sie machen Qualifizierungsarbeit für die Ehrenamtlichen aber sie sind eben auch die persönlichen Ansprech Partnerinnen für die Ehrenamtlichen selbst in ihren Herausforderungen des Aufwachsens, die sie bewältigen müssen.

00:30:27: Und das wären so für mich die Argumente, wo ich gerade mit Kommunalpolitikerin ins Gespräch gehen würde und sagen würde hey ihr leistet euch für diese Prozesse eure Hauptberuflichen auf der anderen Seite in Anführungsstrichen?

00:30:40: Und die jungen Ehrenamöglichen sollen das selber machen?

00:30:43: Nein guck doch mal hin!

00:30:44: Das ist doch klar dass das nicht gehen kann.

00:30:46: Vielleicht sind unsere Hörer India jetzt auch ermutig, da mal diesen Fritz zu gehen und mit den Argumenten Gespräche aufzunehmen.

00:30:52: Ich erinnere mich an eine Situation habe ich meine damalige Jugendreferentin das Back-Office genannt.

00:30:57: Das Backoffice der Jugendarbeit fand sie gar nicht so richtig wertschätzend aber ein bisschen hat es das auch beschrieben.

00:31:02: Sie habt die ganze Verwaltungsabläufe für Freizeiten abgenommen sodass wir uns auf die auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren konnten und dass sich die Rolle der hauptumlichen Wettaufgaben verändert hat.

00:31:11: Da haben wir schon oft im Podcast mal drüber gesprochen.

00:31:14: Wir würden aber gerne zum Schluss so ein bisschen den Dreh auch in positive bekommen.

00:31:18: Wir haben viel über Hürten geredet, aber es ist ja so dass viele Jugendliche immer noch große Lust haben sich zu engagieren.

00:31:26: und deswegen die Frage was macht denn die Arbeit im Jungenverband für sie so besonders?

00:31:30: Und wie müssen Sie sich aber auch Verbände verändern damit sie in Zukunft auch attraktiv bleiben?

00:31:35: Also erst mal das Besondere, es wird ganz deutlich.

00:31:37: Das erste ist dass sie sagen Es macht mir Spaß!

00:31:40: Es macht mich Freude mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.

00:31:43: Und dann wenn wir weiter gefragt haben in den Gruppendiskussionen Was ist das was Freude und Spaß macht?

00:31:48: Dann sagen Sie ich bekomme da etwas zurück.

00:31:52: Manchmal benennen sie auch tatsächlich selbst diese Worte, also ich bekomme Anerkennung.

00:31:56: Ich bekomme Wertschätzung!

00:31:58: Ich kann etwas und die nehmen das ernst was ich kann und ich bringe ihnen was bei und die wertschätzen dass sich irgendwas beibringen.

00:32:04: Also das ist ein Riesenmotiv für die jungen Menschen.

00:32:08: und wenn wir dann mit unserer abstrakten Wissenschaftlerin oder wachsen in den Brille drauf und sagen wie das ist ja... Was total toll ist, weil da passiert Bildung.

00:32:17: Da passiert Lernen und das irgendwie in Bierbezügen wo die Altersabstände nicht so groß sind.

00:32:23: Das ist etwas was sie toll finden.

00:32:27: Dann wo Sie natürlich sage ich, weil andere Jugendverbandsstudien das ja auch schon rausgearbeitet haben.

00:32:32: Sie reden über Gemeinschaft also Freunde und Freunden wir machen damit anderen etwas zusammen Wir treffen dann Menschen Wir reden auch nicht alle, aber einige über die Wertorientierung ihrer Verbände sagen ja mein Verband steht für das und dass.

00:32:48: Und das finde ich total klasse und das will ich weiter tragen ist eine Wertorientierungen oder sind vielleicht manchmal auch Ideale für die jungen Menschen, die ich weiter geben will.

00:32:58: so in dem Kontext reden redet ein Teil halt auch darüber dass sie sagen Ich war schon selber Teil dieses Verbandes, da sind wir wieder bei dieser Weitergabe.

00:33:07: Für mich war das total wichtig als Kind und ich möchte jetzt dass andere das irgendwie auch erleben können also diese Verantwortungsübernahme in der Weitergabel von positiver Erfahrung.

00:33:18: Das ist total wichtig!

00:33:19: Und dann gibt es noch eins... Jungenverbände freuen, dass sie darüber sprechen.

00:33:24: Wir haben es beschrieben als Handlungsmacht.

00:33:28: Die jungen Menschen selbst sprechen häufig darüber, dass die sagen ich werde gefraht und beteiligt.

00:33:33: Meine Ideen werden aufgenommen.

00:33:36: Ich kann sehen was meine Ideen verändern.

00:33:43: Grenzen, was häufig auch ab dann von anderen institutionellen Gefügen des Aufwachsens.

00:33:48: Also vom Schule vor allen Dingen manchmal auch von Familie und sagen da erlebe ich das alles nicht aber im Jugendverband erlebe Ich dass das was sich zu irgendwie Wirkungen zeigt.

00:33:59: also das ist ein total wichtiges Motiv.

00:34:02: wenn wir bei diesem ersten Teil deiner Frage erstmal bleiben warum Warum machen junge Menschen das?

00:34:07: dann reden sie über diese Sachen?

00:34:09: Also wenn ich es richtig erinnere weil der zweite Teil, den du irgendwie geschickt damit vergnügt hattest.

00:34:15: Was müssen Jugendverbände tun?

00:34:17: Damit sie attraktiv bleiben oder werden oder noch attraktiver sind... Ist ja kein

00:34:21: Selbstläufer!

00:34:24: Also da kommen aus der Studie schon auch so ein paar Aufgaben raus und es ist trotzdem wichtig vorhin nochmal zu sagen die Studie bestätigt schon an vielen Stellen-Jugendverbandsarbeiten und sagt erst mal so ihr leistet was tolles, ihr erreichne Menge an jungen Menschen.

00:34:42: Aber die Studie zeigt natürlich auch auf was jetzt irgendwie Parts sind wo man hingucken muss und das ist ja auch ein Teil mit gewesen warum der deutsche Bundesjugend drin gesagt hat wir brauchen diese Studie wir wollen einfach wissen was sind Prozesse wo wir hingucken müssen.

00:34:59: Ein wichtiger Part, tatsächlich die Gewinnung neuer Engagierter über den eigenen Jugendverbandsfokus hinaus.

00:35:09: Also es ist vielleicht das was wir auch schon länger diskutieren, die Öffnung der Jugendverbandarbeit ich weiß nicht ob ich sagen soll in neue Milieus ein bisschen ist es das auf jeden Fall über die familiarisierten Gruppen hinaus.

00:35:23: also was zu tun haben mit dem was sich vorhin schon mal gesagt hat habe mehr Werbung zu machen an Orten, wo man vielleicht so a-typisch sonst nicht auftritt.

00:35:32: Also vielleicht hilft der Stand auf dem Schulfest der Schule zum Beispiel mal oder im Im Startteil da ist man dann irgendwie noch mehr vertreten.

00:35:40: aber praktisch diese diese Öffnung auch an Anwohnenbereich wo Jugendverbände vielleicht nicht vorkommen wenn man jetzt an große Städte denkt und so weiter.

00:35:50: also das ist ein Riesenthema ein Riesenthema.

00:35:54: Damit verbunden sind die ungleichen Zugangstchancen zum Engagement, haben wir auch schon kurz angerissen wo glaube ich Jugendverbände nochmal härter darüber diskutieren müssen und sich Strategien überlegen müssen.

00:36:09: aber ich habe auch schon Einschränken gesagt das können sie nicht alleine lösen es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem unter einem Thema.

00:36:20: vielleicht so als ein Beispiel noch, was wir aufgemacht haben ist.

00:36:23: Wir haben es beschrieben als ein Spagat zwischen den traditionellen Prinzipien die Jugendverbände haben und dem, was gesellschaftspolitisch von ihnen verlangt wird.

00:36:34: Und mit den Prinzipien meinen wir da die Selbstorganisation durch alle Teile der ehrenamtliche Bezug aber auch die Mitgliedschaft und die Freiwilligkeit Die Jugendverband braucht auch in seinen politischen oder demokratischen Strukturen.

00:36:57: In den Vorständen, in Gremien, wenn ich mit Mitglied an Arbeit und Verband bin, brauche ich irgendwie Vorsitzende die Aufgaben übernehmen.

00:37:07: Und das wird schon deutlich... In der Studie, dass die jungen Menschen, die wir da befragt haben nicht so richtig interessiert daran sind.

00:37:15: Es ist immer wieder... Wir wollen diese pädagogische Arbeit und sie auch für ihre Verbände eben beschreiben das es total schwer ist da menschen führt zu gewinnen.

00:37:24: Und da sind vielleicht auch noch mal bei dem was du gesagt hast Anna wo wir dann vielleicht eher ältere in Ämtern haben die in diesen Ämtern auch noch bleiben weil dir Keine neuen jungen ehrenamtlich in diese Ämter bekommen.

00:37:38: und das ist was, wo Jugendverbände wirklich hingucken müssen.

00:37:43: Wo ich an Stellen auch sagen würde ja da sind ihre Prinzipien vielleicht sogar ein bisschen gefährdet.

00:37:49: Da braucht es die neue Modelle.

00:37:50: die Lösungen habe ich an der Stelle auch nicht.

00:37:53: also wir machen am.

00:37:54: Wir haben eine Online-Veranstaltung im Deutschen Bundesjugendring, wo wir die Ergebnisse noch mal vorstellen.

00:37:59: Wo wir das auch diskutieren wollen.

00:38:01: Ich glaube es braucht mehr Orte in Jugendverbänden, wo wird drüber diskutieren?

00:38:05: Was heißt das für Strukturen der Jugendverbände?

00:38:07: Also brauchen wir Vorstandsemter auf Zeit?

00:38:10: Brauchen wir mehr Wechsel?

00:38:11: ist eigentlich ein Jahr schon zu viel?

00:38:13: also manchmal sind sehr drei Jahre.

00:38:15: wie kriegen wir das hin?

00:38:16: Wie teilen wir Aufgaben da neu auf?

00:38:19: machen wir Neue Aufteilung zwischen Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen?

00:38:25: geben wir Aufgaben ab.

00:38:26: Also ich weiß es nicht, wie gesagt aus der Forschung heraus.

00:38:29: Wir können die Lösungen in den Raum geben.

00:38:32: also wir haben die Antworten letztlich nicht aber wir zeigen auf an welchen Stellen es Antworten braucht.

00:38:40: Das Buch Ehrenamtliches Engagement junger Menschen in Jugendverbänden, ein Praxisforschungsprojekt zur Zukunft von Jugendverbandarbeit nach Corona.

00:38:47: Dass Gunda Vogt zusammen mit Soraya Gottzmann und Marja Reife-Gest geschrieben hat erscheint bald nämlich genau in dieser Woche in der auch diese Podcastfolge erscheinend am dreißigsten April.

00:38:58: Gunda hat es gerade gesagt am zehnten Juni gibt's eine digitale Veranstaltung mit dem Deutschen Bundesjugendring.

00:39:04: im Rahmen dieser Veranstaltungen wird dieses Buch nochmal ausführlich vorgestellt oder gibt sich ja die Möglichkeit diese praktischen Hinweise, die du gerade schon so angetiesert hast.

00:39:13: einzubringen.

00:39:14: Wenn ihr uns folgt auf Instagram oder unseren WhatsApp-Channel abonniert habt, dann werdet ihr ganz sicher mit Kriegen wann diese Einladung rausgeht für die Veranstaltung.

00:39:24: Wir schicken da sicher nochmal den Link rum und dann könnt ihr noch mehr von Gundas Expertise bekommen.

00:39:30: Gunda ich kann von deiner Expertise selten genug bekommen!

00:39:33: Es ist ein großes Geschenk tatsächlich dass du nicht nur hier im Podcast bist sondern das wir uns auch immer wieder austauschen zu diesen Themen.

00:39:39: Das weiß ich sehr zu schätzen Dass es Professorinnen gibt, Wissenschaftlerinnen gibt.

00:39:44: Die nicht nur eine Jugendverbandsgeschichte haben sondern eben auch mit einem wissenschaftlichen Blick da drauf gucken worum es wirklich geht wenn wir über starke Kinder und Jugendliche in einer doch manchmal ganz schön verrückten Welt sprechen.

00:39:58: vielen dank dass du hier im interview warst.

00:40:00: danke euch

00:40:09: Jana erneut einem spannender Gast bei uns im Podcast mit Dingen, wo ich ganz oft gedacht habe ja stimmt.

00:40:16: Ja und gut dass wir das jetzt mal wissen.

00:40:18: an der Stelle Ich bin vor allem daran hängen geblieben hab ich auch schon in dem Interview gesagt, dass Jungverbände gar nicht überall bekannt sind Und man muss sie erstmal kennen um dort eben auch aktiv zu werden.

00:40:29: Das ist so.

00:40:29: das wo wo ich gerade da war bin wo ich noch einmal nachgedacht habe wie bin ich eigentlich damals auf auf Jungverbende gekommen?

00:40:35: an der stelle

00:40:36: Ja, also ich sehe das natürlich ganz genauso und ich finde es auch spannend dass viele auch erst im Nachhinein wissen, dass sie eigentlich oder bemerken, dass die bei einer Jugendverbandsaktivität dabei waren.

00:40:47: Diese Situation kenne ich ganz genau so!

00:40:49: Und trotzdem würde ich sagen, dass es nicht nur eine Marketingfrage ist, weil dann ja auch schnell Gedanken kommen wie naja wir müssen eben überall an Schulen sein und alle müssen wissen das... Allein irgendwie, dass man Marketing macht reicht eben auch nicht.

00:41:05: Weil junge Menschen heutzutage überflutet werden mit Angeboten auf Social Media.

00:41:10: Da können Jugendverbände gar nicht algorithmisch gesehen den Stand bekommen, den da andere haben.

00:41:16: Ich glaube es geht ja ganz viel um Mund-zu-Mund-Propaganda würde man das glaube ich nennen und auch auf einer Beziehungsebene.

00:41:23: also es geht uns ja beiden so.

00:41:25: Es ging eher darum, dass Leute gesagt haben hey das ist cool geht da hin.

00:41:29: Nicht dass irgendwo ein großes Banner war meld dich wie in meinem Fall an zum Zeltlage und deinem fall an zu einer Freizeit.

00:41:35: also ich glaube es wird immer noch darum gehen dass man unter Piers unter jungen Menschen selbst dafür werben muss.

00:41:41: so Hey Komm damit, das ist eigentlich ganz cool.

00:41:44: Ohne dass man jetzt glaube ich die großen Kampagnen schalten muss wäre so mein Eindruck.

00:41:48: Ja und wann machen junge Menschen das wenn die Arbeit cool ist in den jungen Verbänden?

00:41:51: Wenn der Spaß macht uns sie da hinter stehen.

00:41:53: Das heißt es eine bedingt ja auch irgendwie das andere.

00:41:56: Und voll!

00:41:58: Aber man muss natürlich auch Zeit dafür haben sich ehrenamtlich zu engagieren und Gunda hat's ja auch genannt.

00:42:04: Zeitgefängnis als Begriff also Semesterzeiten oder Schulferien sind teilweise total konträr gegen das, was junge Menschen als ehrenamtliche auf Freizeiten auch einbringen wollen.

00:42:17: Schulferigen gar nicht mal unbedingt, sondern Semesterzeit und Ausbildungsbeginn in Kombination mit den Schulferinnen.

00:42:22: Das passt dann halt nicht immer so dass die Freizeit so liegen, dass Ehrenamtlicher auf einmal wieder arbeiten müssen oder gar nicht rechtzeitig wissen wann Klausuren sind.

00:42:30: Und trotzdem sagen die Statistiken, dass junge Menschen in Deutschland sich überdurchschnittlich engagieren.

00:42:35: Darüber sprechen wir hier immer wieder im Podcast.

00:42:38: Immer wenn irgendwie eine neue Jugendstudie erscheint oder ein Ehrenamtsbericht wird deutlich, junge Menschen sind äußerst engagiert!

00:42:44: Ich frage mich ganz ehrlich wie die das auch noch machen nach so einem langen Tag?

00:42:48: Weil dadurch der Tag ja noch länger wird und auch des Wochenende belegt ist.

00:42:52: und trotzdem ist es so dass junge Menschen hoch solidarisch sind und sich für andere einsetzen.

00:42:57: Die Frage ist, was es mittel- bis langfristig der Preis dafür schon gestresst zu sein als Teenager davon dass man den Ansprüchen formaler Bildung gerecht werden muss und auch noch versucht sich ehrenamtlich zu engagieren oder im Jugendverband unterwegs zu sein.

00:43:11: Und darum ist es glaube ich auch so wichtig und Gunda hat das auch gesagt Es geht auch um hauptamtliche Strukturen.

00:43:16: Hauptamtliche strukturen im Jugendverband benennt es im Jugend Verband auch so weil wir sagen es gibt einen Ehrenamt und es gibt ein Hauptamt.

00:43:24: Das hat auch viel damit zu tun bei uns in den Strukturen, in den Jugendverbänden ja auch bezahlte Jobs gibt auf die man gewählt wird.

00:43:34: Also man stellt sich zum Beispiel als Vorsitzende... also man stellt sie zur Wahl als Vorsitzer und damit wenn man gewählt wird ist aber auch ein Arbeitsvertrag verbunden.

00:43:45: Man kann auch sagen Hauptberufliche wenn es dann Angestellte sind, aber wir benutzen das auch glaube ich ganz häufig synonym.

00:43:50: Und diese Menschen die Geld für diesen Job bekommen sind auch deshalb wichtig weil sie damit ehrenamtliche Strukturen unterstützen können.

00:43:58: Die nehmen denen nicht die komplette Arbeit ab, ich finde das was du als Beispiel genannt hast so mit der Frage des Backoffice ja klar.

00:44:04: das fühlt sich vielleicht erst mal auch komisch an wenn man gesagt bekommt man sei des back office.

00:44:08: Ich würde sagen dass es das ist etwas ganz Tolles möglich zu machen Dass sich junge Menschen ehrenamtlich engagieren und dafür eben auch mal Kisten zu packen oder sich zu kümmern irgendwie dass ein Protokoll geschrieben wird Das ist eine tolle Dienstleistung.

00:44:25: Bedeutet aber auch, dass man ganz nah dran sein kann wie junge Menschen sich entwickeln zu sehen das junge Menschen.

00:44:32: Sich engagieren bedeutet eben auch ihre Sozialisation dadurch zu beobachten Wie sie Fortschritte machen wie Sie sich mehr zutrauen wie sie.

00:44:40: also als Teenager passiert ja auch einfach total viel und das Ist ein toller toller Job.

00:44:47: Ja der muss ordentlich bezahlt sein Das ist auch nicht immer der Fall.

00:44:51: Und es werden auch einfach systematisch Stellen abgebaut, immer weniger Verbände haben, ehrenamtliches hauptberufliches Personal.

00:45:00: bei den Kirchen geht das häufig noch einigermaßen weil es Verbindungen gibt zwischen natürlich dem Freipersonal oder dem pastoralen Personal und dem was dann die Jugendarbeit macht.

00:45:12: aber es wird auch immer weniger und wir können unter diesen Umständen keinem Jugendverband irgendwie vorwerfen, dass er weniger aktiv ist.

00:45:21: Weil man braucht dafür inzwischen einfach wirklich eine Infrastruktur.

00:45:25: Bisschen mehr als ein Backoffice, bisschen mehr als einen paar Prozent Sachbearbeitung würde ich sagen?

00:45:30: Ja weil es kommen immer mehr Themen dazu.

00:45:31: Datenschutz, Kinderschutzversicherung und so weiter.

00:45:34: Da solltest du hier noch was machen da noch im Prozess

00:45:36: usw.,

00:45:36: hier noch ein Formular... Und das wird alles mehr aber die Haupt- und Ablichtenstellen werden weniger.

00:45:41: Zumindest auf evangelischer Seite kann ich sagen das trifft uns hier auch.

00:45:45: Denn gespart wird auch Und meistens auch als erstes wieder an der Jugend.

00:45:49: Das ist leider ein großes Problem.

00:45:52: Gründer hat ja auch gesagt oder es kommt ja durch, dass die Juleikerzahlen steigen an dieser Stelle.

00:45:57: also immer mehr Menschen machen eine Jugendleiter in Karte an der Stelle und ich merke das im eigenen Job auch bei uns im Umfeld, dass immer mehr Juleikerkurs aus dem Boden Komm, also immer mehr hauptamtliche oder ja doch meistens hauptsamtliche bieten das dann an in den Vereinen.

00:46:12: Ich habe aber so einen Eindruck, der ist ein bisschen kritisch vielleicht auch dass sich da Menschen und Hauptamtlichen mit profilieren wollen die sagen boah ich mache jetzt einen coolen Juleiker-Kurs Dann kann ich dort entsprechend auch ehrenamtlich für gewinnen.

00:46:25: Und dann haben wir aber das Problem Das in einer Stadt Wuppertal Zum Beispiel irgendwie wir zwölf Vereine haben und das glaube ich insgesamt sechs oder sieben verschiedene Julyker Kurse gibt.

00:46:35: Und der Kurs vom Landesverband, wo man die Ressourcen ja auch reingehen könnte kaum noch gebucht wird.

00:46:39: also wie arbeiten wir eigentlich zusammen?

00:46:42: Und wer macht auch einen Julyker Kurs aus welchen Hintergrund?

00:46:45: Ja und dann möchte ich nochmal ganz kurz einschieben, wenn ihr vielleicht das Wort Julika noch nie gehört habt.

00:46:51: Nur mal ganz kurz.

00:46:52: Julika steht für Jugendleiter, Jugendleitinnen-Card und ist ein bundesweit einheitlicher Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit.

00:47:03: Das dem geht so eine Schulung voran.

00:47:05: also man macht eine Julikaschulung die gibt es auch immer wieder digital oder sie wird auch den Teilen digitalisiert.

00:47:11: Ich habe das noch damals gemacht in so mehreren Wochenenden Qualifikationsnachweis, der legitimiert gegenüber Eltern, gegenüber Verwaltung, Politik.

00:47:21: Dass man mit Kindern und Jugendlichen arbeitet.

00:47:25: Da geht es um verschiedene Themen auch viel Auseinandersetzung mit einem selbst.

00:47:28: ich weiß nicht wie das bei dir war in der in der Julika-Schulung aber da war ich Teenager.

00:47:33: also Da ging es nicht nur darum, dass ich etwas eingetrichtert bekomme.

00:47:36: Auch zum Beispiel im Bereich Prävention aber auch Methoden.

00:47:40: Wie kann man Spiele gut anleiten?

00:47:42: Es ging auch ganz viel darum auf sich selber zu gucken.

00:47:45: wie bin ich eigentlich für eigene biografische Arbeit?

00:47:48: Und übrigens muss man auch eine erste Hilfe-Kurs ganz häufig dazu machen.

00:47:53: Das ist natürlich auch wichtig, darauf können Eltern vertrauen.

00:47:57: Eltern können drauf vertrauen, dass wenn Jugendleiterinnen einen Julike haben, sie dann über eine bestimmte Art von Qualifizierung verfügen und das finde ich total wichtig.

00:48:05: Ich find's cool, dass diese Zahlen steigen!

00:48:09: Da kann es unterschiedliche Gründe für geben, ich würde mich da gerne noch mal weiter einlesen ob es damit zu tun hat... Leute, während Corona keine Julika machen konnten oder ob es daran liegt dass einfach die Julika immer beliebter wird.

00:48:23: Es gibt ja auch so Konkurrenzprodukte auf in manchen Bundesländern Ehrenamtskarten zum Beispiel.

00:48:28: das machen dann noch häufige Erwachsene.

00:48:30: Das finde ich schon mal sehr interessant.

00:48:32: Oder wird wirklich für junge Menschen auch das Thema Qualifizierung wichtiger Im Sinne von.

00:48:37: Ich habe dann auch ein Zertifikat.

00:48:38: Ich kann auch etwas entzeigen in den formale Bildung Ja auch sehr sehr sehr wichtig ist.

00:48:44: Ich hab da noch was was für eine Bewerbung dazu legen kann, weil sonst kann man ja ganz selten über das eigene verbandliche Engagement irgendwie.

00:48:51: Man bekommt da ja auch selten Zeugnisse oder irgendwelche Papierurkunden die man einscannen kann und irgendwo beilegen kann.

00:48:57: Also falls jemand von euch sich sehr gut auskennt mit der Julika Statistik meldet euch gerne bei mir.

00:49:02: Das finde ich nämlich richtig richtig interessant.

00:49:06: Ja und trotzdem Jendrik.

00:49:07: also Ich muss an vielen Stellen auch sagen es hat mich nicht überrascht Also auch das, was ich in dem Buch gelesen habe.

00:49:14: Ich finde es super weil es endlich auch so ein diffuses Gefühl und auch so eine Praxiserfahrung die wir ja beide teilen aus dem was wir machen das zementiert jetzt.

00:49:25: also das bietet jetzt den wissenschaftlichen Rahmen für etwas was wir irgendwie auch immer so ein bisschen geahnt haben und eben auch besprochen haben.

00:49:31: aber toll dass sich da als drei Wissenschaftlerinnen drangesetzt haben und ist wirklich auch methodisch gut aufgearbeitet haben uns in der Jugendverbandarbeit, aber übrigens auch an vielen Verwandtenhandlungsfeldern.

00:49:44: Der Kinder- und Jugendhilfe also im erweiterten ehrenamtlichen Raum ein weiteres Instrumental und weitere Argumente um deutlich zu machen wir müssen junge Menschen nicht nur mit formaler Bildung stärken.

00:49:57: es geht eben auch darum dass sie Freiräume haben im Ehrenamt das Sie sich ausprobieren können und sie brauchen die Zeiten um das tun zu können.

00:50:04: und trotzdem ist es mir auch wichtig Man sagt immer so einfach, you can't fix what you didn't break.

00:50:13: So sehr wir die Jugendverbandsarbeit hoch jessen weil wir selber die Erfahrung gemacht haben und wissen dass es vielen jungen Menschen sehr gut tut.

00:50:21: Jugendverbandarbeit kann nicht das ausgleichen was politisch verbockt wird.

00:50:27: aber Jugendverbannsarbeit ist aus meiner Sicht Die Antwort auf viele Fragen, die sich Politik und Gesellschaft in Bezug auf ein gutes Leben junger Menschen geradestellen.

00:50:37: Hier wird Demokratie gelernt hier findet Sozialisation statt hier lernt man gerade gesagt super viel über sich und über andere.

00:50:44: Man lernt sich zu streiten ja auch ganz häufig mit so Geschäftsordnungen und Satzungen wenn man auf so einen bestimmten Level angekommen ist.

00:50:51: aber es geht ja auch darum in sozialen Situation nicht alleine vor dem Computer nicht allein vor dem Handy sondern gemeinsam Konflikte auszuhandeln Verantwortung zu übernehmen, das ist der Trick an Jugendverbandsarbeit.

00:51:02: Wir kriegen sehr früh viel Verantwortung und wir können sie kriegen.

00:51:07: Wir übernehmen selbst Verantwortung für unsere Veranstaltungen und wehrten es gut aus und lernen daraus.

00:51:13: Und wir lernen empathisch zu sein mit anderen in real life!

00:51:17: Das ist ein unglaublich großer Wert der Jugendverbandarbeit.

00:51:22: Man darf das nicht romantisieren, das völlig klar sind sich immer alles lagerfeuer- und toti.

00:51:28: Aber so zu tun, als sei die Idee von Jugendverbandsarbeit nicht mehr zeitgemäß.

00:51:34: Das halte ich wirklich verfallsch bei.

00:51:37: sie ist die Antwort auf viele, viele Fragen, die wir uns gerade stellen!

00:51:49: Wir kommen zu einer neuen Kategorie, die wir ja vor zwei oder drei Folgen eingeführt haben.

00:51:53: Sechzehnmal Jugendpolitik!

00:51:55: Wir wollen uns gerne die jungpolitische Situation in allen Bundesländern anschauen und heute wird es blau-und weiß.

00:52:01: Dabei geht's nicht um den FC Schalke also Libero Gebiets Fans sondern es geht um Bayern.

00:52:06: Und wenn wir an Bayern denken dann gehts nicht nur um Lederhose Oktoberfest oder Alpenkulisse Sondern auch um das mit Abstand Bevölkerungsreichse Flächenland Deutschlands.

00:52:15: Und wie ihr das vielleicht vom Netzmaschung gewohnt seid, haben wir ein paar Fakten an den Anfang gestellt zum Thema Bayern und junge Menschen.

00:52:23: In Bayern leben rund zwei Komma zwei Millionen Kinder.

00:52:26: Das sind siebzehn Prozent der Gesamtbevölkerung und die amtliche Statistik spricht für Zweitens vierundzwanzig von gut zweicommer zwei Millionen Minni-Jährigen unter Regiert mit den Bayern von einer Koalition auf CSU und freien Wählern.

00:52:39: zuständig für jungen Politik ist aktuell das bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.

00:52:45: Mit der Ministerin Ulrike Schaf von der CSU.

00:52:49: Zunächst doch mal die Info Kinderrechteindex weiter in den Fünfundzwanzig.

00:52:52: da steht Bayern insgesamt nur im Mittelfeld.

00:52:54: Auffällig ist das Profil.

00:52:56: beim Recht auf Gesundheit schneidet Bayern überdurchschnittlich ab Beim recht auf Beteiligung und beim recht auf Schutz dagegen eher unterdurchsschnittlich.

00:53:04: Bildung, Lebensstandards, so Ruhe, Freizeitkultur liegen im Durchschnitt und besonders deutlich kritisiert das Deutsche Kinderhilfswerk.

00:53:12: Das Beteiligungsrechte für Kinder- und Jugendliche weder in der bayerischen Verfassung noch in der Gemeindeordnung verbindlich verankert sind.

00:53:20: Jugendliche unter achtzehn in Bayern dürfen weder bei den kommunalen Hochbeilandtagswahlen abstimmen.

00:53:25: Es gab da schon mehrere Initiativen zuletzt Vote Sixteen zum Beispiel.

00:53:29: Und ein zentrales Argument von Vote Sixten ist dass viele sechzehntinundseztenjährige sogar bereits gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, Schule, Ausbildung, Ehrenamt und deshalb eben auch politisch mitentscheiden sollten.

00:53:41: Das ist allerdings auch kein spezifisches Bayern-Phänomen.

00:53:44: Haben wir gerade drüber gesprochen dass das auch ein Kennzeichen ist zum Beispiel von Jugendverbandsarbeit.

00:53:50: ich will es nochmal betonen weil das wirklich in einem krassen Widerspruch steht zu dem was man sonst über Bayern weiß auch was die Situation der Jugendarbeit angeht.

00:53:58: Es gibt in der bayerischen Gemeindordnung keine ausdrückliche, nicht mal beiläufige Verankerung von Jugendbeteiligung.

00:54:06: Also weder eine sogenannte Mussbestimmung noch eine Soll-Bestimmung und das ist in den meisten Bundesländern tatsächlich anders.

00:54:16: In § Bürgerinnenbeteiligung, aber halt nicht explizit um junge Menschen wie z.B.

00:54:24: Baden-Württemberg oder Brandenburg, wo das noch mal extra aufgeführt wird und auch nochmal neuer oder direkter bestimmt

00:54:30: wird.".

00:54:31: Und das ist für viele Akteure in Bayern ein Problem, denn sie können sich gegenüber der Kommunalpolitik nicht darauf berufen, dass Kinder und Jugendliche an sie betreffenden Entscheidungen verbindlich beteiligt werden müssen.

00:54:42: Dann hängt es ganz stark vom Bürgermeister ab – ich muss hier nicht gendern – oder ganz stark davon ab ob da irgendjemand Lust drauf hat.

00:54:49: Darum gibt's seit einigen Jahren auch die Forderung einen zusätzlichen Paragrafen Achtzehn C in die Gemeindeordnung einzuschüren um dort explizit über Beteiligungsrechte zu sprechen.

00:55:01: Mal schauen, ob wir das noch erleben werden.

00:55:03: Gleichzeitig gibt es in Bayern durchaus relevante Strukturen für Beteiligung.

00:55:08: Das Sozialministerium hat bereits, zwanzig einundzwanzig einen Gesamtkonzept zur Stärkung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Bayern vorgelegt.

00:55:17: Darin werden der Bayerische Jugendring seine Fach- und Servicestelle, Kinder- und Jugendbeteiligung sowie der Landesheimrat also die Vertretung von jungen Menschen aus stationären Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung ausdrücklich als Partnerinnen bekannt.

00:55:30: Also es geht ganz viel und gleichzeitig ist es so schwer das ohne gesetzliche Verankerung auch wirklich auf kommunaler Ebene durchzusetzen.

00:55:38: Kommen wir jetzt mal zu den Akteuren im Feld.

00:55:40: Da steht zunächst einmal der Bayerische Jungdringen, der BJR, der Dachverband der Jungenverbände in Bayern, der aber auch Aufgaben des überordlichen Träger sehr jungtisch übernimmt und den Hundert drei Stadtkreis- und Bezirksjugendringe.

00:55:54: und was den BRR so besonders macht, ist vor allem sein rechtlicher Status.

00:55:58: Der Bayerische Jungdringen ist eine sogenannte Körperschaft des öffentlichen Rechts, also eine KDE-R.

00:56:03: Das bedeutet der ist jetzt keine gewöhnliche NGO kein Verein wie viele andere sondern er übernimmt stattdessen staatliche Aufgaben bleibt aber selbst organisiert durch die Jugendverbände.

00:56:13: zeigt sich in der Praxis nicht übermäßig Überall gleich, aber zumindest mal in der Theorie.

00:56:18: Und genau darin liegt auch der Kern von diesem Sonderstatus.

00:56:21: Der Staat überträgt Verantwortung an die Jugend selbst und der Bayerische Jugendring verwaltet öffentliche Gelder, organisiert Fördersstrukturen koordiniert große Teile der Jugendarbeit im Bundesland.

00:56:32: Aber die Entscheidungen treffen Vertreterinnen und Vertretern der Jugendverbände.

00:56:36: Man muss hier aber auch kritisch anmerken dass sie es oft eher so ist während die tatsächliche Umsetzung nicht immer ganz vollständig dem Ideal.

00:56:45: Das hat direkte Auswirkungen auf die gesamte Struktur der Jugendhilfe in Bayern, denn viele kommunale Jugendringe sind an den Bayerischen Jugendringen angebunden.

00:56:54: Förderlogiken, Beteiligungsformate und politische Interessevertretung laufen dann über dieses System.

00:56:59: Und dieser rechtliche Status hat auch zufolge dass es Jugendringe gibt, die mehrere hundert MitarbeiterInnen haben.

00:57:06: als Beispiel ist hier vor allem der Kreis Jungdringen München stattzunennen.

00:57:10: Ja, das ist total spannend.

00:57:11: Wenn man einmal hinter diese KDE-R Struktur gestiegen ist und auch weiß... dass es das einzige Bundesland, das diese Struktur hat.

00:57:19: Dann wird einem auch vieles klarer was dort besser laufen kann und was dort aber auch herausfordernder ist.

00:57:27: Man könnte sagen in Bayern ist Jugendarbeit eben nicht nur ein Angebot des Staates sondern ein gemeinsames gestaltetes System aus Staat- und Zivilgesellschaft mit der Jugend als eigenständige Akteur.

00:57:38: Und ich würde auch sagen die Marke.

00:57:40: Jugendringen sind Bayern dadurch viel bekannter.

00:57:43: Also es ist eben nicht wie in anderen Bundesländern, wo man sagt ach so da gibt's einen Jugendring.

00:57:47: Was soll denn ein Jugendring sein?

00:57:49: Dadurch dass Jugendringe so verankert sind auf so vielen Ebenen und eben auch viel hauptamtliches, hautberufliches Personal haben Träger sind wie mit München statt von unglaublich vielen Jugendzentren, Jugendklubs angeboten Tönt einem so.

00:58:01: das also Jugendring kennt man dadurch auch eher.

00:58:04: Dieser Ansatz hat Tradition, bringt aber eben auch Herausforderungen mit sich.

00:58:08: Denn wo staatliche Verantwortung und Selbstorganisation zusammenkommt, da braucht es auch klare Rollen.

00:58:13: Da braucht das Transparenz und immer wieder neue Aushandlungsprozesse.

00:58:18: oder ums vielleicht ein bisschen weniger verklausuliert zu sagen Es gibt auf allen Ebenen auch immer wieder Loyalitätskonflikte wenn zum Beispiel Interessen von Kommunalpolitik durch die Beschlüsse des Bayerischen Jugendringes Verbände, gesetzten Positionen und Haltungen aufeinandertreffen.

00:58:36: Zum Beispiel im Bereich des sogenannten Neutralitätsgebots.

00:58:41: Das finde ich total interessant weil das für andere Landesjugendringe gar nicht nachvollziehbar ist wie man dort eben auch partnerschaftlich mit Politik ganz anders agieren muss.

00:58:50: Und ich finde es gelingt in Bayern an vielen Stellen wahnsinnig gut und dieser Sonderstatus kann man auch sagen ist ein Schlüssel dafür, warum Jugendarbeit in Bayern so stark vernetzt und so gut strukturiert ist.

00:59:05: Und warum junge Menschen hier vergleichsweise viel Einfluss auf die eigenen Strukturen haben bzw.

00:59:11: sie auch haben könnten.

00:59:12: wie gesagt das kommt immer so ein bisschen drauf an.

00:59:14: aber die Möglichkeit ist da!

00:59:16: Die Möglichkeit trotz Praxisteriegefälle ist da und auch deshalb weil da tolle hauptberufliche Akteurinnen unterwegs sind, weil da tolle Ehrenamtliche sind.

00:59:26: Und genau!

00:59:27: Da gibt es einfach viele tolle Akteuer-Innen.

00:59:30: Wir können das auch gar nicht alle vorstellen in Bayern, Jendrik.

00:59:33: wir hätten eine lange, lange Liste von tollen Akteuren.

00:59:36: stellen jetzt aber nochmal einen zweiten vor der natürlich auch zum Bayerischen Jugendring irgendwie gehört.

00:59:41: Das ist immer der Trick wenn man den Bayern über kommunale oder beim Entschuldigen Bayern über Jugendpolitik insgesamt spricht.

00:59:47: ohne Bayerische Jugendring ist die Rechnung nicht zu machen.

00:59:50: Und da geht es genauso zum Beispiel um die Fach- und Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung in Bayern.

00:59:55: Die ist beim Bayerischen Jugendring angesiedelt, und da, um Kommunen zu beraten zum Thema Jugendbedeiligung machen auch tolle Qualifizierungsangebote, Vernetzung für Jugendparlamentarierinnen aber auch genau so für Verwaltung von Politik und sind überall unterwegs.

01:00:11: Phänomenale Kolleginnen, die ich an dieser Stelle auch herzlich grüßen möchte.

01:00:15: Julie Clemens Pia und Theresa, mit denen ich immer wieder zusammenarbeiten darf und es großen Spaß macht!

01:00:21: Es gibt auch an dieser Fach- und Servicestelle, ich finde das ist was sehr besonderes.

01:00:24: Einen eigenen Jugendbeirat der wiederum diese hauptberuflich getragene Fach-und-Servicestelle berät und dadurch immer wieder so ein Soundingboard bildet damit dort die Erwachsenen ihren Job auch richtig machen.

01:00:37: Die Fach- & Servicestell begleitet den Dachverband der Bayerischen Jugend selbstvertretung.

01:00:41: vielleicht ist der eine oder andere von euch schon von Anfang an dabei.

01:00:45: Aaron Gabriel ist dort Vorsitzender zum Thema Kinder- und Jugendparlamente.

01:00:53: Auch ein sehr, sehr umtriebiges Dachverbandsgremium.

01:00:57: die würde ich auch sagen Impulse setzen übrigens auf europäischer Ebene.

01:01:01: Die Fach-und-Service Stelle ist eng verknüpft mit dem Akademiestandort der Akademie der Kinder-Jugendparlament in Bayern.

01:01:07: Die sitzen im berühmten Institut für Jugendarbeit in Gauting kommt man auch nicht dran vorbei.

01:01:12: eigentlich.

01:01:12: wer von Jugendarbeiten Bayern redet war schon mal im Süden Münchens im wunderschönen Gauthing.

01:01:19: Und das ist in Deutschland weitestgehend einzigartig, dass Landesjugendringen der Bayerische Jugendring Servicestelle für Beteiligung Akademie für Kinder und Jugendparlamente und Dachverband Strukturen von Jugendselbstvertretungen in einer Hand liegen.

01:01:31: Die miteinander eben auch Jugendarbeit gestalten.

01:01:35: Jetzt haben wir schon viel über den bayerischen Jungdringen geredet.

01:01:38: Dazu gehören, das ist schon enorm.

01:01:47: Das unglaublichste

01:01:49: Riesel

01:01:49: oder?

01:01:50: Das ist schon sehr, sehr viel und dass in hundert drei Stadtkreis- und Bezirksjugendringe geteilt.

01:01:56: Also das ist einfach eine sehr große Zahl an der Stelle.

01:01:59: Und was auch noch besonders ist, der einzige Landesjugendring in Bayern mit einem Präsidenten.

01:02:05: Da darf sich jemand Präsident nennen, den habt ihr auch schon häufiger hier im Podcast gehört.

01:02:08: Philipp Seitz steht dem BRR vor und auch die Geschäftsführerin Gabi Weizmann war schon als einzige Person bisher gleich zweimal bei uns zu Gast.

01:02:18: Sie war in der Berichtskommission zum siebzehnten Kinder- und Jugendbericht Und ist die Expertin für Jugendarbeit im Jugendhilferecht und hat es zusammen mit Christian Brüninghoff aus NRW in Folge thirty-three unseres Podcasts erklärt, wie Jungführung auf kommunaler Ebene funktioniert.

01:02:34: Und jetzt ein heißer Tipp unbedingt noch mal reinhören oder das erste Mal reinhören wir auch immer denn das Thema wird immer wichtiger!

01:02:41: Ja, angesichts der Debatten die wir gerade überall führen würde ich sagen das sollte eine Pflichtepisode für alle sein.

01:02:46: Die wissen wollen wie sie künftig ihre Jugendarbeit aufstellen wollen auf kommunaler Ebene.

01:02:52: Ich war ganz zufällig vergangene Woche am Dienstag zu Gast bei einer Konferenz des bayerischen Jugendringes Für einen Vortrag und ein Workshop.

01:03:00: tolle Gruppe Und zwar die sogenannte Gemeindeeugendarbeit.

01:03:05: Das waren tolle Hauptberufliche die sich vor Ort auch in teilweise sehr sehr sehr klein Kommunen einsetzen für Jugendclubs, für Jugendzentren.

01:03:13: Für die Interessen von Kindern und Jugendlichen.

01:03:15: Darum ging es auch in meinem Workshop im Vortrag ums Thema Lobbyarbeit – für kommunale Strukturen.

01:03:21: Und ich habe danach ein sehr schönes Geschenk bekommen, musste sehr lachen!

01:03:26: einen Fanschall des Bayerischen Jugendringes.

01:03:30: Also, prove me wrong!

01:03:31: Aber ich habe bislang noch keinen Jugendverband, kein Jugendring getroffen der von sich selbst Fanschalls anfertigen lässt.

01:03:39: also Ich hab mich sehr gefreut.

01:03:41: Ich weiß noch nicht ganz genau wo ich ihn und wann ich ihn tragen werde aber mir wird sicher was einfallen.

01:03:47: Ladet mich ein zur Vollversammlung des bayerischen Jüngendrings.

01:03:50: Ich trag ihm versprochen

01:03:52: Wir reden auch immer wieder über Merchana, oder?

01:03:56: In dieser

01:03:57: Farbe.

01:03:58: Das trägt glaub ich dann keiner.

01:03:59: Die Farbe ist

01:03:59: schön aber ich möchte... also ich freue mich so diesen Podcast zu machen aber überheblich werden deshalb Fans Charles die Buttons.

01:04:06: Ich glaube die Button sind angemessen.

01:04:08: Dann wirst du keinen Schal geben.

01:04:09: stattdessen denken wir jetzt darüber nach oder schauen mal was denn gerade so jungen politisch besonders aktuell in Bayern los ist.

01:04:15: und da noch gar nicht so lange her seht die Kommunalwahlen die am achten März dort gewesen sind.

01:04:20: und in Bayern darf man bei Kommunalwaren erst ab achtzehn Wellen im Gegensatz zu anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Brandenburg, wo das schon ab sechzehn möglich ist.

01:04:29: Und es gab deshalb auch eine U-Achtzehnwahl mit mehr als dreißigtausend Teilnehmenden und zum ersten Mal projekthaft auch digital.

01:04:37: Da habe ich mich ein bisschen gewundert, weil die U-Achzehnwahlen ja keine Probewahlen sind.

01:04:42: Sondern ein Projekt politischer Bildung.

01:04:45: also man stimmt eben bei den u-achzehn Wahlen nicht nur für irgendwas ab und da gibt es andere Projekte die das machen.

01:04:51: und das dann digital zu machen dachte ich komisch aber mit.

01:04:54: einer der Gründe warum der Bayerische Jugendring als Träger von u-achtzehntes ausprobiert hat war eine Kooperation mit dem bayerischen Digitalministerium die entsprechende Förderungen angeboten haben für diesen Testballon.

01:05:07: Das muss man aber auswerten und überlegen, wie man dadurch die U-Achzehnwahlen auch wirklich qualitativ weiterentwickeln kann.

01:05:14: So dass es eben nicht nur um Prozentzahlen für irgendwelche Schlagzeilen reicht sondern auch wirklich junge Menschen mehr darüber erfahren was Demokratie wirklich auch bedeutet.

01:05:24: Im Koalitionsvertrag, im Jahr zwanzig bis achtundzwanzig hat die Staatsregierung Jugendpolitischen Schwerpunkt gesetzt auf Familienpolitik den Ausbau von Ganztagsangeboten sowie die Stärkung der Betreuung und Unterstützungssysteme.

01:05:37: Gleichzeitig zeigen aber vergleichete das Bayern im Bundesländervergleich insbesondere im Bereich der Ganztagbetreuung weiterhin noch deutlichen Nachholbedarf hat.

01:05:45: Der Ausbau wird daher nicht nur als Schwerpunk formuliert sondern ist auch irgendwie eine Reaktion auf bestehende strukturelle Defizite Der Gänzen soll die jungen Sozialarbeit an Schulen, JHS weiter gestärkt werden um junge Menschen gezielter zu unterstützen.

01:06:00: Bayern und Baden-Württemberg sind tatsächlich die Bundesländer, die sich am schwersten tun mit dieser ganzen Ganztagsdebatte.

01:06:06: Das hat viel mit sozialen Strukturen zu tun das hat auch viel mit der Rolle oder mit dem Bild der Frau zu tun, also wir haben es einfach auch viel mit traditionellen Rollenverteilungen zu tun und ich glaube da ist gerade ganz schön Bewegung drin.

01:06:19: aber das wird sicher auch noch ein weiter Weg sein.

01:06:22: Die Jugendarbeit in Bayern ist überwiegend kommunal organisiert und finanziert wodurch ihre Ausgestaltung natürlich dann auch sehr stark von den lokalen Rahmenbedingungen abhängt.

01:06:30: nicht alle Kommunen denkt man immer so außerhalb von Rhein?

01:06:33: Nicht alle Kommunen dort sind reich Also gar nicht!

01:06:36: Auch dort gibt es ein großes Gefälle zwischen den einzelnen Kommunen sondern im ländlichen Raum prägen, unterschiedliche Strukturen und Ressourcen die Angebote.

01:06:45: Und führen zuteils erheblichen Unterschieden auch in der Qualität.

01:06:49: Ganz zu schweigen von dem was das für große Städte wie zum Beispiel München bedeutet.

01:06:54: Dadurch entstehen natürlicherweise regionale Ungleichheiten.

01:06:59: Die kommunale Verankerung von Jugendarbeit bleibt aber zentral.

01:07:03: Das geht immer wieder darum diese Unterschiede auszugleichen.

01:07:06: Trotzdem ist es mir vergangene Woche noch mal sehr klar geworden Es geht der Jugendarbeiter in Bayern noch mal anders gut als den anderen Landstrichen.

01:07:16: Also was so das Thema Bauvorhaben angeht, habe ich tolle Sachen gehört von Praktikerinnen und dort wo Jugendhäuser gebaut werden barrierefrei auch so als Zentrum für die Gemeinde so multifunktionell.

01:07:30: Ich finde es wirklich phänomenal aber eben auch wenn ich höre dass irgendwie mehrere Stellen eingerichtet sind für sehr kleine Kommunen, um dort Jugendarbeit zu machen oder Jugendzentren zu betreuen.

01:07:41: Das sind Verhältnisse.

01:07:42: davon kann Wecklenburg-Vorpommern zum Beispiel liebe Grüße.

01:07:46: nur träumen, dass auf dem Dorf eine ganze Person angestellt ist, um Gemeinderjugendarbeit zu machen.

01:07:52: also sehr gute Rahmenbedingungen aber auch da in einem großen Gefälle.

01:07:58: Das heißt, wir können so als kleines Fazit ziehen nachdem wer überall auch nur durchgesprungen sind.

01:08:02: Das ist uns auch bewusst dass der bayerischen Jugendpolitik eigentlich gut geht und es dort tolle jungenpolitische Dinge passieren.

01:08:08: aber sie ist auch abhängiger als andere vom Gutwill der Landes- und Kommunalpolitik.

01:08:14: Deshalb am Ende sowas fast schon wie ein Gebet.

01:08:16: Da mögen die guten Beziehung zwischen BRR und CSU noch lange anhalten.

01:08:29: Wir kommen zu einem jugendpolitischen Ticker oder zu einem jungen politischen Update und fangen an mit einem solchen zur letzten Folge.

01:08:36: Es gibt eine Bestandsaufnahme der Kommission Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt, die ist erschienen, hundertundzwanzig Seiten mit Studienergebnissen und Analysen aber noch ohne Handlungsempfehlungen, aber mit einer eindeutigen Botschaft.

01:08:48: es ist kompliziert und komplizierter als politische Schreihelse im Wahlkampf das gerne wahrhaben wollten mit diesem Social Media Verbot.

01:08:57: Das hatten wir natürlich auch jetzt irgendwie nicht anders erwartet Und wir warten jetzt noch bis Juni, wenn die Kommission an Handlungsempfehlungen veröffentlicht.

01:09:04: Die werden für uns dann jugendpolitisch interessanter und wer Mitglied in unserem WhatsApp-Channel ist – Link kommt natürlich in den Shownauts -, der hat den Link zur Studie bereits erhalten und auch damit verbunden sehr guten Blogbeitrag vom Bildungsjournalisten Jan Martin Viada!

01:09:20: Wir möchten an dieser Stelle auch noch mal Danke sagen für eure Rückmeldung zur Demokratie Leben.

01:09:24: Wir hatten ja aufgerufen, euch bei uns zu melden wenn ihr auch betroffen seid und eine neue Folge dazu ist in Planungen.

01:09:30: wir sammeln gerade noch Material und freuen uns wenn sich noch einige von euch melden um uns bei einigen offenen Fragen zu helfen.

01:09:37: also schreibt uns!

01:09:47: Eine jugendpolitisch relevante Gesetzesreform, die gerade in der Öffentlichkeit unterzugehend rot.

01:09:52: Das ist die Reform des Sexy-Bau-Gesetzbuchs auch bekannt als der Bauturbuu.

01:09:58: Es klingt immer gleich irgendwie viel schöner!

01:10:03: Diese Reform hat ein klares Ziel, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen um schneller bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

01:10:10: Und das ist angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt natürlich auch dringend notwendig.

01:10:14: die große soziale Frage unserer Zeit entscheidet sich auch am Wohnungsmarkt.

01:10:19: in Paragraph drei BauGB es bislang festgehalten dass die Öffentlichkeit frühzeitig an diesen Verfahren so beteiligen ist.

01:10:26: Seit Jahrzehnt wird dort auch ausdrücklich klargestellt, ich zitiere.

01:10:30: Auch Kinder und Jugendliche sind Teil der

01:10:32: Öffentlichkeit.".

01:10:35: Im aktuellen Gesetzesentwurf eben dieser Bauturbo soll dieser Zusatz dieser Satz gestrichen werden mit der Begründung dass dies auch ohne Ausdrücklichen Nennungen weiterhin gelte.

01:10:46: Ja Formal juristisch kann man sagen, ist es korrekt.

01:10:50: Man muss Kinder und Jugendliche nicht explizit nennen wenn man sie im Kommentar zum Gesetzesentwurf zum Beispiel einfach unter Bürgerinnen und Bürgersubsumiert Ja, gleichzeitig sieht die Praxis aber ganz anders aus.

01:11:04: Wir wissen also abgesehen davon das Kinder- und Jugendliche ganz selten als Bürgerinnen und Bürger adressiert werden.

01:11:09: Die wirksame Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist jetzt wirklich alles andere als ein Selbstläufer.

01:11:14: Sie hängt maßgeblich von der konkreten Ausgestaltung unterhaltung von Politik und Verwaltung ab.

01:11:20: Und was machen sie als erstes?

01:11:21: Die werfen natürlich erstmal einen Blick ins Gesetz um nachzugucken was sie tun müssen und was sie nicht tun müssen.

01:11:27: Das ist normal.

01:11:29: Aber Gerade vor diesem Hintergrund haben explizite gesetzliche Formulierungen eine sehr wichtige Funktion.

01:11:36: Sie schaffen Sichtbarkeit, sie schaffen Orientierung und Verbindlichkeit und fördern die Teilhabe gesellschaftlicher Minderheiten.

01:11:42: Denn obwohl Beteiligungsrechte unter anderem in der UN-Kinderrechtskonvention, den Landesgesetzen

01:11:47: usw.,

01:11:48: Auf sehr unterschiedliche Art und Weise, wie wir gerade auch über Bayern gehört haben vorankert sind werden junge Menschen in Planungsprozesse immer noch nicht systematisch einbezogen.

01:11:57: Es steht und fällt auch an vielen Stellen mit der

01:12:00: Haltung.".

01:12:01: Und gleichsam fehlende Beteiligung wird in der kommunalen Praxis auf der Basis des BauGBBGGB, wird gar nicht eingefordert.

01:12:11: Niemand zieht vor Gericht weil bei einem Bauvorhaben keine jungen Menschen beteiligt worden sind.

01:12:16: Das ist ein Argument das ich bei meiner Recherche sehr häufig gehört habe, sondern ja aber will man da jetzt wirklich darauf aufmerksam machen?

01:12:22: Weil es ist doch voll gut wenn schneller irgendwie Wohnungen gebaut werden dann kann man doch mal auf Kinder- und Jugendbeteiligung verzichten.

01:12:28: Ja, ja und nein.

01:12:30: Also stellt sich weniger die Frage ob Kinder- und Jugendliche formal jetzt Teil von Öffentlichkeit oder Bürgerinnen und Bürgern sind sondern viel mehr überhaupt jemand über ihre Perspektiven nachdenkt und ob Politik sie zumindest in den Vorschriften

01:12:45: ernst nimmt?

01:12:47: Die Beschleunigung von Bauvorhaben, Schaffung von Wohnraums sind zentrale Aufgaben Und es geht auch das Vertrauen von BürgerInnen in die Politik dass jetzt besser und schneller gebaut wird.

01:12:58: Und wir haben auch in der Trendstudie Jugend in Deutschland, die kürzlich erschienen ist gesehen junge Menschen machen sich große Sorgen darüber ob sie ihre Wohnung, ob Sie ihre Miete weiter bezahlen können.

01:13:08: viele junge Menschen können von zu Hause nicht ausziehen weil sie keine Wohnung leisten können.

01:13:14: das steht trotzdem alles nicht im Widerspruch dazu.

01:13:17: klare gesetzliche Benennung unterstreicht, dass junge Menschen eigenständige Rechtsträger sind mit ganz legitimen Interessen an der Gestaltung ihrer Lebensräume.

01:13:26: Deshalb ich finde es schwierig diesen Satz da jetzt auch wenn nicht das aus pragmatischen Gründen aus so einem Referat oder aus einem Ministerium heraus total nachvollziehen kann, dass man da einmal durchkämmt und sagt, das ist nicht so wichtig, das kann man da und daraus nehmen Stichwort Bürokratieabbau und Modernisierung usw.. Aber ich finde trotzdem, also das tut nicht weh und ist eine wichtige, wichtige Referenz die man nicht unter den Tisch fallen lassen kann.

01:13:47: Und so wie ich gehört habe kritisieren dies inzwischen auch die Bundesarchitektenkammer und die Vereinigung für Stadtregional- und Landesplanung, die sicherlich auch Stellungnahmen zum Gesetzesentwurf einreichen werden im Gegensatz zu den üblichen Verdächtigen aus der Jugendverbands- und Jugendlobby Szene und es ist auch einen Jugendcheck erschienen vom Kompetenzzentrum Jugendcheck.

01:14:08: Falls ihr noch von mehr Verbänden oder Organisationen wisst, die gegen diese Änderungen lobbyieren oder lobbyieren wollen, meldet euch gerne bei uns.

01:14:17: Ich habe da noch ein paar Ideen wie das funktionieren kann aber als Einzelperson lobbyiere ich natürlich an der Stelle nicht!

01:14:32: Vielleicht haben viele von euch damit gerechnet dass wir uns heute aus aktuellem Anlass ausschließlich mit dem aus dem Bundeskanzleramt gelegten Arbeitspapier beschäftigen, Für diejenigen von euch, die das noch nicht mitbekommen haben ganz kurz.

01:14:48: Die öffentliche Hand also Bund, Länder und Kommunen vertreten durch die kommunalen Spitzenverbände, haben sich getroffen und eine Art Wunschliste gemacht.

01:14:55: Also Vorschläge wo man rund acht Komma sechs Milliarden in der Kinder- und Jugendhilfe sparen könnte.

01:15:01: Und die Veröffentlichung des Papiers hat sehr hohe Wellen geschlagen.

01:15:04: unabhängig davon was da drin steht muss man über das Wie reden?

01:15:10: Es laufen derzeit auch die Verbände-Anhörungen zum Referentenentwurf zur Reform des SGB VIII, dem Sozialgesetzbuch das sie Kinder und Jugendhöfe regelt.

01:15:18: Und weil es alles eine sehr komplexe Angelegenheit ist und wir nicht mit Schnappatmung darauf reagieren wollen kündigen wir jetzt schon an... Für die nächste Folge Berufsjugendlich, die am elften Mai erscheint haben wir Interviewgäste mit sehr hoher SGB VIII-Expertise eingeladen.

01:15:33: Mit denen wir uns das Ganze mal in Ruhe anschauen wollen und darüber reden wollen was dieses Papier wirklich bedeutet und wie es in einem größeren politischen Prozess zu verorten ist aber auch was es für die Jugendarbeit und für die Jugendverbandsarbeit im Speziellen bedeutet.

01:15:47: ja der Druck ist groß Aber wir verstehen uns hier auch als so eine Art Service-Podcast, um die größeren Kontexte zu erklären und nicht einfach nur einen hoten Take rauszuhauen.

01:15:58: Sondern auch zu überlegen was bedeutet das denn auf der kommunalen Ebene aller Konsequenz?

01:16:03: Also jetzt schon mal die Ankündigung für die nächste Folge.

01:16:05: Wir freuen uns wenn ihr dann wieder rein hört!

01:16:24: Ja, ich habe Bayern-Wochen.

01:16:26: Also ich war jetzt in Bayern aber ich fahre auch wieder nach Bayern dann geht's nochmal nach Erfurt und nach Ferdinand der Aller.

01:16:34: Das freu' mich auch sehr drauf!

01:16:36: Zwischendrin passiert aber was ganz Besonderes von dem ich euch erzählen möchte.

01:16:40: Ich bin geladen in den österreichischen Bundesrat als Sachverständige in eine Enquetekommission Und darf dort vor dem Bundesrat fünfzehn Minuten erzählen Inwiefern digitale Jugendbeteiligung etwas beiträgt zur Verbesserung der Situation junger Menschen zum Beispiel in ländlichen Regionen und ich bin schon sehr aufgeregt.

01:17:04: Ich bin wirklich nur einen Tag im Wien, ich fahre mit dem Nachzug hin, hab tagsüber die Enquetekommissionen und fahrt dann abends mit dem Nachtzug wieder zurück und finde das wahnsinnig aufregend!

01:17:14: Ich war schon häufiger Sachverständige auf Landesebene in Deutschland aber Schaut euch das mal auf Wikipedia an, dieses Parlamentsgebäude am Karl-Renner Ring in Wien.

01:17:24: Das ist schon sehr imposant und ja ich bin sehr nervös aber ich freue mich auch sehr weil es eine große Ehre ist.

01:17:29: Ich habe keine Ahnung wie die auf mich gekommen sind.

01:17:31: falls jemand so hört liebe Grüße sagt's mir doch einfach!

01:17:34: Und ansonsten gehe ich davon aus dass es wirklich was mit meiner Expertise zu tun hat drückt mir auf jeden Fall alle die Daumen.

01:17:39: Jens ring' ich nebenan bei dir jetzt wo die Stimme wieder da ist.

01:17:42: er nimmt auch wieder so im Terminkalender irgendwie der Zug zu.

01:17:46: Was ist denn bei dir so los?

01:17:48: Ihr habt gerade so gedacht von den Gebäuden, kann ich glaube nicht so richtig mithalten auch wenn ich unsere Vereinshäuser wirklich schön finde wo wir da so unterwegs sind.

01:17:56: Ja ne Google mal!

01:17:57: Es ist wirklich ein bisschen verrückt.

01:17:59: Ist wirklich verrückt?

01:18:00: Okay, ich werde mir das gleich mal anschauen.

01:18:02: Ich bin einfach bei vielen Beratungstermin.

01:18:04: jetzt für einen die sich auch nochmal fragen sind wir eigentlich noch Jugendverband und was müssen wir als Jugendverandt erfüllen?

01:18:10: weil wir uns auch nochmal auf den Weg gemacht haben dass es auch einmal wichtig an der anderen Stelle nochmal zu verbessern, da gibt es ein paar Fragen auch nach dem Alter und so weiter.

01:18:19: Und dann werde ich sie darüber informieren.

01:18:22: Darüber freue ich mich und muss einfach sagen das Wetter so gut wird um meine Leidenschaft nachzugehen.

01:18:26: Ich hole da jetzt nicht aus.

01:18:27: die die uns regelmäßig hören wissen dass hat was mit einem kleinen Ball zu tun.

01:18:32: Danke fürs Zuhören an euch, die uns jetzt auch in Folge neunfünfzig wiederzugehört haben oder das erste Mal gehört haben.

01:18:38: Gebt uns gerne Bewertungen, Sternen und auch als Text auf den gängigen Plattformen.

01:18:43: Das hilft uns wirklich sehr auch in der Sichtbarkeit damit noch Leute dem Podcast mal finden, die vielleicht gar nicht danach gesucht haben.

01:18:49: Und die nächste Folge erscheint dann am elften Mai.

01:18:53: zwei tausend sechsundzwanzig.

01:18:55: Passt auf euch auf bis zum nächsten

01:18:57: Mal!

01:18:58: Tschüssi

01:19:04: Berufsjugendlich ist ein Podcast für alle, die jugendpolitisch aktiv sind mit jungen Menschen arbeiten oder sich für die Interessen junger Menschen einsetzen.

01:19:32: Alle vierzehn Tage gibt es eine neue

01:19:42: Folge.

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